Herbstzeit bedeutet bei mir immer Thriller-Zeit. Da hat es unfassbar gut gepasst, dass Claudia Giesdorf ihr neues Buch „Blinde Lüge“ im Oktober herausgebracht hat. Ihre vorangegangen Bücher „Seelenschnitte“ und am „Das Licht am Ende“ haben mich immer begeistern können. Deshalb war ich gespannt, was sich dieses Mal zwischen den Buchdeckeln verbirgt.
Ich habe auch ein Interview mit Claudia geführt, dass ihr euch hier durchlesen könnt: Mein Interview mit Claudia (Wie ist es, einen Thriller zu schreiben?)
Klappentext:
Eine junge Frau zieht mit ihrem neuen Freund in das Herrenhaus seiner Eltern. Vom ersten Tag an fühlt sie Dinge, die nicht sein können. Dabei muss sie sich auf die alte Adelsfamilie verlassen, denn sie selbst ist vorrübergehend blind. Mystery, Crime und Thrill mitten in Brandenburg. Eine Unachtsamkeit mit Folgen Von einer Sekunde auf die andere ist Katalina Breitenbachs Welt dunkel. Nach einem Unfall ist sie gezwungen, ihre Augen zu überkleben und ihre Genesung in die Hände ihres neuen Freundes zu legen. Sie zieht mit ihm in das geschichtsträchtige Herrenhaus seiner Eltern, wo sie liebevoll aufgenommen und umsorgt wird. Vergangenes, das nicht ruht Schnell wird Katalina klar, dass auf dem Anwesen etwas vor sich geht – ganz so, als befände sich außer ihnen noch jemand dort. Doch niemand scheint zu sehen, was Katalina spürt. Und als sie endlich die Pflaster abnimmt, steht sie vor einem undurchdringlichen Netz aus Lügen, das im Schutz der Dunkelheit um sie gewoben wurde.
Was passiert in „Blinde Lüge“?
Katalina kann nichts mehr sehen. Nach einem unglücklichen Unfall beim Streichen ihrer Wohnung hat sie sich die Augen verätzt und muss temporär Pflaster auf den Augen tragen. Da sie diese Zeit nicht im Krankenhaus verbringen möchte, hat sich ihr neuer Freund Milo angeboten, Katalinas Pflege im alten Herrenhaus seiner Eltern zu übernehmen. Da Katalina nichts sieht, stellt sie sich in bunten Farben vor, wie das alte Haus in Brandenburg wohl aussehen mag. Wie es für alte Gemächer üblich ist, „lebt“ das Haus selbst und macht viele Geräusche. Knacken und Rauschen an jeder Ecke. Doch daran wird Katalina sich schon gewöhnen – glaubt sie. Doch irgendwas ist faul an diesem Haus. Nachts fühlt sich Katalina beobachtet und auch wenn sie allein in dem Haus sein sollte, ist Katalina nicht allein.
Sie holt sich Hilfe bei ihrem ehemaligen Therapeuten Herrn Yildiz. Sie schickt ihm Sprachnachrichten und schildert ihm ihre Situation. Er ist sich sicher, dass Katalinas Angst auf ihre Angststörung zurückzuführen ist und rät ihr zu rationalen Tipps. Doch wenn Katalina sich schon nicht auf ihren Sehsinn verlassen kann, dann muss sie sich immerhin noch auf ihr Bauchgefühl verlassen können.
Der erste Satz:
„Zum Schluss gibt es noch eine kleine Ankündigung.“
Eine Woche vor der Nacht, in der alles endete, Seite 9

Wie hat mir „Blinde Lüge“ gefallen?
Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner! Zum Schluss konnte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen und musste unbedingt wissen, wie es ausgeht.
Wir starten mit der Prämisse in „Blinde Lüge“, dass irgendwas faul an der gesamten Geschichte ist. Deshalb habe ich an jeder Ecke mit einem Komplott oder einer Falle gerechnet. Bildet sich Katalina alles nur ein? Ist sie vielleicht alleine in dieses Haus gefahren? Ist sie Teil einer riesengroßen Fernsehshow (wie bei der Truman-Show)? Alles hätte möglich sein können, doch am Ende ist es doch anders gekommen, als ich es erwartet habe.
Die Protagonistin Katalina ist von der Autorin tiefgründig gezeichnet worden. Sie hat eine bewegende Vergangenheit, Geheimnisse und einen starken Charakter. Durch ihren Job als Podcastproduzentin hat sie ein Näschen für Zusammenhänge und hakt lieber zweimal mehr nach. Das fand ich sehr gut, weil es doch oft in Thrillern ist, dass die „Opfer“ naiv an die ganze Sache herangehen und zu allem Ja und Amen sagen.
Durch die Tatsache, dass Katalina nichts sehen kann, haben wir als Lesende auch nichts gesehen. Das Buch wird aus ihrer Perspektive erzählt und ich find es bemerkenswert, wie die Autorin es geschafft hat, als Sehende in die Welt der Dunkelheit zu tauchen und die anderen. Sinne in den Vordergrund treten zu lassen. Wie plötzlich jedes kleinste Geräusch zu viel werden kann und zu einer Kakophonie des Grauens anschwellen kann.
Natürlich – und ich denke so ist es bei jedem Horrorfilm oder Psychothriller – würde man an manchen Stellen gerne schreien: „Jetzt mach das doch nicht!“ oder „Ruf doch endlich mal die Polizei!“. Aber in so einer Ausnahmesituation werden rationale Lösungen plötzlich unerreichbar oder unschlüssig, deshalb kann ich verstehen, wie Katalina gehandelt hat.
Als kleines Schmankerl hat Claudia Giesdorf die Parts mit dem Therapeutin tatsächlich eingesprochen und ihr könnt euch die Sprachnachrichten tatsächlich anhören. Es gibt über den Kapiteln QR-Codes, mit denen ihr die Audios aufrufen könnt. Um ehrlich zu sein, war ich beim Leseprozess zu aufgeregt und nervös, was nun kommen wird, um sie mir direkt anzuhören. Aber es ist echt genial umgesetzt! Hört es euch unbedingt (wenn auch im Nachhinein) an!
Das Ende (ich versuche natürlich nicht zu spoilern!) hat mich umgehauen! Es war wieder sehr fitzekesk. Wenn man denkt, man hat die Lösung schon herausgefunden, kommt auf der nächsten Seite wieder etwas, was alles ins Wanken bringt und die letzten 250 Seiten in Frage stellt. Grandios!
Schlussendlich kann ich „Blinde Lüge“ allen Lesenden ans Herz legen, die auf der Suche nach einem packenden Pageturner a la Fitzek sind! Die Geschichte hallt immer noch in mir nach und ich bin auf der Suche nach dem Knackpunkt, an dem ich die Lösung schon früher hätte erahnen können. Aber ich komme nicht drauf.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal genauer ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Aylin
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Informationen zu dem Buch „Blinde Lüge“
Autorin: Claudia Giesdorf
Titel: Blinde Lüge
Verlag: Nova MD
ISBN 978-3985955039
Preis: 13,99€ für das Taschenbuch
Seiten: 308
Erschienen am: 31. Oktober 2022
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