„The Belles – Königreich der Dornen“ von Dhonielle Clayton – Die Fortsetzung in der skrupellosen Welt, in der Schönheit alles zählt

ACHTUNG: HIERBEI HANDELT ES SICH UM EINE FORTSETZUNG

Den ersten Teil kaum aus der Hand gelegt, griff ich direkt zum zweiten Teil der „The Belles“-Reihe, um genau da fortzusetzen, wo ich aufgehört hatte. Dadurch, dass der erste Teil förmlich nach fiesem Cliffhänger schreit, war ich sehr glücklich, nicht erst noch auf den zweiten Teil zu warten.

Klappentext:

Schillernd, spektakulär, skrupellos – die Revolution um die Macht der Schönheit beginnt!

Camelia, die Favoritin der Belles, ist auf der Flucht. Schnellstmöglich muss sie die kranke Prinzessin Charlotte finden, die spurlos verschwunden ist. Sie soll zur neuen Königin werden und ihre teuflische Schwester Sophia ablösen. Doch Sophia weiß um Camelias Plan und hetzt ihre Soldaten auf die flüchtige Belle. Der treue Rémy weicht Camelia nicht von der Seite, aber da ist auch immer noch Auguste, der ihr einfach nicht aus dem Kopf will – obwohl er ihr das Herz gebrochen hat. Doch Camelia darf nicht der Vergangenheit nachtrauern, denn ihre Feinde lauern überall, sogar an Orten, an denen sie sie am wenigsten erwartet …

 Was passiert in „The Belles – Königreich der Dornen “?

Camelia ist auf der Flucht vor der baldigen Königin Sophia. Nachdem Sophias Mutter gestorben ist und die rechtmäßige Thronerbin Charlotte sterbenskrank ist, eifert Sophia auf die Krone. Koste es, was es wolle. Doch Camelia hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, wenn Sophia Macht verliehen wird. Denn obwohl Charlotte bis vor wenigen Tagen noch im Palast lag und versorgt wurde, ist sie nun spurlos verschwunden und laut Sophias Angaben auch schon von ihnen gegangen. Aus diesem Grund versuchen die ehemalige Favoritin Camelia und Rémy die eigentliche Königin zu finden.

Doch die Suche wird ihnen deutlich erschwert, da im ganzen Königreich Suchplakate mit ihren Gesichtern angebracht wurden. Jedes Kind in diesem Land weiß, dass die beiden dringend gesucht werden. Glücklicherweise entdeckt Camelia mit einer ihrer Schwestern eine neue Fähigkeit, die sie bisher für unmöglich gehalten haben. Sie können ihr eigenes Aussehen modifizieren. Sie nennen diese Fähigkeit „Glamour“. Allerdings kostet es die Belles enorme Anstrengungen sich darauf zu konzentrieren, wie sie in dem Moment erscheinen sollen. Doch um von einer Insel zur nächsten zu kommen, muss es erst einmal reichen.

Zur gleichen Zeit verschärft Sophia die Kontrollen im ganzen Land und führt Ausgangssperren bzw. Sperrstunden ein. Wachen und Soldaten streifen durch die kleinen Gassen der Inseln und kontrollieren jeden, der sich außerhalb seiner Unterkunft aufhält. Im Palast wird unterdessen die Vermählung zwischen Sophia und Auguste geplant. Und genau dieser Auguste geht Camelia nicht mehr aus dem Kopf. Er hat ihr schöne Augen gemacht und dabei doch nur für Sophia gearbeitet. Er hat Camelia hintergangen. Deshalb ist sie noch erstaunter, ihn bei ihrer Reise zu treffen …

Der erste Satz:

„Maman hat mir nie erklärt, was ich tun soll, wenn die Welt auseinanderfällt wie ein Kleid, das an den Nähten reißt, bis die Perlen daran in weit entfernte Ecken rollen, der Stoff nur noch ein Sturm aus zerrissenen Fetzen, die zerstört und unkenntlich zurückbleiben.“
– Kapitel 1, Seite 11

Wie hat mir „The Belles – Königreich der Dornen“ gefallen?

