Auf kaum ein Buch habe ich mich mehr gefreut als auf „Die Tribute von Panem L. Der Tag beginnt“. Für gewöhnlich bestelle ich mir auch keine Bücher vor, aber hier konnte ich nicht anders und direkt am Tag des Releases habe ich angefangen zu lesen. Dass ich das Buch nicht in einem Rutsch durchgelesen habe, war nur das Ergebnis von strenger Selbstdisziplin. Denn am liebsten hätte ich es direkt am Stück gelesen, weil es so gut war!
Klappentext:
Ein Kampf ums Überleben – und um die Liebe
Wenn du dazu bestimmt bist, alles zu verlieren, was du liebst, wofür lohnt es sich dann noch, zu kämpfen? Als der Tag der Ernte anlässlich der Fünfzigsten Hungerspiele anbricht, erfasst Angst die Distrikte von Panem. In diesem Jahr werden zu Ehren des Jubel-Jubiläums doppelt so viele Tribute aus ihrem Zuhause gerissen. In Distrikt 12 versucht Haymitch Abernathy, nicht allzu sehr über seine Chancen nachzudenken. Alles, was ihn interessiert, ist, den Tag zu überstehen und bei dem Mädchen zu sein, das er liebt. Als Haymitchs Name aufgerufen wird, spürt er, wie all seine Träume zerbrechen. Er wird von seiner Familie und seiner großen Liebe getrennt und zusammen mit den drei anderen Tributen aus Distrikt 12 zum Kapitol gebracht: einer Freundin, die fast wie eine Schwester für ihn ist, einem besessenen Quotenmacher und dem arrogantesten Mädchen der Stadt. Als die Spiele beginnen, wird Haymitch klar, dass er nur verlieren kann. Aber etwas in ihm will kämpfen – und diesen Kampf weit über die tödliche Arena hinaus klingen lassen.
Was passiert in „Panem L“?
In diesem Buch dreht sich alles um die Geschichte von Haymitch Abernathy, den wir bereits aus der Tribute von Panem – Trilogie als Mentor von Katniss und Peeta kennen. Im Mittelpunkt steht das zweite Jubel-Jubiläum also die 50. Hungerspielen, bei dem doppelt so viele Tribute in die Arena ziehen wie üblich. All das und der Fakt, dass Haymitch gewinnt und überlebt, wissen wir bereits von den vorherigen Büchern.
Haymitch ist Teil einer kleinen Familie aus Distrikt 12. Sein kleiner Bruder Sid und seine Mutter bestreiten das beschwerliche Leben in Distrikt 12 so gut es eben geht. Am Tag der Ernte „feiert“ Haymitch seinen 16. Geburtstag. Zunächst sieht es gut für ihn aus, denn er wird trotz der schlechten Chancen nicht ausgewählt. Allerdings versucht das zweite Tribute zu flüchten und wird von den Friedenswächtern erschossen. Das kann natürlich nicht im restlichen Panem gezeigt werden, weswegen ein neues männliches ernannt werden muss. Da Haymitch sich mit einem Friedenswächter angelegt hat, um seine Freundin Lenore Dove zu retten, ist sein Schicksal besiegelt und er muss in die Arena gehen und Teil der 50. Hungerspiele werden.
Die anderen Tribute aus Distrikt 12 sind Louella McCoy, Maysilee Donner und Wyatt Collow. Doch sie bleiben nicht lange zu viert, denn Louella stirbt bei einem Unfall auf der Wagenparade im Kapitol. Auch hier tritt Haymitch mit seinem Gerechtigkeitssinn hervor und will Präsident Snow vor Augen führen, was er mit den Hungerspielen anrichtet. Haymitch trägt den Leichnam und legt ihn direkt vor Präsident Snow ab, weswegen er in dessen Visier gerät. Nach der Wagenparade wird Haymitch zum Präsidenten bestellt. Dieser droht ihm, während der Spiele eines besonders qualvollen Todes zu sterben. Außerdem präsentiert er ein Double von Louella, denn während der TV-Ausstrahlung wurde Louellas Tod geschickt umgangen. Hier wird deutlich, wie machtvoll das Kapitol ist und wie intrigant die Präsentation der Spiele ist.
Der erste Satz:
»Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Haymitch!«

Wie hat mir „Panem L“ gefallen?
