„Der erste letzte Tag“ von Sebastian Fitzek – Kann ein „Kein-Thriller“ vom Thrillerkönig mich überzeugen?

Ein neues Buch von Sebastian Fitzek? Ich bin sofort dabei. Kein Thriller? Okey, der Frühling eignet sich ohnehin mehr für ein fröhliches Buch. Als ich erfahren habe, dass es ein Überraschungsbuch von Fitzek gibt, war die Freude groß. Was „Der erste letzte Tag“ mit mir gemacht hat, könnt ihr hier in meiner Rezension lesen. 

Klappentext: 

Ein ungleiches Paar. 

Eine schicksalhafte Mitfahrgelegenheit.

Ein Selbstversuch der besonderen Art. 

WAS GESCHIEHT, WENN ZWEI MENSCHEN EINEN TAG VERBRINGEN, ALS WÄRE ES IHR LETZTER?

Ein Roadtrip voller Komik, Dramatik und unvorhersehbarer Abzweigungen von Deutschlands Bestsellerautor Nr. 1 Sebastian Fitzek – mit zwei skurrilen, ans Herz gehenden Hauptfiguren, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Livius Reimer macht sich auf den Weg von München nach Berlin, um seine Ehe zu retten. Als sein Flug gestrichen wird, muss er sich den einzig noch verfügbaren Mietwagen mit einer jungen Frau teilen, um die er sonst einen großen Bogen gemacht hätte. Zu schräg, zu laut, zu ungewöhnlich – mit ihrer unkonventionellen Sicht auf die Welt überfordert Lea von Armin Livius von der ersten Sekunde an. Bereits kurz nach der Abfahrt lässt Livius sich auf ein ungewöhnliches Gedankenexperiment von Lea ein – und weiß nicht, dass damit nicht nur ihr Roadtrip einen völlig neuen Verlauf nimmt, sondern sein ganzes Leben!

 Was passiert in „Der erste letzte Tag “?

Livius Reimer wird von mehr als nur einer Pechsträhne verfolgt. Es war augenscheinlich auch nicht die beste Idee im Schneesturm mit dem Flugzeug von München nach Berlin fliegen zu wollen (Aber ihm blieb nichts anderes übrig, er muss schließlich a) seine Ehe retten und b) sein Manuskript einem Verlag präsentieren). Direkt zu Beginn ergießt sich der Inhalt seines Koffers auf dem Förderband und alle Insass*innen können sehen, wie sein Bärchenpulli neben dem 500-Euro-Anzug und dem neuesten Stephen King-Buch liegt. Bei der Stewardess angekommen, trifft auf eine „Tofu-Terroristin“ par excellence. Sie ist ebenfalls in eine Diskussion mit der Flugbegleiterin verwickelt. Glück für beide ist, das Flugzeug kann nicht losfliegen und alle Passagiere müssen es verlassen. 

Am Mietwagenstand bildet sich eine Horde von Menschen und die Preise für die Autos sind in die Höhe geschossen. Aber bleibt Livius eine andere Wahl? Er muss schließlich am nächsten Tag in Berlin sein. Doch da meldet sich wieder eine neue Pechsträhne und er hat seinen Führerschein nicht dabei, den man zum Anmieten eines Wagens (und natürlich auch zum Führen eines solchen) braucht. Hier kommt die Tofu-Terroristin aus dem Flugzeug wieder zum Einsatz. Sie liegt ihren Führerschein vor und Livius bezahlt die Luxuskarosse. Und damit beginnt ihre außergewöhnliche Reise.  

Im Auto kommen sie ins Gespräch. Die Tofu-Terroristin heißt eigentlich Lea von Armin und ist – wie sich herausstellt – Bloggerin/Journalistin für ein Magazin. Sie arbeitet gerade an einem Interview mit den Last-Day-Men, die gerade ein Experiment machen. Sie leben jeden Tag so als wäre es ihr letzter Tag. Und das möchte Lea auch machen.

