Als ich zu diesem Jugendbuch gegriffen habe, wusste ich, dass „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ ein Buch mit viel Potential werden wird. Es strahlt schon so eine Aura aus, was sich auf den ersten Seiten direkt bestätigen konnte.
Klappentext:
Wer Eleanor und Park mochte, wird Abelard und Lily lieben
Als die 16-jährige Lily heimlich ihre ADHS-Medikamente absetzt, geht so einiges zu Bruch – im wahrsten Sinne des Wortes. Das bringt ihr schließlich eine Stunde Nachsitzen ein, zusammen mit dem an Asperger leidenden Abelard. Als er für sie einsteht, küsst sie ihn spontan und löst damit völlig verwirrende Gefühle in sich selbst und auch in Abelard aus. Was folgt, ist eine zunächst per SMS geführte intensive Liebesgeschichte, die sich in der Realität erst noch beweisen muss. Denn zwischen einem Mädchen, das durch unvorsichtiges Anfassen schon ganze Gläser-Batterien zerstört hat, und einem Jungen, der vor nichts mehr Angst hat, als angefasst zu werden, kann so einiges schiefgehen.
Was passiert in „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily “?
Lily ist 16 Jahre alt und hat ADHS. Deswegen sollte sie eigentlich Medikamente nehmen, aber sie fühlt sich unwohl mit ihnen. Aus diesem Grund versteckt sie sie in einem Gurkenglas unter ihrem Bett. Allerdings passt ihr Verhalten so nicht in die Norm des Schulalltags. Sie nimmt Dinge viel stärker war und das bringt sie in unangenehme Situationen. In einer Schulstunde hat die Türklinke einer ungenutzten Tür sind bewegt und Lily ist dem auf die Spur gegangen. Dabei hat sie das Eigentum der Schule versehentlich beschädigt und sich somit eine Stunde Nachsitzen eingefangen.
Beim Nachsitzen trifft sie auf Abelard, der das Asperger-Syndrom hat. Abelard löst in Lily ungewohnte Gefühle aus und auch er selbst muss sich an diese neuen Empfindungen gewöhnen. Die beiden kommen sich näher, indem sie über SMS und mit literarischem Bezug miteinander schreiben. Es scheint als hätten die beiden sich gefunden. Jemanden, der sie verstehen kann.
Der erste Satz:
„An dem Tag, an dem Abelard und ich die Wand demolierten, hatten wir gerade einen vierstündigen Englischtest hinter uns.“
– Seite 7, Kapitel 1

Wie hat mir „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ gefallen?
Ich kann schon einmal vorwegnehmen: Mich konnte „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ überraschen. Zwischen den Buchdeckeln steckt eine Geschichte, die mich emotional ergriffen hat.
Die beiden Protagonisten bilden den Mittelpunkt dieser Geschichte. Da die Lesenden Lily begleiten und hauptsächlich ihre Gedanken und Handlungen verfolgen, habe ich mit ihr mitfühlen können. Lily ist von der Autorin Laura Creedle so gut gezeichnet worden.
Ich kenne das Buch nicht, auf das sich Abelard und Lily immer beziehen. Aber diese SMS mit Zitaten aus den Liebesbriefen von Abaelard und Heloise haben so gut zu den beiden gepasst. Es hat mich persönlich sehr berührt, wie sie über diese Ebene und Art eine Verbindung zueinander aufbauen konnten.
Zum Handlungsort muss ich sagen, dass dieser nicht wirklich detailliert auserzählt worden ist. Aber das stand in diesem Buch für mich auch im Hintergrund. Lily und Abelard stehen hier im Fokus und da kann ich gut damit leben, wenn die Umgebung der Handlung nicht näher beschrieben werden.
Die Sprache, in der Laura Creedle schreibt, war einfach verständlich hat aber auch zum Nachdenken angeregt. Es hat alles einfach sehr gut in das Setting eines besonderen Jugendbuches gepasst.
Der Handlungsverlauf war zum Teil bestimmt durch die Erkrankungen von Abelard und Lily. Besonders Lilys Verzicht auf die Medikamente beeinflussen das Handeln. Ich persönlich kann ihre Entscheidung verstehen und nachvollziehen, aber der Moralapostel in mir drin möchte Lily am liebsten schütteln und sagen, dass ihr die Medikamente doch helfen. Im späteren Verlauf der Geschichte bekommt Lily eine weitere Behandlungsmöglichkeit vorgeschlagen und ich muss sagen, dass mich die Reaktionen aus ihrem Umfeld schockiert haben. Aber darauf kann ich hier auch nicht näher eingehen. Ich hätte mich nur an Lilys Stelle gar nicht von meinen Bekannten beeinflussen lassen, wenn ich doch selbst so davon überzeugt bin.
Was mir auch besonders gut gefallen hat: Die Autorin Laura Creedle ist selbst Legasthenikerin und hat ADHS. Damit wirkte Lily auf mich noch authentischer, da ich mich noch nie eingehend mit ADHS und Legasthenie befasst habe und somit nicht die genauen Merkmale hätte beschreiben können. Es machte mir Mut zu sehen, dass auch eine Frau mit einer Legasthenie ein Buch veröffentlichen kann. Das fand ich klasse!
Schlussendlich finde ich es schade, dass ich bisher so wenig über „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ gelesen und bei Instagram gesehen habe. Dieses Buch verdient mehr Aufmerksamkeit. Es beinhaltet eine so berührende und großartige Geschichte zwischen zwei Menschen, bei denen man sich am meisten wünschen würde. Ich möchte dieses Buch allen Leser*innen ans Herz legen, die auf der Suche nach einer emotionalen und tiefer gehenden Geschichte sind. Weiterempfehlung!!!
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“
Autorin: Laura Creedle
Übersetzung: Barbara Lehnerer
Titel: Die Liebesbriefe von Abelard und Lily
Verlag: dtv junior
ISBN 978-3-423-76316-5
Preis: 16,95€ für das Hardcover
Seiten: 352
Erschienen am: 18. März 2021
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