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Wie schon im ersten Teil hat mich das Setting komplett von sich überzeugt. Ich habe mir ausgemalt, wie die einzelnen Inseln wohl aussehen mögen und wie Camelia wohl aussieht. Dem Leser wurde viel Raum für Spekulationen gelassen und dennoch ein wunderschöner Ort geschaffen, an den man sich gerne träumt.

Die Handlung im zweiten Teil hat mich an vielen Stellen mitgerissen, aber auch an einigen Stellen zurückgelassen. Ich habe oft verstanden, warum gerade Camelia so handelt, wie sie handelt. Aber dennoch fand ich viele Stelle missverständlich und hätte mir einiger Erklärung gewünscht. Nichtsdestotrotz war ich von dem Verlauf begeistert. Selbstverständlich waren einige Handlungen vorhersehbar, aber dennoch wurde man von einigen Szenen überrascht. Darauf gehe ich aber nicht näher ein, um niemanden zu spoilern.

Die Charakterentwicklung von Camelia habe ich als sehr positiv wahrgenommen. Sie ist reifer geworden im Vergleich zum ersten Teil. Sie handelte durchdachter und wirkte nicht mehr so naiv. Das hat mir wirklich gut gefallen.
Mein Lieblingscharakter bleibt aber Rémy, weil er mich immer an eine Mischung aus Tom Austen und Rocky Marshall erinnert hat (bzw. an ihre Rollen in der Serie „The Royals“). Bei ihm kann man sich sicher fühlen und er bringt einen auch noch zum Lachen und ist klug.

Der Schreibstil hat sich meiner Meinung schon deutlich vom ersten Teil unterschieden. Alles wirkte irgendwie flüssiger und verständlicher. Vielleicht lag es daran, dass die Autorin hier nicht so lange an dem Manuskript gearbeitet hat.
Allerdings hat sie leider einen schweren Schicksalsschlag während des Schreibprozesses erleiden müssen, was mich beim Danksagungslesen mitgenommen hat.

„Was ist die Wahrheit in Orléans?“, fragt Lady Arane nachdenklich, dann wendet sie sich an mich. “ Du und deine Schwestern habt eure gesamte Existenz damit verbracht, Erscheinungen zu verändern, die Realität zu verschieben, oberflächlichsten Launen Gestalt zu verleihen. Diese Welt ist aus einem verfaulten, giftigen Samen erwachsen – und jetzt ist alles mit dieser Krankheit infiziert. Jeder verbringt seine gesamte Zeit mit dem Versuch, auszusehen wie jemand anderes. Die Massen werden glauben, was man ihnen präsentiert, solange es verlockend und schön ist. Dank euch haben sie keine Vorstellung mehr davon, was real ist – was wahr ist.“
– Seite 280, Kapitel 28

Auffällig ist, dass dieser Teil nicht mit der Moralkeule um die Ecke kommt. Im ersten Teil ging es verstärkt um den Umgang mit Schönheit und der Modifikation des eigenen Körpers. Hier wird Camelia zwar auch mit Menschen konfrontiert, die diese Kultur komplett ablehnen, aber das Thema wurde aus dem Fokus genommen. Das ist auf der einen Seite schade, aber auch verständlich. Hier geht es um den Sturz von Sophia und nicht mehr um die Geschäfte mit der Schönheit. Ich persönlich habe mir nur gerne vorgestellt, wie diese Behandlungen ablaufen und was genau da passiert. Das hat für mich den Reiz im ersten Teil ausgemacht. Nichtsdestotrotz passt die Entwicklung gut in die Geschichte.

Schlussendlich bildet „The Belles – Königreich der Dornen“ einen phänomenalen Abschluss der Dilogie. Es knüpft nahtlos an den ersten Teil an und holt den Leser direkt ab. Ich konnte mit dem Ende ganz gut leben, auch wenn ich hier natürlich kein Wort darüber verloren habe. Wer von dem ersten Teil schon verzaubert hat, wird es auch vom zweiten Teil sein.

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst einmal ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „The Belles – Königreich der Dornen

Autorin: Dhonielle Clayton
Titel: The Belles – Königreich der Dornen
Übersetzung: Vanessa Lamatsch
Verlag: Planet! Von Thienemann-Esslinger
ISBN 978-3-522-50584-0
Preis: 19€  für das Hardcover mit transparentem Schutzumschlag
Seiten: 400
Erschienen am: 13. März 2020


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