Wer hat bei „Drei Schritte zu dir“ keine Tränen vergossen? Bei mir war sowohl beim Buch als auch beim Film der Taschentuchverbrauch sehr hoch. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, dass die Autorinnen ein neues Buch veröffentlichen. Passend zu diesen ersten Sommerstrahlen hat mich „All this time“ begleitet.
Klappentext:
Manche Wunden kann nur Liebe heilen …
Kyle und Kimberly sind seit der 9. Klasse das perfekte Paar. Doch am Abend der Abschlussfeier bricht Kyles Welt brutal in sich zusammen: Nachdem Kimberly ihm eröffnet hat, dass sie die Beziehung beenden will, haben sie auf dem Heimweg einen Autounfall. Kyle erwacht im Krankenhaus aus seiner Bewusstlosigkeit – aber Kim hat den Unfall nicht überlebt. Kyle versinkt in unendlicher Trauer und Schuldgefühlen … bis er Marley begegnet. Marley hat ebenfalls einen großen Verlust erlitten, für den sie sich verantwortlich macht. Sie verstehen einander und können den Schmerz des anderen lindern, während sie sich immer näherkommen. Doch Kyle muss befürchten, dass er diese zweite Chance auf Glück erneut verlieren könnte …
Was passiert in „All this time – Lieben heißt unendlich sein “?
Kyle und Kimberly sind das perfekte Highschool-Pärchen. Sie sind schon seit einer gefühlten Ewigkeit zusammen und haben ihre Zukunft auch gemeinsam geplant. Zumindest dachte Kyle das. Denn Kimberly eröffnet ihm am Abend der Abschlussfeier, dass sie nicht mit ihm an die gleiche Uni gehen wird und die Beziehung jetzt beenden wird. Von seinen Gefühlen überwältigt, setzt sich Kyle in das Auto und da Kimberly noch mit ihm reden möchte, steigt sie mit ein.
Auf dem Heimweg haben die beiden einen Autounfall. Kimberly stirbt dabei und Kyle wacht im Krankenhaus auf. Nun bestimmen Trauer und Schuldgefühle sein Denken. Seine Zukunft wird nie so werden, wie er es sich vorgestellt hat. Seine sportliche Karriere musste er schon nach einem Unfall für beendet erklären, aber mit den Verletzungen, die er jetzt hat, sieht er gar keine Karriere für sich mehr…
Auf dem Friedhof, auf dem Kimberly begraben liegt, trifft er auf Marley. Marley hat ihre Schwester verloren und gibt sich ebenfalls die Schuld dafür. Die beiden haben gespielt und ihre Schwester wurde von einem Auto überfahren, weil sie auf die Straße gerannt ist, um etwas zurück zu holen. Marley und Kyle haben mehr gemeinsam, als sie zunächst vermuten und helfen sich in ihrer Trauer.
Und obwohl Kyle anfänglich Gewissensbisse hat, empfindet er immer mehr für Marley.
Der erste Satz:
„Das Armband liegt mir schwer in der Hand.“
– Seite 7, Kapitel 1

Wie hat mir „All this time – Lieben heißt unendlich sein“ gefallen?
Puh, das Buch ist auf jeden Fall keine leichte Kost. Es behandelt das Thema Trauer und die Schuldfrage auf eine sehr eindringliche und emotionale Art und Weise.
Der Einstieg in das Buch ist mit dem Wissen, welches man schon durch den Klappentext hat, schwer zu lesen. Man möchte sich in die Situation von Kyle und Kimberly hineinversetzen und hoffen, dass sie einen Kompromiss aus ihrer Situation finden können, aber man weiß, dass dieser Abend nicht gut ausgeht und Kyle das Armband nie seiner Freundin übergeben wird.
Der Moment des Autounfalls ging mir persönlich nah, weil die Bilder, die die Wörter erschaffen haben, wirklich stark waren und ich die beiden jungen Menschen beinahe sehen konnte.
Der Verlauf der Geschichte ist ganz nett, aber nichts absolut Neues (womit ich nicht sagen möchte, dass es schlecht ist). Als Leser*in beobachtet man den Protagonisten in seiner Trauer und wie er sich von nichts und niemandem da raushelfen lassen möchte. Bis er auf die völlig Unbekannte trifft. Marley. Obwohl es nichts Neues war, war es trotzdem schön, Kyle auf seiner Reise beizustehen und ihn zu begleiten, wie er wieder Licht in sein Leben lässt.
ACHTUNG: EVENTUELLER SPOILER
Der Twist, der gegen Ende besprochen/aufgelöst wird, ist raffiniert, aber konnte man sich schon denken. Besonders dann schon, als Kyle Marley zu sich nach Hause einlädt und sie plötzlich verschwinden. Oder dass die beiden lediglich miteinander interagieren.
Dennoch muss ich sagen, dass der Teil im Krankenhaus, wo Kyle und Marley „erneut“ aufeinandertreffen, mich wirklich bewegt hat. Es hat mich berührt, wie Kyle an dieser Sache festgehalten hat und darauf bestanden hat, dass die anderen ihm glauben.
ACHTUNG: EVENTUELLER SPOILER ENDE
Die Erzählweise von Rachel Lippincott und Mikki Daughtry hat mir sehr gefallen. Es liest sich einfach so weg und ich blieb nicht an irgendwelchen gestelzten Formulierungen hängen. Die beiden haben mit ihren Worten starke Bilder und Farben erzeugt.
Ich wollte noch kurz etwas zum Protagonisten Kyle sagen. Es hat mich einige Zeit gekostet, bis ich ihn verstehen konnte, weil er anfänglich ein undurchschaubarer Charakter war. Er hat in meinen Augen unlogische Dinge getan (z.B. bei einem Streit ins Auto steigen und die Streitperson – Kimberly – mitnehmen). Aber im Laufe des Buches wird es besser.
Schlussendlich denke ich, dass Fans von „Drei Schritte zu dir“ eventuell ein bisschen mehr Krankenhaus und ein bisschen mehr Herzschmerz gegen Ende erwartet haben. Aber dennoch würde ich ihnen „All this time“ empfehlen. Außerdem ist es für Leser*innen geeignet, die sich nach einem Schicksalsschlag neu verlieben möchten und aus einem dunklen Tal wieder Sonne sehen möchten. Mir hat es trotz der Kritikpunkte gefallen, weil ich mich von der Geschichte hab tragen lassen
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „All this time – Lieben heißt unendlich sein“
Autorinnen: Mikki Daughtry und Rachael Lippincott
Übersetzung: Nina Frey
Titel: All this time – Lieben heißt unendlich sein
Verlag: dtv junior
ISBN 978-3-423-76330-1
Preis: 18,95€ für das Hardcover
Seiten: 368
Erschienen am: 18. März 2021
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