So langsam beginnt wieder die herbstliche Thriller-Saison und ich habe eine neue Rezension zu einem vielversprechenden Titel namens „Schwarzes Wasser“ von S.K. Tremayne. Das ist der Autor zu „Die Stimme“, von dem ich damals richtig begeistert war.
Klappentext:
Ein morbides Hotel, eine traumatisierte Heldin, Wintereinbruch auf einer einsamen Insel:
»Schwarzes Wasser« von Bestseller-Autor S. K. Tremayne ist ein hochatmosphärischer Gänsehaut-Thriller mit einem Mix aus Locked-Room-Setting und Psycho-Grusel.
Eine einzige Nacht verwandelt den Traum der jungen Hotelmanagerin Hannah in einen Alptraum: Die Mittsommerparty sollte der Höhepunkt der Saison für ihr Luxushotel auf einer einsamen kleinen Insel mitten im wildromantischen Fluss Blackwater werden. Doch das rauschende Fest endet in einer Katastrophe, als mehrere Gäste im mondbeschienenen Fluss ertrinken.
Hannah entwickelt daraufhin panische Furcht vor Wasser, die sie buchstäblich auf der Insel gefangen hält. Selbst als sich das Hotel mit dem Wintereinbruch endgültig leert, kann sie nicht fort. Mittlerweile ist sie überzeugt, dass die schreckliche Nacht kein Unfall war. Warum weigert sich ihre Schwester, die auch im Wasser war, darüber zu sprechen?
Hannah ist allerdings nicht so einsam auf der Insel, wie sie glaubt: Nicht nur die Geister der Toten sind bei ihr geblieben, sondern auch jemand, der um jeden Preis verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
Wie schon in seinem Bestseller »Eisige Schwestern« spielt S. K. Tremayne virtuos auf der Klaviatur unserer Ängste. Mit der wildromantischen Insel mitten im Fluss Blackwater hat der Thriller-Autor das perfekte Setting für einen Psychothriller geschaffen, in den sich Schritt für Schritt das Grauen einschleicht.
Was passiert in „Schwarzes Wasser“?
Wir befinden uns auf einer einsamen Insel, auf dem sich eigentlich nichts weiter als ein Hotel befindet und begleiten die Protagonistin Hannah. Sie ist quasi gefangen auf der Insel. Seit der Mittsommerparty vor einigen Monaten hat sie so große Angst vor dem Wasser, was die Insel umschließt, dass sie die Insel nicht verlassen kann. Sie ist in dem Hotel als Social Media und Marketing-Managerin angestellt und darf in einem der Zimmer wohnen. Mit den sinkenden Temperaturen im Winter bleiben auch die Gäste allmählich aus und das Hotel leert sich. Doch darüber hinaus bleiben die Buchungen auch aus, weil es eine Hetzkampagne gegen das Hotel im Internet gibt. Sie bezieht sich auf die besagte Mittsommerparty, bei der nämlich mehrere Gäste im Fluss ertrunken sind.
Hannah glaubt nicht, dass es sich um einen Unfall gehandelt hat. Es muss einen Grund gegeben haben, weswegen die Gäste in den Fluss gegangen sind, obwohl sie von den gefährlichen Strömungen gewusst haben. Sie versteht nicht, warum ihre Schwester, die ebenfalls im Wasser war, kein Sterbenswörtchen darüber verliert.
Und während Hannah sich Gedanken über jene Nacht macht, gerät sie ins Visier von jemandem, der nicht möchte, dass die damaligen Ereignisse aufgeklärt werden.
Der erste Satz:
„Wasser. Einfach Wasser.“
Seite 11, Kapitel 11 Hannah Heute

Wie hat mir „Schwarzes Wasser“ gefallen?
Das Setting und die Beschreibung der Geschichte haben mich richtig gecatched und ich war mir sicher, dass ich miträseln kann und einige spannende Lesestunden vor mir liegen werden.
Das Buch spielt an einigen Stellen mit Astrologie, weswegen zwischendurch Tarotkarten abgebildet werden. Mit diesem Handlungszweig kann ich persönlich nicht ganz so viel anfangen, weil ich in dieser Welt nicht so wirklich drin stecke. Die Schwester von Hannah glaubt nämlich an spirituelle Geschichten und Kräfte.
Der Handlungsort ist eigentlich sehr kreativ und ich kann mir insbesondere in der kalten Jahreszeit vorstellen, dass eine einsame verlassene Insel in Großbritannien ein Sehnsuchtsort sein kann. Mir haben sich im Zusammenhang mit Hannahs Angst viele Fragen gestellt. Es ist ein großer Punkt der Geschichte, dass Hannah wegen ihrer Angst vor dem Wasser die Insel nicht verlassen kann. Irgendwie dachte ich mir die ganze Zeit, dass es doch eine Möglichkeit geben muss… Da hat der Autor es in meinen Augen nicht geschafft, wirklich jeglichen Zweifel auszulöschen.
Im Grunde entwickelt sich die Geschichte relativ langsam und plätschert so dahin. Mir hat es an Spannung, Cliffhängern und Plottwists gefehlt, weswegen ich mich stellenweise beim Lesen gelangweilt habe. Der einzige spannende Plottwists befindet sich mitten im Buch und da hatte ich kurz gehofft, dass die Geschichte so etwas nochmal für mich bereit hält. Die Auflösung war durchdacht und an den meisten Stellen auch logisch, dennoch habe ich mir etwas Ungewöhnlicheres gewünscht.
Wir begleiten im Übrigen nicht nur Hannah in dem Hotel, sondern auch ihre Schwester in der Vergangenheit bei der Mittsommerparty. Diese Szenen waren für mich deutlich interessanter, weil man als Leser:in schon wusste, dass am Ende dieses Tages etwas Spannendes und Entscheidendes passieren wird.
Schlussendlich konnte mich „Schwarzes Wasser“ leider nicht begeistern und ich würde Leser:innen weiterhin eher „Die Stimme“ des Autoren empfehlen. Wer jedoch auf der Suche nach Outdoor-Krimi, Intrigen und Hotellerie-Setting ist, kann sich „Schwarzes Wasser“ durchaus ansehen.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Aylin
Informationen zu dem Buch „Schwarzes Wasser“
Autor: S.K. Tremayne
Übersetzung: Susanne Wallbaum
Titel: Schwarzes Wasser
Verlag: Droemer Knaur
ISBN 978-3-426-52720-7
Preis: 14,99€ für das Taschenbuch
Seiten: 416
Erschienen am: 02. November 2022
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