Im letzten Jahr habe ich bereits „Dry“ von Shusterman gelesen und war völlig hin und weg von der kompletten Idee und der Umsetzung, weswegen ich mich gefreut habe, dass der Fischer-Verlag mir die Neuerscheinung „Game Changer“ zur Verfügung gestellt hat. So hatte ich die Möglichkeit, eine weitere Welt von Shusterman zu entdecken.
Klappentext:
Stell Dir vor, du könntest die Welt verändern … Welche Entscheidung triffst Du?
Ash ist ein weißer, heterosexueller cis-Junge aus der Mittelschicht. Er hält sich selbst für einen guten Kerl, aber nicht gerade für den Mittelpunkt des Universums. Bis er eines Freitags in eine andere Dimension katapultiert wird, in der er genau das ist – der Mittelpunkt des Universums! Damit verfügt ausgerechnet Ash nun über die Macht, die Welt zu verändern. Doch irgendetwas geht schief, und Ash führt – aus Versehen – die Rassentrennung wieder ein. Natürlich will er das wieder geradebiegen, aber: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen.
Ein Social Thriller der Extraklasse über eine durch und durch ungerechte Welt wie unsere.
Was passiert in „Game Changer“?
Ash ist eigentlich relativ durchschnittlich und fällt nicht sonderlich auf. Ein weißer, heterosexueller, cis-Junge auf einer Schule. Durch sein Hobby ist er es gewohnt, körperlich nicht gerade zimperlich zu sein. Er spielt American Football und eines Freitags wird er während eines Spiels hart getackelt. Zunächst nichts Besonderes, aber auf dem Heimweg wird er beinahe in einen schweren Autounfall verwickelt, da er ein Stopp-Zeichen übersehen hat. Denn die Verkehrszeichen, die wir als rote Achtungszeichen kennen, sind nun blau. Ash zweifelt an sich selbst und recherchiert die Geschichte der Verkehrszeichen, spricht mit seinen Freund:innen und überlegt, wie es dazu kommen konnte.
Auf seinem Weg stößt er auf Skater-Zwillinge, die ihm suspekt vorkommen. Die sollen im Laufe der Geschichte an Bedeutung gewinnen, da sie Ash begleiten werden.
Ash findet heraus, dass er der Mittelpunkt des Universums geworden ist. Er hat die Macht, die Welt zu verändern.
Der erste Satz:
„Ihr werdet mir nicht glauben.“
Seite 9, Kapitel 1 Vollbremsung

Wie hat mir „Game Changer“ gefallen?
Das Konzept des Buches hat mich von Anfang an begeistert. Was passiert, wenn man einem durchschnittlichen weißen amerikanischen Jungen die Macht gibt, die Welt zu verändern? Das Buch spielt mit dem Prinzip, dass jede kleinste Entscheidung die Zukunft nachhaltig verändert (hat mich an „Die Mitternachtsbibliothek“ von Matt Haig erinnert, bei dem mir unfassbar bewusst geworden ist, dass alles – also wirklich alles – einen Einfluss auf die Zukunft haben kann).
Der Schreibstil war spannungsgeladen und hat mich an den Seiten kleben lassen. Shusterman konnte mich schon bei „Dry“ von seinem Stil begeistern. Er schafft es, Welten aufzubauen, die man sich eigentlich gar nicht vorstellen möchte. Auch hier kommt der Autor immer wieder – bei jeder neuen Realität – auf Ideen, die irgendwie so absurd sind. Allein schon die erste Idee mit dem Ändern der Farbe von Verkehrsschildern. Die folgenden Dinge bilden eine schreckliche Realität für den Protagonisten. Ash führt versehentlich die Rassentrennung wieder ein und mit jedem neuen Versuch, versucht er seinen Fehler wieder gut zu machen. Aber er scheitert.
Der Protagonist ist sehr gut ausgearbeitet gewesen und ich konnte mir gut ein Bild von Ash machen. Außerdem gibt es weitere Charaktere, die ihn auf seinem Weg begleiten. Besonders das Schicksal seines Bruders ist mir nah gegangen.
Dieses Konzept bietet viel Raum für Möglichkeiten und Fragen, die die Leser:innen an die Geschichte haben können. Aber Shusterman ist es gelungen, eine in sich schlüssige Geschichte zu erzählen, die den Leser:innen nachdenklich hinterlässt.
Der Verlauf des Buches ist spannend und immer wieder überraschend für mich gewesen. An jeder Ecke hat eine kleine Überraschung auf mich gewartet. Allerdings habe ich mir schon früh vorstellen können, wie der endgültige Schluss aussehen wird. Mit meiner Vermutung habe ich auch richtig gelegen. Allerdings hat das meinen Lesespaß nicht gemindert.
Und eine kleine Information, die Neal Shusterman in der Danksagung versteckt hat: Das Buch liegt momentan schon bei Netflix und es wird über die Verfilmung nachgedacht. Ich bin gespannt, wie sie die Geschichte umsetzen wollen und welche visuellen Effekte eingesetzt werden. Aber grundsätzlich finde ich es echt cool!
Schlussendlich ist „Game Changer“ ein absolutes Lesemuss für Dystopie-Fans. Ich hatte meinen Nervenkitzel mit dem Buch und freue mich schon sehr auf neue Erscheinungen von Neal Shusterman.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Aylin
Informationen zu dem Buch „Game Changer“
Autor: Neal Shusterman
Übersetzung: Kristian Lutze, Andreas Helweg, Pauline Kurbasik
Titel: Game Changer
Verlag: FISCHER Sauerländer
ISBN 978-3-7373-5884-2
Preis: 18,-€ für die gebundene Ausgabe
Seiten: 416
Erschienen am: 13. Oktober 2021
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