Ich habe in diesem Jahr bislang enorm viele Bücher aus den Genres Thriller und Krimi gelesen. Da ich es bisher nicht geschafft habe, ausführliche Rezensionen zu all diesen Büchern hochzuladen, habe ich mir überlegt, dass ich euch gerne 4 Bücher empfehlen möchte, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Freier Fall von Clare Mackintosh
Das Buch in einem Satz: Ein genialer Thriller mit einem nachvollziehbaren Dilemma, zwei spannenden Perspektiven und einem beklemmenden Gefühl.
Ich muss zugeben, dass ich eine kleine Schwäche für Geschichten habe, die mit Flugzeugen zu tun habe. An dieser Stelle auch eine kurze Empfehlung für „Flugangst 7a“, „Absturz“ und „The Castaways“. Dementsprechend habe ich bei „Freier Fall“ schnell zugeschlagen und es auch binnen weniger Tage verschlungen. Die Zwickmühle, in der sich die Mutter und Protagonistin Mina befindet ist durchaus nachvollziehbar. Sie wird vor die Wahl gestellt: Entweder passiert ihrer Adoptivtochter Sophia etwas oder der gesamte Flug von London nach Sydney wird sterben. Da ihre Tochter ihr größter Schatz ist, entscheidet sie sich für ihren eigenen und den Tod der vielen Passagiere an Bord. Gleichzeitig werden ihr Ex-Mann und ihre Tochter daheim eingesperrt und durchleben ebenfalls Todesängste. Der Wechsel dieser Perspektiven erzeugt eine große Spannung. Die Handlung spielt lediglich im Rahmen eines Tages und aus diesem Grund ist das Tempo in dem Buch recht hoch, was mich ebenfalls dazu gebracht hat, mehr lesen zu wollen. Ein kleines Manko an der Geschichte ist der Fakt, dass es zwar einen begrenzten Raum (mit dem Flugzeug) gibt, aber an diesem Raum befinden sich viele einzelne Personen, die Teil der Geschichte sind. Ich bin da gelegentlich durcheinander gekommen. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch eine große Empfehlung für Thrillerfans, da die Handlung im Laufe immer mehr an Fahrt aufnimmt und alles für ein großes Finale getan wird.
Klappentext:
Flug 79 ist bereit zum Boarding – sind Sie bereit für eine schlaflose Nacht?
Im schlafraubenden Locked-Room-Psychothriller »Freier Fall« wird eine Mutter vor die Wahl gestellt, Hunderte Leben zu retten – oder das eine, das ihr alles bedeutet.
Was als Party für die Medien geplant war, wird zum Alptraum: In London startet der erste Nonstop-Flug nach Sydney, vollbesetzt mit etlichen Prominenten und Journalisten.
Flugbegleiterin Mina bedient die anspruchsvollen Gäste in der Business Class. Dabei versucht sie, weder an die Probleme mit ihrer 5-jährigen Adoptivtochter Sophia zu denken, noch an ihre auseinanderbrechende Ehe. Doch dann drückt jemand Mina einen Zettel in die Hand. Die Botschaft ist ebenso grausam wie unmissverständlich: Wenn Flug 79 dank Minas Hilfe sein Ziel nie erreicht, wird Sophia leben – andernfalls ist sie tot.
Die Flugzeit beträgt 20 Stunden: zu viel oder zu wenig Zeit für eine Entscheidung über Hunderte Leben?
You Let Me In von Lucy Clarke
Das Buch in einem Satz: Ein eher unbekannteres Buch der Autorin, das insbesondere mit dem Rätselcharakter und der sympathischen Protagonistin besticht.
