Mein Lesemonat Januar – Viele Highlights und einige Lowlights

Der Januar hat sich wie Kaugummi gezogen und dementsprechend viele Bücher habe ich überraschenderweise gelesen. So viel wie in dem vergangenen Monat habe ich bestimmt seit 8 Jahren nicht mehr gelesen. Einen erheblichen Anteil daran hat natürlich die Hörbuch-Liebe, die mich wieder gepackt hat. Dank meines Bibliotheksausweises habe ich nahezu unbegrenzten Zugang über die Online-Dienste und Dank des Glatteises in den letzten Wochen bin ich häufig zu Fuß (statt mit dem Rad) unterwegs gewesen und hatte viel Zeit zum Hörbuchhören. Einige glückliche Umstände sind also zusammengekommen. 

Meine 7 beendeten Bücher: 

Erebos 3 von Ursula Poznanski 

Ich bin mit der Erebos-Reihe aufgewachsen und habe das Gefühl selbst mit dem Spiel älter zu werden. Den dritten Teil habe ich mir also direkt nach Hause bestellt und dann zwischen den Jahren gelesen.


Fazit: Spannende Fortsetzung der bekannten Reihe. Es gab noch Optimierungsmöglichkeiten was beispielsweise KI oder andere neue Technologien betrifft. Die Geschichte war interessant, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Leider gab es zwischendrin einige wenige Erzählfehler. Nichtsdestotrotz für alle Erebos-Fans eine unterhaltsame Lektüre

Bombenkopf von Phia Quantius 

Mir wurden bereits einige Videos von Phia in meine Instagram-Timeline gespült und ich war schon länger daran interessiert, ihr Buch zu lesen. Nun habe ich es mir von ihr vorlesen lassen.


Fazit: Als Person, die nicht von Migräne betroffen ist, habe ich unglaublich viel gelernt. Ich finde es bemerkenswert, wie Phia über die Erkrankung und ihr Leben berichtet. Insbesondere die Szenen aus ihrer Kindheit sind mir in Erinnerung geblieben. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch sowohl für Migräniker:innen als auch Personen wie mir ohne Migräneerfahrung hilfreich sein kann. Empfehlenswert! 

Der Bademeister ohne Himmel von Petra Pellini 

Das Buch habe ich auf eine Empfehlung hin gelesen (bzw. mir wieder vorlesen lassen). Es geht um Hubert, der an Demenz erkrankt ist und bald sterben wird. Es geht um die Teenagerin Linda, die regelmäßig bei Hubert vorbeischaut und eigentlich selbst gerne sterben würde. Und es geht um Ewa, die eigentliche Pflegekraft von Hubert. Wir wissen, dass Hubert sterben wird, daran führt kein Weg vorbei.


Fazit: Ein solides Buch, das sich mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Erkrankung Demenz auseinandersetzt. Allerdings hat mich Lindas Gefühlswelt ein wenig kaltgelassen, weil sich die Welt irgendwie immer nur um sie gedreht hat. Ich hätte gerne bei über Hubert und Ewa erfahren. Die Überraschung zum Ende hin war so schnell abgearbeitet und hat Linda kaum berührt und trotzdem ihre gesamte Weltansicht geändert?! 

Marzahn mon Amour von Katja Oskamp 

Das Buch stand auch schon länger auf meiner Wunschliste. Aber es zu lesen habe ich irgendwie immer aufgeschoben. Als Hörbuch von der Autorin selbst gelesen, hat mir den Zugang zu dem Buch erleichtert. Es geht um die Erfahrungen, die die Autorin gesammelt hat, als sie in Marzahn als Fußpflegerin gearbeitet hat. Die Begegnungen mit den Menschen und die Gespräche machen das Buch einzigartig. 

Fazit: Das Buch ist interessant, aber reproduziert einige Klischees (sowohl über Marzahn als auch über bestimmte Gruppen von Menschen). Der Erzählstil ist locker und man kann sich als Leser:in gut vorstellen, wessen Füße man jetzt vor Augen hat. Ich denke, dass ich mit Mitte 20 auch noch ein paar Jahre zu jung für dieses Buch war. Ich hätte mir manchmal eine inklusivere Sprache gewünscht, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich auch viele Sachbücher in diesem Bereich in der letzten Zeit gelesen/gehört habe.  

