„Mach mal Halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten“ von Matt Haig – Zeit zum Durchatmen

Ich bin momentan im Matt Haig-Fieber. Vielleicht merkt ihr es ja auch schon. Letztes Jahr habe ich „Ein Junge namens Weihnacht“ als erstes Buch von ihm gelesen und seitdem habe ich mich in seinen Schreibstil verliebt. Vor meinem Urlaub habe ich „Mach mal Halblang“ beenden dürfen und unglaublich viele Dinge mitnehmen können. (In naher Zukunft dürft ihr euch übrigens auf eine weitere Matt Haig-Rezension freuen, da ich gestern „Evie und die Macht der Tiere“ beendet habe). 

Klappentext: 

Sind Sie schon durchgedreht oder arbeiten Sie noch daran?

Wir leben in einem Zeitalter der Ängste und der überdrehten Schnelligkeit. Man könnte meinen, unsere gesamte Lebensweise wäre darauf ausgerichtet, uns ins Unglück zu stürzen. Der Life-Overload hat uns fest im Griff. Aber: Können wir etwas dagegen tun? Matt Haig beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die lärmende Außenwelt unser Denken beherrscht und wie wir uns zur Wehr setzen können. Es geht um große und kleine Dinge, um Weltpolitik, Gesundheit, Smartphones, Social Media, Sucht, Vernetzung. Ein Buch, das uns alle angeht und das uns unserer eigentlichen Aufgabe wieder ein wenig näherbringt: dem Menschsein.

 Was passiert in „Mach mal Halblang“?

Dieses Buch ist keine fiktive Geschichte voller Schmetterlinge und Blümchen. Matt Haig schreibt von seinen Erfahrungen mit dem Overload in dieser heutigen Zeit. Er gibt den Leser*innen Hinweise und Ratschläge, wie wir besser mit den vielen Möglichkeiten umgehen können. Das Buch besteht aus einigen größeren Kapiteln (z.B. „Gestresst in einer gestressten Welt“, „Life-Overload“ oder „Anmerkungen zur Zeit“) und vielen kleineren Texten oder Listen, in denen sich Matt Haig mit einem gesonderten Thema beschäftigt und seine Erfahrungen teilt. Obwohl es im ersten Augenblick vielleicht so wirken kann, als wolle der Autor das Internet und seine Auswüchse verteufeln, zählt er auch viele gute Seiten auf (wie z.B. in der Liste „Dinge, die ich am Internet liebe“). Er teilt neue Denkansätze wie ein Psychigramm, in welche Anstrengungen psychologischer Art eine Einheit gegeben wird, um zu messen und den Körper mit der Psyche zusammenzubringen. Dieses Buch folgt keinem Erzählstrang und Leser*innen können selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge gelesen wird oder welche Abschnitte übersprungen werden. 

Der erste Satz:

„Ich war gestresst“

Seite 11, Ein Gespräch, etwa vor einem Jahr

Wie hat mir „Mach mal Halblang“ gefallen? 

Wie ich oben schon erwähnt habe, bin ich momentan in einem Matt Haig-Fieber und bin begeistert, dass immer mehr Bücher von ihm erscheinen oder neu aufgelegt werden. 

Mach mal Halblang“ hat mich in seiner Art sehr an „The Comfort Book“ und „Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen“ erinnert. Die kurzen Notizen und Listen zu alltäglichen Gegebenheiten sind ideal für Zwischendurch. Momentan schlafe ich beim Lesen abends sehr schnell ein (egal wie spannend das Buch ist) und da hat „Mach mal Halblang“ perfekt gepasst. Ich konnte noch einige Abschnitte lesen und musste nicht mitten im Satz aufhören. 

Mit dem Hintergrund der Erkrankung von Matt Haig gewinnt dieses Buch noch an Relevanz. Über die Depressionen wird hier auch geschrieben, aber nicht sehr ausführlich und explizit (wie es beispielsweise in „Gute Gründe am Leben zu bleiben“). Dennoch möchte ich nochmal dazu schreiben, dass es für einige Leser*innen vielleicht nicht der richtige Moment sein könnte. Falls ihr eine Stelle sucht, an die ihr euch wenden wollt, werdet ihr hier vielleicht fündig. Ihr seid nicht allein!

In einigen Texten habe ich auch wissenswerte Fakten dazugelernt. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Edison bei der Erfindung der Glühbirne sagte, dass die Leute keinen Grund mehr hätten, zu schlafen. Er hielt Schlaf für schädlich und war davon überzeugt, dass zu viel Schlaf faul macht (Informationen von Seite 149). 

Ich glaube, dass „Mach mal Halblang“ ein Büchlein ist, was man immer mal zur Hand nehmen kann, weil einige Denkanstöße zur richtigen Zeit nochmal neuen Schwung geben können. Ich würde das Buch Leser*innen empfehlen, die vielleicht gerade zweifeln und ein Gefühl von Überforderung empfinden, wenn sie zum Handy greifen oder das Mail-Postfach öffnen (& natürlich ist es für alle Matt Haig-Fans einen Blick wert). Wahrscheinlich können die meisten Leser*innen etwas für sich aus dem Buch ziehen. 

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin 


Informationen zu dem Buch „Mach mal Halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten

Autor: Mach Mal Halblang
Übersetzung
Titel: Mach mal Halblang
Verlag: dtv Allgemeine Belletristik
ISBN 978-3-423-21938-9
Preis: 11,95€  für das Taschenbuch
Seiten: 320
Erschienen am: 23. Juli 2021 (die Neuauflage)                  


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2 Gedanken zu “„Mach mal Halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten“ von Matt Haig – Zeit zum Durchatmen

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