Innerhalb des letzten Jahres habe ich die Bücher von Lucy Clarke nahezu inhaliert. Es hat angefangen mit „One of the Girls“, was ich sehr oft auf Social Media gesehen habe, Über „You Let Me In“ habe ich bislang eher weniger gesehen, aber meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigt. Hier begleiten wir die Autorin Elle in ihrem Haus. Sie hat es sich in Cornwall an der Küste bauen lassen und sich damit keine Freund:innen in der Nachbarschaft gemacht. Generell ist sie ein eher einsamerer Mensch. Sie hat während ihrer Abwesenheit ihr Haus über Airbnb vermietet und seitdem ist alles anders. Die Frau, die das Haus gemietet hat, ist nicht mehr erreichbar und im Haus sind einige Dinge anders als Elle sie hinterlassen hat. Ich habe mir beim Lesen immer eine düstere verregnete Kulisse vorgestellt und war voll und ganz bei Elle. Durch die Schreibweise fühlt man mit ihr und man fürchtet sich auch mit ihr. Obwohl es nicht der klassische Krimi a la „Die Drei Fragezeichen“ ist, hat es dennoch zum Miträtseln eingeladen. Man fragt sich unwillkürlich, wer Elle etwas anhängen möchte und wie sich die Dinge in ihrem Haus rational vielleicht erklären lassen. Es wird immer abstruser und dennoch löst sich alles recht logisch auf. Ich denke, dass dieses Buch allein schon wegen der Atmosphäre richtig gut in den Herbst passt und für spannende Lesestunden sorgen kann.
Klappentext:
Sie muss ihre Vergangenheit um jeden Preis schützen
Nichts fühlt sich richtig an, seit Elle in ihr spektakuläres Haus an Cornwalls Küste für eine Woche an Fremde vermietet hat. Sie hört Geräusche in der Nacht, Dinge wurden bewegt, jemand war in ihrem abgeschlossenen Schreibzimmer, und in ein Tischbein ist »Lügnerin« eingeritzt. Ihr wahrgewordener Traum von einem Platz zum Schreiben am Meer, den sie sich nach dem überwältigenden Erfolg ihres ersten Romans geschaffen hat, wird zum Albtraum. Bildet Elle sich alles nur ein, wie ihre Schwester Fiona meint, oder hat es wirklich jemand auf sie abgesehen? Und kennt nun ihr dunkelstes Geheimnis …
Fake von Arno Strobel
Das Buch in einem Satz: Beim Lesen dieses Buches hinterfragt man unweigerlich den Sinn nach Gerechtigkeit und zweifelt daran, wem man letztendlich noch trauen kann.
Wenn etwas wie eine Orange aussieht, sich wie eine Orange anfühlt und wie eine Orange schmeckt, dann wird es wohl sicher eine Orange sein. Oder vielleicht doch nicht? In „Fake“ wird diese logische Schlussfolgerung in Frage gestellt, als der Protagonist Patrick scheinbar für ein Verbrechen schuldig erklärt wird, obwohl er es nicht war. Er ist auf einem Video zu sehen, es gibt Zeuginnen, die seinen Namen im Zusammenhang mit einer Entführung und Missbrauch nennen. Doch er beteuert fest, dass er das nicht gewesen sein kann. Wir lesen die Geschichte aus Patricks Perspektive. Er schreibt seine Geschichte nämlich rückblickend aus dem Gefängnis heraus auf. Demnach wissen wir schon, dass diese ganze Geschichte nicht gut für ihn ausgehen wird. Diese Prämisse fand ich beim Lesen unglaublich spannend, weil ich mir nicht erklären konnte, was jetzt der hiebfeste Hinweis sein könnte, der Patrick ins Gefängnis bringt. Mich hat die Bildhaftigkeit an Strobels Erzählung sehr überrascht und wahrscheinlich ist dieses Buch nicht für alle Leser:innen etwas. Aber es hat mich in der Weise inspiriert, dass ich über Gerechtigkeit und Glaubwürdigkeit nachgedacht habe. An einigen Stellen merkt man übrigens, dass die Techniken, über die geschrieben werden, aktuell schon weiter entwickelt sind und man als Leser:in deshalb vielleicht ein wenig schneller darauf kommt, aber das hat dem Lesefluss keinen Abbruch getan.
Klappentext:
Du hast diese Frau noch nie gesehen. Aber sie sagen, dass du es warst. Das beweist das Video. Du bist überführt. Deine ganz persönliche Hölle beginnt genau jetzt.
