Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal ein Buch von den Shustermans gelesen. „Dry“ hat mich absolut gecatcht und war ein Highlight. Demnach waren meine Hoffnungen groß, dass die Neuerscheinung „Roxy“ ebenso gut sein wird.
Klappentext:
Als Isaac der überirdisch schönen Roxy begegnet, zieht sie ihn sofort in ihren Bann. Er fühlt sich lebendig wie nie, alles ist leicht und nichts scheint unmöglich. Isaac ahnt nicht, dass Roxy kein normales Mädchen ist, sondern eine Droge, hergestellt in einem Labor, um die Menschen von ihrem Schmerz zu befreien. Und Millionen Menschen lieben sie dafür. Doch das ist Roxy nicht genug. Sie will beweisen, wie tödlich sie ist.
Neal und Jarrod Shustermans neuer Fantasy-Thriller über ein hochaktuelles Thema: die im wahrsten Sinne toxische Liebesgeschichte zwischen Mensch und Droge – schillernd & gefährlich.
Erzählt aus der Perspektive der Droge – Stell dir vor, Drogen wären Menschen wie du und ich … Was würden sie fühlen, denken und wovon würden sie heimlich träumen?
Was passiert in „Roxy“?
Isaac ist ein durchweg durchschnittlicher Junge. Er geht zur Schule, hat eine Schwester und spielt Fußball. Allerdings spielt er so gut Fußball, dass er die Möglichkeit auf ein Stipendium hat. Seine kleine Schwester Ivy beigt an einigen Kreuzungen falsch ab und verscherzt es sich so manchmal mit ihren Eltern. So auch an dem Abend, an dem Roxy beginnt. Sie ist bei ihrem Freund, der eine Party gibt, obwohl sie eigentlich zuhause sein sollte. Also macht sich Isaac los und will sie abholen. Dabei gibt es einen Streit zwischen Isaac und Ivys Freund, der mit einem verstauchten Knöchel auf Isaacs Seite endet. Das ist äußerst suboptimal für seine Fußball-Karriere, aber immerhin hat er Ivy vor dem Drogentütchen retten können, was ihr Freund in den Händen gehalten hat.
Einige Tage später hat Isaac immer noch Schmerzen im Knöchel und seine Oma gibt ihm eine ihrer Schmerztabletten, die ein wenig stärker zu sein scheint als das verschreibungsfreie Zeug. Und so lernen Roxy und Isaac sich kennen. Und sie werden nicht so schnell voneinander loslassen können.
Nebenbei gehen Isaacs und Ivys Eltern mit Ivy zum Arzt, denn sie hat eine Aufmerksamkeitsstörung. Bereits in ihrer Kindheit hat sie Medikamente genommen, die ihr geholfen haben, sich zu konzentrieren. Allerdings haben diese Medikamente Nebenwirkungen. Doch da ihre Versetzung in der Schule gefährdet ist, beschließt sie, es nochmal mit Adderall zu probieren. Und tatsächlich kann sie sich nun besser konzentrieren und ihre Noten verbessern sich schlagartig.
Der erste Satz:
„Ich bin kein Superheld.“
Kapitel 1, Naloxon

Wie hat mir „Roxy“ gefallen?
Ich weiß wirklich nicht, wann mich das letzte Mal ein Buch so abholen konnte. Es war grandios!
Die Protagonist:innen in „Roxy“ sind nicht nur Ivy und Isaac. Es sind auch die Drogen selbst, die wie griechische Gottheiten inszeniert worden sind. Sie leben in unterschiedlichen Gruppen/Familien und haben bestimmte Aufgaben. Roxy verliebt sich innerhalb der Geschichte in Isaac und will ihn nicht loslassen. Außerdem haben Roxy und Adderall eine Wette am Laufen, die beinhaltet, dass eine:r der beiden den Schützling mit zur Party bringt. Das bedeutet in den meisten Fällen aber den Tod für die Menschen. Ich finde die Idee, den Drogen Charaktereigenschaften zu geben, sehr passend. Sie werden nicht nur verteufelt, sondern es wird ihnen ein mehr oder weniger komplexer Charakter anerkannt. Es entsteht eine Dynamik zwischen den Drogen (z.B. ist Al [=Alkohol] immer dabei und der Freund von jeder:m).
Was mir an „Roxy“ auch sehr gefallen hat, ist die Ausgangssituation für Isaac. Beim Lesen habe ich keinen klischeebehafteten Teenager vorgefunden, sondern einen sportlichen jungen Schüler. Die erste Berührung mit Roxy ist so gewöhnlich, wie es vermutlich häufig vorkommt. Die liebenswerte Oma wollte ihrem Enkel helfen und ihm die Schmerzen nehmen. Sie hatte nicht das Bedürfnis, ihn drogenabhängig zu machen.
Ivys Geschichte hat mich ebenfalls berührt, obwohl sie nicht so im Fokus war. Das Mädchen mit ADHS bekommt ein Medikament verschrieben, was ihr hilft, aber was auch sehr viele Nebenwirkungen hat und medizinisch eventuell engmaschiger betreut werden sollte. In Deutschland wird Adderall übrigens nicht bei ADHS verschrieben, da es ein Amphetamin ist. Hier ist die Gabe von Ritalin gebräuchlicher, was aber eine kürzere Wirkzeit hat.
Der Beginn des Buches enthält ein kleines Foreshadowing, weswegen der folgende Abschnitt eventuell eine Spoilerwarnung enthält. Wir starten mit der Prämisse in das Buch, dass eine jugendliche Person mit dem Namen I. Ramey sterben wird und nicht mal von zwei Sanitäter:innen und dem Medikament Naloxon gerettet werden kann. Das ist bitter, aber erzeugt direkt von Beginn an Spannung. Wer der beiden wird es sein?
Ein weiteres Schmankerl in dem Buch sind die ersten Seiten der neuen Kapitel. Sie enthalten immer ein Wort, welches im Zusammenhang mit der Geschichte steht. Es lässt sich aus den dickgedruckten Buchstaben bilden. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber es war immer wieder schön zu raten.
Schlussendlich bin ich absolut begeistert von „Roxy“ gewesen! Ich war genau in der richtigen Stimmung für dieses Buch und konnte mich total auf die Geschichte einlassen. Allerdings schreiben die Autoren zu Beginn des Buches auch, dass die Lektüre dessen für Menschen, die ebenfalls eine Medikamentensucht haben, intensiv sein wird.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Aylin
Informationen zu dem Buch „Roxy“
Autoren: Neal und Jarrod Shusterman
Übersetzung: Kristian Lutze, Pauline Kurbasik
Titel: Roxy
Verlag: Sauerländer aus dem Fischer Verlag
ISBN 978-3-7373-6120-0
Preis: 16,-€ für das Paperback
Seiten: 448
Erschienen am: 23. Februar 2022
Entdecke mehr von Welt voller Bücher
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
Pingback: 5 Last-Minute-Geschenketipps für das Bücherregal! – Welt voller Bücher