„Ein Ort für meine Traurigkeit“ von „Ein Ort für meine Traurigkeit“ von Anne Booth, David Litchfield und Mechthild Schroeter-Rupieper – Gib deinen Gefühlen Raum und lasse sie zu

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, lese ich immer mal wieder Kinderbücher. Warum ich das mit 22 Jahren mache? Ich bin einfach beeindruckt, wie heutzutage komplexe Themen auch schon für Kinder aufbereitet werden. Ein richtig gutes Beispiel dafür ist „Ein Ort für meine Traurigkeit“, in dem es um den Umgang mit Traurigkeit bei Kindern geht. 

Klappentext: 

Ein anrührendes Bilderbuch, das Hilfe bei Tod, Trauer, Kummer und Depressionen bieten kann – übersetzt von Trauerexpertin Mechthild Schroeter-Rupieper. Ein ideales Geschenk für traurige Zeiten.

Die wunderbare Botschaft dieser Geschichte: Wer mit der Traurigkeit Freundschaft schließt, kann mit ihr leben. So findet der kleine Junge einen guten Ort für seine Traurigkeit. Dort kann sie so sein, wie sie mag, ob sie an einem Tag alles ausfüllt oder an einem anderen sehr klein ist, ob sie laut ist oder leise. Und wenn der Junge die Traurigkeit besucht, lernt er sie Stück für Stück kennen und weiß immer besser mit ihr umzugehen.

 Was passiert in „Ein Ort für meine Traurigkeit“?

Wie verfolgen in zuckersüßen Illustrationen einen kleinen Jungen, der der Traurigkeit begegnet. Irgendwie muss er sich mit der Traurigkeit abfinden und mit ihr Freundschaft schließen. Aus diesem Grund sucht er einen Platz für die Traurigkeit. An diesem Ort kann die Traurigkeit so sein, wie sie will und niemand stört sich an ihr. Mal laut, mal leise, mal klein oder groß. 

Der erste Satz:

„Manchmal werden wir uns entgegenlaufen und in die Arme fallen und uns festhalten und weinen und reden… und ein anderes Mal sitzen wir einfach nebeneinander und sagen nichts.“ 

Wie hat mir „Ein Ort für meine Traurigkeit“ gefallen? 

Obwohl dieses Buch nicht wirklich dick ist, hat mir der Umgang mit der Traurigkeit richtig gut gefallen. Ich kann mir vorstellen, dass es für einige Kinder eine Möglichkeit bietet, mit ihren Gefühlen umgehen. Selbst als Erwachsene weiß ich manchmal nicht, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen soll. Aber die Vorstellung den Emotionen einen adäquaten Ort zu schenken, an dem sie sich wohl fühlen, finde ich klasse. 

Außerdem übermittelt das Buch die Idee, dass Emotionen und Gefühle ihre Berechtigung haben und nicht verdrängt werden sollten. Ansonsten hören Kinder häufig „Hör auf traurig zu sein“ oder „Jetzt sei doch mal froh“. Aber die Traurigkeit kommt ja nicht ohne Grund hervor und möchte gefühlt werden. 

Auszeichnend für dieses Buch sind die liebevollen Illustrationen, die der ganzen Geschichte eine warme und herzliche Note verleihen. Sie sind farbenfroh und laden zum weiterblättern ein. Die Farbenvielfalt habe ich hier besonders betont, da Bücher über Traurigkeit häufig grau oder eintönig wirken. 

Ich möchte „Ein Ort für meine Traurigkeit“ allen empfehlen, die selbst ein wenig zweifeln oder die mit Kindern (sei es das eigene oder im Kindergarten oder der Schule) über Gefühle und Traurigkeit sprechen wollen. Ich bin mir unsicher, ob ich mich der Empfehlung des Verlags anschließen würde, die schreiben, dass es ein Bilderbuch ist „das Hilfe bei Tod, Trauer, Kummer und Depressionen bieten kann“. Selbstverständlich ist in diesen Fällen auch eine Traurigkeit vorhanden, aber diese Themen sind tiefgreifender und brauchen vermutlich mehr Zeit (und Seiten). 

Und hier könnt ihr euch das Buch auch noch einmal selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin 


Informationen zu dem Buch „Ein Ort für meine Traurigkeit“

Autor*innen: Anne Booth und David Litchfield
Titel: Ein Ort für meine Traurigkeit
Verlag: Gabriel im Thienemann-Esslinger-Verlag
ISBN 978-3-522-30597-6
Preis: 15,-€  für das Hardcover
Seiten: 40
Erschienen am: 21. September 2021                    


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