Die Nr.1-Psychothriller von Bestsellerautor Arno Strobel
Patrick Dostert freut sich auf einen freien Tag mit seiner Frau Julia, als noch vor dem Frühstück zwei Beamte der Kripo Weimar vor der Tür stehen. Patrick bittet sie herein, und von einer Minute zur anderen ändert sich alles für ihn.
Er wird verdächtigt, drei Tage zuvor eine Frau misshandelt und entführt zu haben. Patrick hat ein Alibi für die Tatnacht, doch der einzige Zeuge, der ihn entlasten könnte, bleibt unauffindbar. Und die beste Freundin des Opfers belastet ihn schwer.
Patrick beteuert seine Unschuld, bis das Video auftaucht. Das Video, in dem er zu sehen ist. Das ihn überführt. Obwohl er das Opfer noch nie gesehen hat. Aber das glaubt ihm keiner. Er kommt in Haft, soll verurteilt werden. Und kann absolut nichts tun, denn Bilder sagen mehr als tausend Worte. Oder?
Sharing von Arno Strobel
Das Buch in einem Satz: Für dieses Buch braucht man definitiv harte Nerven, denn es malt die schrecklichsten Bilder und Szenarien, die der Protagonist nur umgehen kann, wenn er den richtigen Menschen vertraut und rechtzeitig an sein Ziel kommt.
Dass sich Markus mit seinem Sharing-Unternehmen mal so in Gefahr begeben wird, hat er wahrscheinlich nicht einmal in seinen Träumen erwartet. Seine Frau wird entführt, dann auf grausamste Weise gefoltert und schließlich ermordet. Nun muss Markus das Spiel seiner Feinde mitspielen, wenn er nicht noch schlimmeres erleben möchte. „Sharing“ war sehr brutal und schonungslos geschrieben. Es war wirklich nichts für schwache Nerven und ich weiß auch nicht, ob ich mir das nochmal antun würde. Aber wer auf blutige und bildhafte Horrorszenarieren steht, der wird hier sicherlich fündig werden. Der Fall war durchaus spannend, weil man sich als Leser:in die ganze Zeit fragt, wer hinter dieser Grausamkeit stecken könnte und welches Motiv diese Menschen haben. Ich habe selbst gerätselt und eigentlich niemandem vertraut, an den Markus sich wendet. Ich habe die Polizist:innen verdächtigt und mit dem schlimmsten hinter jeder Ecke gerechnet. Ähnlich zu den anderen Büchern dieses Beitrages ist die Zeit, die vergeht, recht kurz. Wir sprechen hier lediglich von etwa einem Tag, aber durch die detaillierten Beschreibungen kommt einem das doch irgendwie länger vor. Die Auflösung(en) sind wild und teilweise auch ein wenig verwirrend, weswegen man doch noch einige Tage länger über dieses Buch nachdenkt.
Klappentext:
Du glaubst an die Idee der gemeinsamen Nutzung.
Aber was, wenn du gezwungen wirst, den Menschen zu »teilen«, der dir am nächsten steht?
– Der neue Psychothriller von Nr. 1 Bestseller-Autor Arno StrobelMarkus und seine Frau Bettina fanden den Gedanken, dass man nicht alles besitzen muss, um es zu nutzen, schon immer gut.
Diese Philosophie liegt auch ihrem Sharing-Unternehmen zugrunde.
Möglichst viele sollen Autos und Wohnungen teilen und so für mehr Nachhaltigkeit sorgen.Bis Bettina in die Hand eines Unbekannten gerät, im Darknet öffentlich misshandelt wird und das Teilen plötzlich eine andere Dimension annimmt.
Wenn Markus seine Frau lebend wiedersehen will, muss er tun, was Bettinas Peiniger sagt. Ausnahmslos, bedingungslos.
Und ein Spiel mitspielen, das er nicht gewinnen kann. Auch wenn er bereit ist, alles auf eine Karte zu setzen.
Ich hoffe, du hast ein paar Buch-Empfehlungen für die herbstliche Jahreszeit mitnehmen können.
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