„Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins – Es geht wieder zurück nach Panem

Das hier könnte ein großes Highlight werden oder der größte Flop des Jahres. Das war meine Prämisse an „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ und begonnen hat das ganze erst einmal mit einem großes Flop und das, obwohl ich noch nicht mal eine Seite gelesen hatte. Meine „Vorbestellung“ kam natürlich erst fast eine ganze Woche später an und was hier wie eine Kleinigkeit klingt, hat mich geradezu in den Wahnsinn getrieben. Von Tag zu Tag hat meine Lust auf dieses Buch abgenommen, doch als ich dann die ersten Seiten verschlungen habe, war ich wieder in Panem angekommen…

Klappentext:

Ehrgeiz treibt ihn an.

Rivalität beflügelt ihn.

Aber Macht hat ihren Preis.

Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden.

Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen: Lucy Gray, das Mädchen im Regenbogenkleid, das zwar singen kann, aber für den Kampf ungeeignet zu sein scheint. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg seines zukünftigen Lebens entscheiden und Lucys Leben vorzeitig beenden. Es beginnt ein brutaler Kampf in der Arena, bei dem Coriolanus schnell feststellt, dass sein Schicksal untrennbar mit Lucy Grays verbunden ist.

 Was passiert in „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange “?

Die zehnten Hungerspiele stehen vor der Tür. Und das Kapitol hat so einige Ideen, wie sich die Spiele interessanter gestalten lassen. Ein großer Teil davon ist Coriolanus Snow, der seinem Tribute als Mentor dienen soll. Coriolanus erhofft sich von dem Sieg Erleichterungen für seine Familie, denn obwohl Snow ein angesehener Name in Panem (insbesondere im Kapitol) ist, geht es ihm, seiner Cousine Tigris und seiner Großmutter nicht besonders gut. Sie haben auf das falsche Pferd gesetzt und ihr Geld verloren, allerdings versucht Coriolanus den Schein zu wahren und den Ruf seiner Familie aufrecht zu erhalten.

Bei der Ernte der Tribute hofft er auf ein besonders gutes Tribut, mit dem der Sieg quasi geschenkt wäre. Doch schlussendlich bleibt ihm nur das Mädchen aus Distrikt 12. Dieses Mädchen scheint aber anders zu sein. Zu allererst unterscheidet sie sich von den anderen Kindern aus dem Distrikt, da sie ein Regenbogenkleid zur Ernte trägt. Das war aber noch nicht alles. Auf dem Weg zur Bühne lässt sie eine Schlange frei und greift somit die Tochter des Bürgermeisters an. Coriolanus staunt nicht schlecht, als sie auf der Bühne auch noch anfängt zu singen und zu tanzen. Selbst die Friedenswächter konnten sich ein Lächeln nicht verkneifen. Coriolanus merkt, dass das Mädchen Biss hat und zu einer echten Persönlichkeit mutieren könnte. Und da beginnt die Geschichte um Lucy Gray Baird.

Gemeinsam überlegen sie sich, wie sie die anderen Tribute aus dem Spiel bringen können und Lucy Gray schleicht sich immer mehr in das Herz des jungen Coriolanus Snow. Er bringt ihr Essen in den Zoo, wo die Tribute in Affenkäfigen gehalten und nur kläglich von einer Tierärztin betreut werden. Die Vorstellung, dass Lucy Gray bald sterben wird, macht Coriolanus traurig und deshalb versucht er alles mögliche, um sich Taktiken für sie auszudenken. Auch wenn es da nicht immer mit rechten Dingen zugeht.

Der erste Satz:

„Coriolanus ließ den Kohl in den Topf mit kochendem Wasser gleiten und schwor sich, ihn eines Tages für immer von seinem Speiseplan zu verbannen.“

– Seite 11, Kapitel 1, Abschnitt 1

Wie hat mir „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ gefallen?

*Trommelwirbel* Es ist ein Highlight geworden!  *Tusch*

Das Buch war in meinen Augen ein richtig gelungenes Prequel. Ich war sofort wieder im Panem-Feeling drin und habe kleine Andeutungen mit einem Lächeln wahrgenommen. Doch sortieren wir das Ganze einmal.

