„The Comfort Book“ von Matt Haig – Ein Buch mit Wohlfühlfaktor

Nach der Mitternachtsbibliothek, in die ich mich ab der ersten Seite verliebt habe, habe ich mich umso mehr auf „The Comfort Book“ von Matt Haig gefreut. Mir war bewusst, dass es keine fiktive Geschichte ist. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass das Buch hier besonders werden wird… 

Klappentext: 

Matt Haigs Comfort Book ist ein Kompendium liebevoller und tiefgründiger Texte, die Mut machen für jeden Tag. Seine Worte verzaubern durch ihre tiefe Selbsterkenntnis, Akzeptanz und den feinfühligen Blick für das, was uns zum Menschen macht.

»Nichts ist stärker als eine kleine Hoffnung, die niemals aufgibt.« Matt Haig

Matt Haigs hier versammelte Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen sind mal Ausdruck von Verzweiflung, mal von Hoffnung – ihn selbst haben sie durch die schwere Zeit seiner Depression getragen und ihm Halt gegeben. Dabei beeindrucken sie nicht nur mit einem tiefen Verständnis seiner eigenen Gefühlswelt, sondern sind zugleich so berührende wie anregende Erkenntnisse darüber, was uns alle in unserem Innersten verbindet. Seine kurzen Texte und seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen sind eine tägliche Anregung, unsere Ängste, unseren Schmerz und unsere Wünsche mit anderen Augen zu sehen. Tiefsinnig und zugleich leichtgängig vermitteln sie Hoffnung und sind eine Einladung, uns selbst besser kennenzulernen.

Matt Haigs neues Buch ist ein täglicher Begleiter, der uns zeigt, dass wir nicht allein sind, wenn der Schmerz unerträglich scheint, und uns wieder die schönen Seiten des Lebens sehen lässt.

 Was passiert in „The Comfort Book“?

Wie die Titelunterschrift (die eigentlich eine Überschrift ist) schon sagt, beinhaltet das Buch Gedanken, die Matt Haig Hoffnung machen. Das Buch ist eine Sammlung von Notizen, kleinen Listen oder Gedankenfetzen, die der Autor gesammelt hat. Am Anfang wird erwähnt, dass es seine Rettungsinseln in schlechten Zeiten waren. Und durch diese zufällige Ansammlung von Gedanken und Abschnitten ist es den Leser*innen möglich, das Buch nach ihrem Belieben zu lesen. Ich habe es von vorne bis hinten gelesen, aber man könnte es auch mittendrin aufschlagen oder von hinten nach vorne lesen. Matt Haig schlägt noch einige andere Möglichkeiten vor, mit diesem Buch umzugehen. Er schreibt, dass man es beispielsweise auch neben die Toilette oder neben das Bett legen, man könnte es aus dem Fenster werfen oder auch Seiten herausreißen. Er erlaubt uns alles. 

Der erste Satz:

„Manchmal schreibe ich etwas auf, um mich selbst zu trösten.“

Seite 6, Ein Wort vorab 

Wie hat mir „The Comfort Book“ gefallen? 

Ich denke, zu Beginn sollte es wichtig sein, eine Warnung auszusprechen für Menschen, die psychisch momentan labil sind. Matt Haig spricht offen über Suizidgedanken und seine dunkelsten Tage. Ich kann mir vorstellen, dass das für einige Leser*innen momentan zu viel sein kann, weshalb ich für diese Menschen eine Warnung aussprechen möchte. 

Nichtsdestotrotz hat mir dieses Buch so viel Kraft gegeben, in einer Zeit, in der ich an mir und allem Drumherum zweifele. Ich habe schon auf den ersten 10 bis 20 Seiten Tränen vergossen und wusste, dass ich mir für dieses Buch Zeit nehmen muss. Durch die kurzen Abschnitte und Gedankenfetzen wäre es (selbst für mich als langsame Leserin) möglich, es innerhalb weniger Stunden zu verschlingen. Aber inhaltlich bieten diese Seiten so viel, dass ich es nach einigen Seiten weglegen musste, um mir Gedanken über das Gelesene zu machen. 

Wie ich oben schon beschrieben habe, ist dieses Buch schwer in Worte zu fassen, weil es so viele unterschiedlichste Momente enthält. Beispielsweise hat Haig auch eine Playlist zusammengestellt, die ihn tröstet, die ihr auch auf Spotify finden könnt. 

Ein Gedanke, der häufiger aufgegriffen wird, ist folgender: „Nichts ist stärker als eine kleine Hoffnung, die niemals aufgibt.“ (u.A. auf Seite 13). Und das ist ein richtig gutes Beispiel dafür, dass man schnell darüber hinweglesen könnte, aber der Satz sich erst so richtig entfalten kann, wenn man einige Momente darüber nachdenken kann. 

Mir persönlich hat es gutgetan, von Matt Haigs Wissen zu schöpfen. Von seinen Erfahrungen zu profitieren. Und in die Gedanken von ihm zu blicken. Teilweise sind es Sätze, die für manche Menschen selbstverständlich scheinen. Aber mit einer psychischen Erkrankung ist plötzlich nichts mehr selbstverständlich und es tut in so einer Situation gut, es schwarz auf weiß zu lesen. 

Mein Fazit ist, dass ich „The Comfort Book“ in mein Herz geschlossen habe und mein persönliches Prädikat Herzensbuch bekommt. Falls ihr momentan ein wenig zweifelt (euch aber trotzdem stabil genug fühlt), kann ich euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es hat meine Probleme nicht gelöst, aber mir neue Lösungsansätze und neue Gedanken gegeben hat. Der Titel ist Programm. Es ist ein wahres Komfortbuch. Ich möchte mich am liebsten bei Matt Haig bedanken, dass er uns dieses Geschenk gegeben hat und sich so vor der Leser*innenschaft geöffnet hat. Vielen Dank!!! 

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin 

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Informationen zu dem Buch „The Comfort Book

Autor: Matt Haig
Übersetzung: Hella Reese
Titel: The Comfort Book
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN 978-3-426-27845-1
Preis: 20,-€  für das Hardcover
Seiten: 256
Erschienen am: 01. Juli 2021                    


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