„Mimik“ von Sebastian Fitzek: Warum dieser Thriller Fans begeistert (Rezension)

Es ist mal wieder Zeit für den jährlichen Fitzek-Thriller. Wenn es Richtung September geht, dann fällt mir, dass doch irgendwas demnächst ist. Nach kurzem Grübeln fällt es mir auch ein. Es gibt ein neues Buch von Sebastian Fitzek. In diesem Jahr hat er „Mimik“ herausgebracht, was er mit fachlicher Beratung durch Dirk Eilert geschrieben hat. Es geht um die kleinsten Ausdrücke im Gesicht, die wir nicht steuern können. Ein Zucken an der Augenbraue oder eine Bewegung mit dem Mund. Sie können einiges über den Menschen verraten, ohne dass die Person das unbedingt möchte. Ein wirklich spannendes Setting wie ich finde. 

Klappentext: 

Fürchte dich nicht! Außer vor dir selbst …

Sebastian Fitzeks herausragender Psychothriller um eine Mimikresonanz-Expertin, die sich in größter Not selbst nicht mehr trauen kann

Ein winziges Zucken im Mundwinkel, die kleinste Veränderung in der Pupille reichen ihr, um das wahre Ich eines Menschen zu „lesen“: Hannah Herbst ist Deutschlands erfahrenste Mimikresonanz-Expertin, spezialisiert auf die geheimen Signale des menschlichen Körpers. Als Beraterin der Polizei hat sie schon etliche Gewaltverbrecher überführt.

Doch ausgerechnet als sie nach einer Operation mit den Folgen eines Gedächtnisverlustes zu kämpfen hat, wird sie mit dem schrecklichsten Fall ihrer Karriere konfrontiert: Eine bislang völlig unbescholtene Frau hat gestanden, ihre Familie bestialisch ermordet zu haben. Nur ihr kleiner Sohn Paul hat überlebt. Nach ihrem Geständnis gelingt der Mutter die Flucht aus dem Gefängnis. Ist sie auf der Suche nach ihrem Sohn, um ihre „Todesmission“ zu vollenden? Hannah Herbst hat nur das kurze Geständnis-Video, um die Mutter zu überführen und Paul zu retten. Das Problem: Die Mörderin auf dem Video ist Hannah selbst!

Ihr einziger Ausweg führt tief in ihr Innerstes …

Mit fachlicher Beratung von Dirk Eilert, dem führenden Mimik- und Körpersprache-Experten im deutschsprachigen Raum

 Was passiert in „Mimik“?

Hannah Herbst ist die Protagonistin in diesem Buch. Wir begleiten sie in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens, aber hauptsächlich in dem Zeitraum nach ihrer Operation. Zuvor erhalten wir Lichtblitze von einer Szene aus ihrer Kindheit und eine Szene in dem Kindergarten ihres Sohnes Paul. Nach der Operation wacht sie in einem siffigen Motelbett auf und kann sich an nichts erinnern. Der Fernseher läuft und es wird von einem entflohenen Gefängnisinsassen berichtet, vor dem die Gesellschaft gewarnt wird. Lutz Blankenthal. Und just in dieser Sekunde taucht er in dem Motelzimmer auf, in dem sich Hannah befindet. Doch wider Erwarten scheint nicht er die gefährliche Person im Raum zu sein. Er habe Angst vor Hannah, weil sie etwas Unaussprechbares gemacht haben soll. Doch Hannah kann sich an nichts erinnern, weswegen Lutz Blankenthal ihr ein Video zeigt. Ein Video von ihr selbst, wie sie den Mord an ihrer Tochter und ihrem Mann gesteht. Ihr Sohn Paul sei verschwunden und sie sagt nicht, wo er ist. Auch nach diesem Geständnisvideo kann sich Hannah an nichts erinnern. 

Von nun an geht das Rätsel los. Wer hat die Familie getötet, wenn es nicht Hannah war? Wo ist Paul? Warum sollte Hannah ihren Mann und ihre Tochter ermordet haben? Warum gesteht sie es?

Der erste Satz:

„Mir ist kalt, Mama.“

Prolog, Seite 9

Wie hat mir „Mimik“ gefallen? 