People Pleasing – Raus aus der Harmoniefalle und weg mit dem schlechten Gewissen von Dr. Ulrike Bossmann 

Auch hier – ich wiederhole mich – haben wir ein Buch, was schon monatelang auf meiner Wunschliste stand und mir zum Lesen aber immer die Muße gefehlt hat. Bei meiner Bibliothek war das Buch online aber gerade als Hörbuch verfügbar, deshalb habe ich es mir angehört. Dem Titel entsprechend handelt das Buch vom People Pleasing. Also dem Verhalten von Menschen, die zwanghaft allen Menschen gefallen wollen und möglichst alles richtig machen wollen, ohne dabei sich selbst zu beachten.


Fazit: Ich bin einfach keine People Pleaserin. Das habe ich in dem Buch über mich gelernt. Mir ist mein Wohlergehen immer wichtig. Natürlich gibt es Situationen, in denen ich nicht negativ auffallen möchte und vielleicht eine Aufgabe mehr übernehme, als mir gerade gut tut, aber nicht in diesem Ausmaß. Dementsprechend konnte ich aus diesem Buch nicht all zu viel mitnehmen. Außerdem gibt es viele Übungen zu dem Thema, was prinzipiell erstmal toll ist, aber eben nicht wirklich als Hörbuch geeignet ist. Dieses Buch würde ich also interessierten Leser:innen als physisches Buch oder digitales Buch empfehlen.  

Pick me Girls von Sophie Passmann

Es ist mir fast schon peinlich zuzugeben, wie lange ich an diesem Buch gelesen habe. Erst habe ich es auf meinem eReader begonnen und irgendwann hat mir das Interesse gefehlt weiterzulesen. Und (Überraschung) als Hörbuch habe ich es dann auf meinen vielen Spaziergängen einfach mal zu Ende gehört. Es wird ebenfalls von der Autorin selbst gelesen, was mir immer ganz gut gefällt. Insbesondere bei Werken, die wie dieses viele biografische Aspekte beinhalten. 

Fazit: Mein Geständnis vom Anfang soll absolut gar nichts über die Qualität des Buches aussagen! Ich fand es wirklich interessant über das Thema nachzudenken und von Sophie Passmann erzählt zu bekommen. Die unterschiedlichen Aspekte des Feminismus und die Auswirkungen der letzten ca. 20-30 Jahre sind insbesondere für mich sehr spannend gewesen. Ich gehe nicht in allen Punkten mit der Autorin mit, aber das muss man ja auch nicht. Nichtsdestotrotz hilft eine Auseinandersetzung mit unangenehmen Themen und eine Reflexion über die eigenen Verhaltensweisen die Vergangenheit und Gegenwart besser zu verstehen. 

Nur noch ein einziges Mal von Colleen Hoover 

Dieses Buch sticht in dieser Reihe so heraus. Es passt nicht mal in meinen Augen zu den anderen Büchern. Und ich kenne es eigentlich auch schon. In meiner Bibliotheksapp war es allerdings gerade unter der Kategorie „Warteliste überspringen“ und ich dachte mir „Wieso nicht“. Nach dem Hören wusste ich wieder, wieso. 

Fazit: Das Thema „Häusliche Gewalt“ ist wichtig und ich finde es auch wichtig, dass dem hier in dem Buch und in dem Kinofilm eine Stimme gegeben wird, sodass Betroffene sich wiederfinden und einen Ausweg finden können. Aber hat es die unrealistischen und cringen spicy Szenen gebraucht? Ich kann damit persönlich einfach gar nichts anfangen. Und es hat sich wie ein Rückschritt angefühlt, nach all den empowernden Büchern über Feminismus und starke Frauen dann das zu lesen. Ich kann es nicht anders sagen.   

(Dann habe ich noch „Sag die Blauen Flecke kommen vom Spielen“ von Betty Taube und „Nemesis’ Töchter“ von Tara-Louise Wittwer begonnen. Aber dazu dann vielleicht bald mehr!) 

Eure Aylin 


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