Ich bin ja absoluter Fan von der Panem-Reihe! Es gibt keine Reihe, die ich häufiger gelesen habe. Demnach war ich sowohl auf „Panem X“ als auch auf „Panem L“ super gespannt. Haymitch und Snow sind zwei Charaktere aus der Haupt-Trilogie, die zwar schon einen interessanten Background angedeutet bekommen haben, aber der Fokus lag eben auf Katniss. Aus diesem Grund habe ich mich so sehr auf die Prequels gefreut, um zu verstehen, wie Präsident Snow so böse geworden ist und warum aus dem Sieger Haymitch so ein verbitterter Mann wurde.
Da man den Ausgang der Geschichte (Haymitch wird die Spiele gewinnen) schon kennt, könnte man meinen, dass das Buch langweilig ist. Denn obwohl man immer Hoffnungen hat – wie beispielsweise bei der Ernte als Haymitch nicht ausgelost wurde -, weiß man, wie es ausgehen wird. Aber ich muss sagen, dass ich es dennoch unglaublich interessant fand. Das hat die Autorin Suzanne Collins richtig gut hinbekommen. Man erkennt als Panem-Fan viele Parallelen und Charaktere wieder. Aber es gibt auch neue Wendungen und Handlungen, mit denen man nicht gerechnet hat.
In Panem wird deutlich, dass Manipulation und (Kamera-)Perspektive Teil der Spiele sind. Die Spielmacher zeigen dem Publikum nur das, was das Publikum sehen soll. Das fängt schon bei der Ernte in Distrikt 12 und dem erschossenen Tribut und dem darauffolgenden Tumult an. Ich habe schon oft gelesen, dass Suzanne Collins nur dann etwas schreibt, wenn sie etwas zu sagen hat. Und die Parallelen zum aktuellen Weltgeschehen sind beim Lesen durchaus erkennbar und werden natürlich in den Hungerspielen zugespitzt dargestellt. Ich glaube auch, dass genau deshalb das Lesen von „Tribute von Panem“ so packend und einnehmend ist. Man erkennt viele Muster und Strukturen wieder und fragt sich natürlich, was wäre wenn…
Was wäre wenn es bei uns diese Hungerspiele gäbe? Wie würde man mit Tesserasteinen umgehen, wenn die eigene Familie hungert? Was würde man gegen die Propaganda des Kapitols unternehmen?
Für mich besonders nostalgisch schön beim Lesen des Buches war das Wiedertreffen von bekannten Figuren aus der Trilogie. So haben einige Charaktere (auch neben Haymitch) einen Hintergrund bekommen. Dazu zählen beispielsweise Effie Trinket, Beetee und natürlich auch Präsident Snow. Aber auch die Familie von Katniss und die Covey aus dem Prequel „Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ tauchen wieder auf. So ergibt das alles ein rundes Bild und man merkt, dass alles irgendwie zusammenpasst.
Schlussendlich hat mir „Die Tribute von Panem L – Der Tag bricht an“ richtig gut gefallen! Es ist einfach meine liebste Reihe und deshalb finde ich es so toll, wenn Neues erscheint und die Vergangenheit noch weiter erklärt wird. Das Buch war fesselnd und hat mich an einigen Stellen total emotional werden lassen. Ich bin wütend geworden, habe einige Tränen verdrückt und war schockiert. Leser:innen muss bewusst sein, dass sie sich hier auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit Intrigen einlassen, bei der man sich ständig fragt, wem man hier vertrauen kann und welche Überraschung als nächstes kommt.
Liebe Grüße
Eure Aylin
Informationen zu dem Buch „Panem L“
Autorin: Suzanne Collins
Übersetzung: Sylke Hachmeister und Peter Klos
Titel: Panem L – Die Tribute von Panem. Der Tag beginnt
Verlag: Oetinger
ISBN 978-3-7512-0716-4
Preis: 26,-€ für das Hardcover
Seiten: 464
Erschienen am: 18. März 2025
Weitere Rezensionen, die dich interessieren könnten:
„Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins
„Ophelia Scale – Die Welt wird brennen“ von Lena Kiefer
„Left to Fate“ von Gloria Trutnau
Entdecke mehr von Welt voller Bücher
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.