Ich war mir zu Beginn des Buches so sicher, dass ich dieses Mal endlich den Twist verstanden habe und einen Fitzek durchschaut habe. Tja, Satz mit X. Ich lag mal wieder meilenweit daneben. (Aber aufgrund der Spoilerfreiheit werde ich meine Theorie erstmal für mich behalten)

Die Protagonistin ist ebenso deutlich wie fraglich beschrieben worden. Hannah hat Traumatisches in ihrer Kindheit erlebt und dennoch einen sehr interessantes Weg eingeschlagen. Ihr Job als Mimikresonanzexpertin ist wirklich facettenreich und ich durfte auch bei dem Live-Event zu diesem Buch einiges mehr darüber erfahren, da Dirk Eilert etwas über seinen Beruf erzählt hat. Ich bin mir nicht sicher, wie exakt die im Mittelpunkt stehende Allergie auf ein Narkosemittel ist, weswegen Hannah ihre Erinnerungen temporär verloren hat. Aber es ist ein interessantes Setting. Ein klitzekleines Manko habe ich dennoch: Der Name ist in meinen Augen etwas einfallslos. Er wirkt auf mich so, als hätte man gezwungenermaßen nach einer Alliteration gesucht und ist dann bei der Jahreszeit gelandet, in der das Buch erscheinen wird. 

Der Schreibstil ist packend und flüssig. Ich selbst vergesse immer über das eine Jahr Fitzek-Abstinenz (der letzte Thriller war 2021 „Playlist“), wie fesselnd die Kapitelenden geschrieben sind. Eigentlich hat man schon beschlossen, dass man das Buch nach diesem einen Kapitel wirklich weglegen wird, aber dann kommt doch nochmal ein Cliffhänger bzw. eine allesentscheidende Szene. Das hat mir wirklich gut gefallen!

Der Verlauf der Geschichte ist gut gelungen. Es gab Szenen und Passagen, in denen mein Herz durchgehend auf 180 war und dann auch wieder einige Kapitel, wo mein nur bei 120bpm geschlagen hat. In meinen Augen hätte das Buch auch deutlich kürzer sein können, wenn Hannah bzw. Lutz Blankenthal diesen einen entscheidenden Ort früher angesteuert hätte. 

Zwischendurch gibt es noch einen Nebenplot über den Kommissaren Stoya und seine Frau, die im Krankenhaus liegt. Für mein Dafürhalten hätte man das streichen können, da es nur Verwirrung stiftet (die ja vermutlich gewollt ist). Aber am Ende des Buches habe ich mich nur gefragt, warum man das unbedingt mit erzählt hat?

Möglicherweise folgt ein Spoiler, da ich über das Ende von Mimik  sprechen werde, aber ich versuche es so vage wie möglich zu schreiben. 

Das Ende hat mich ja umgehauen. Wie ich eingangs bereits schrieb, lag ich mit meiner Theorie völlig daneben. Ich habe auf Social Media bereits gelesen, dass viele Leser:innen begeistert (und entsetzt) von dem Ende gewesen sind. Es ist überraschend und gefühlt ändert sich alle 10 Seiten nochmal die Wahrheit und man zweifelt schon an allem, was geschrieben wird. Es war ein klassisches Fitzek Ende

Ab hier gibt es keinen Spoiler zum Ende von Mimik mehr. 

Schlussendlich sind Fitzek-Fans bei Mimik voll auf ihre Kosten gekommen. Spannung, Nervenkitzel, Miträtseln und Verwirrung pur. Ich kann das Buch jedenfalls allen Leser:innen empfehlen, die genau das suchen und vielleicht von den letzten Büchern (2020: Der Heimweg 2021: Playlist) des Autoren eher enttäuscht waren. 

Hier findet ihr auch meine Kurzrezension auf Instagram, wo ihr mir natürlich auch gerne eure Meinung zu „Mimik“ da lassen könnt.

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen. 😉

Liebe Grüße
Eure Aylin 


Informationen zu dem Buch „Mimik

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Mimik
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN 978-3-426-28157-4
Preis: 24,-€  für das Hardcover 
Seiten: 384
Erschienen am: 25. Oktober 2022            


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