Der Protagonist ist in diesem Band Coriolanus Snow, der jedem Panem-Leser als Präsident Panems bekannt sein dürfte. Wir lernen ihn jedoch als 18-jährigen Jungen kennen, den ganz andere Probleme herumplagen. Das Geld ist weg und die Unterkunft der Familie Snow bald auch. Er möchte sich wieder an die Spitze der Gesellschaft bringen und dafür scheint ihm jedes Mittel recht zu sein. Mir als Leserin erschien der Charakter Snow nun viel verständlich. Klar, war er früher einfach nur der Bösewicht, aber jetzt kann ich sein Verhalten zum Teil nachvollziehen. Ich bin der Meinung, dass Suzanne Collins hier richtig gute Arbeit geleistet hat, um die nachfolgende Story greifbarer zu machen.

Generell ist das Buch in drei Abschnitte unterteilt, die ich hier nicht näher erläutern möchte, da sie einiges spoilern könnten. Die einzelnen Kapitel haben eine ungefähre Länge von 15 bis 20 Seiten. In meinen Augen fand der Großteil der Spannung in den ersten beiden Abschnitten statt und der dritte Abschnitt hat sich etwas gezogen (um dann zum Ende hin aber wieder an Fahrt zuzunehmen).

Die Handlung war an einigen Stellen vorauszusehen, aber in anderen Teilen überhaupt nicht. Bestimmte Entscheidungen von Nebencharakteren haben den Lauf der Geschichte so gelenkt, wie ich es nicht erwartet habe. Und genau das hat „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ für mich auch ausgemacht. Ich wusste nicht, was der nächste Cut oder die nächste Richtung sein wird. 600 Seiten und trotzdem hat es für mich nicht an Stärke verloren.

Das Konzept der Hungerspiele ist natürlich grausam und das weiß vermutlich auch jede*r Lesende, dennoch fand ich es faszinierend, wie wir dahin gekommen sind, wo wir mit Katniss standen. Mentoren, Sponsorengeschenke, Wetten, Mutationen,… alles hat irgendwann mal seinen Anfang gefunden. Und wir als Leser finden auch heraus, wer die schreckliche Idee zu den Spielen hatte. Suzanne Collins hat mit diesem Buch einige Fragen geklärt, die damals noch übrig geblieben sind.

Selbstverständlich finden sich in diesem Prequel unzählige Andeutungen an die Trilogie. Angefangen bei dem weiblichen Tribut aus Distrikt 12 als Mittelpunkt, über bestimmte Lieder, die Spotttölpel, Standorte, Namen und so weiter. Besonders die Lieder der Covey (Lucy Gray Bairds Familie sind Covey, die eigentlich herumziehen und Musik machen und nirgendwo richtig zuhause sind, bis sie damals in Distrikt 12 eingesperrt wurden) und das Lied des Henkersbaums nehmen eine große Rolle in diesem Buch ein. Ich find Songtexte in Büchern meistens kompliziert, weil mir die Musik dazu fehlt und ich deshalb nicht weiß, wie ich das Lied dann lesen soll (strange, ich weiß, haha). Das war hier auch oft so der Fall. Aber als das „The Hanging Tree“ endlich kam, habe ich lauthals mitgesungen und das Lied auf Dauerschleife laufen lassen.

Ich könnte hier noch stundenlang über das Buch reden, weil es mich so begeistert hat. Wenn ihr Panem-Fans sein solltet und das Buch bis jetzt noch nicht gelesen habt, würde ich es euch nur ans Herz legen. Es bringt den Leser wieder zurück in die vertraute Welt des Kapitols und der Distrikte und erklärt einige Ereignisse, die zuvor ungeklärt geblieben sind. Ich bin ein großer, großer Fan von dem Buch!

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“

Autorin: Suzanne Collins
Übersetzung: Peter Klöss und Sylke Hachmeister
Titel: Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange
Verlag: Oetinger Verlagsgruppe
ISBN 978-3-7891-2002-2
Preis: 26€  für das Hardcover
Seiten: 608
Erschienen am: 19. Mai 2020                  


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3 Gedanken zu “„Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins – Es geht wieder zurück nach Panem

    1. Hi Maja 😊 Ich denke, dass es besser ist, die Trilogie vorher zu lesen, weil bestimmte Aspekte nicht näher beschrieben werden und man so besseres Hintergrundwissen hat. ❤️
      Aber es ist nicht zwingend notwendig und es würde auch anders herum funktionieren. 😇
      Liebe Grüße

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