Livius ist von diesem Vorhaben weniger begeistert, doch er lässt sich für einen Kompromiss darauf ein. Während eines Telefonats hat er nämlich aufgeschnappt, dass Leas Vater in einem Hamburger Krankenhaus liegt und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Lea will ihn eigentlich nicht besuchen, weil sie zu ihm kein gutes Verhältnis hat. Doch Livius kann das mit seinem Helfersyndrom nicht akzeptieren und geht dieses Experiment mit Lea ein. 

Auf ihrer Reise durch Deutschland halten sie an verschiedenen Stationen an und denken sich die absurdesten Sachen aus, die dringend an einem letzten Tag erledigt werden sollten. Dass dabei nicht alles glatt läuft, muss dabei natürlich nicht erwähnt werden… 

Der erste Satz:

„Nehmen wir einmal an, die Welt wird nicht gerade von einer Pandemie gebeutelt, und Sie sitzen in einem Flugzeug, zehn Reihen hinter der Tragfläche, obwohl sie extra um einen Platz ganz vorne gebeten haben (weil dort die Luft besser ist und es weniger wackelt). “

– Kapitel 1 

Wie hat mir „Der erste letzte Tag“ gefallen? 

Ein Kein-Thriller vom Thrillerkönig Sebastian Fitzek? Einerseits war meine Freude riesig, als ich erfahren habe, dass im April ein neues Buch von ihm erscheint. Aber andererseits hatte ich Befürchtungen, ob mir das Buch auch gefallen wird… Vor ein paar Jahren erschien das Sachbuch „Fische, die auf Bäume klettern“, was mir wirklich gut gefallen hat. Und mit dieser guten Erinnerung habe ich mich auf „Der erste letzte Tag“ gefreut. 

Den ersten Eindruck erhielt ich über Social Media, da der Verlag Droemer Knaur und Herr Fitzek selbst als Teaser das Cover veröffentlicht haben. Mein erster Gedanke? „Das schreit aber nach Jojo Moyes.“ Durch die Farben und die Gestaltung passt es gar nicht zu den anderen Büchern von ihm in meinem Schrank (nicht mal zu „Fische, die auf Bäume klettern“). Ich find es verständlich, dass man es von den Thrillern abgrenzen wollte, aber ich bin kein riesiger Fan von dem Cover. Aber wir sind ja offen für Neues und außerdem lese ich auch gerne Jojo Moyes. 

Losgelöst von meinen Vorstellungen und Ideen habe ich angefangen zu lesen…

Es hat mir richtig gut gefallen, dass direkt zu Beginn mit einer humoristischen Sicht auf unsere heutige Pandemie – Situation geblickt wird. Außerdem habe ich es ganz akutes (und bald schon chronisches) Fernweh, weshalb ein Roadtrip dringend notwendig war.

Die Idee mit den beiden Menschen, die sich zufällig treffen und gemeinsam eine Reise begehen, hat mein kleines Herz gerade dringend gebraucht. Ja, man könnte argumentieren, dass die Idee nichts Neues ist. Aber ich finde, dass Sebastian Fitzek hier ein richtig schönes Buch gelungen ist. Livius und Lea sind so interessante Charaktere und sein Schreibstil hat mich häufig zum Lachen und Schmunzeln gebracht. 

Kommen wir direkt zu den Figuren: Livius und Lea könnten unterschiedlicher kaum sein. Er ist Lehrer und irgendwie noch nicht so ganz gefestigt im Leben. Seine (Ex-)Frau Yvonne hat ihn betrogen und ist nun schwanger. Livius und Yvonne versuchen ihre Ehe zu retten, indem sie eine Paarberatung besuchen. Und irgendwie war ich gewillt, Livius in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass er auch ein toller Papa wird – ohne eine unglückliche Partnerschaft mit Yvonne einzugehen. Und Lea von Armin? Von ihr war ich richtig überrascht. Anfänglich wirkte sie auf mich sehr unsympathisch, aber im Laufe der Kapitel mauserte sie sich zu einem Charakterliebling. Hinter der harten Fassade steckte doch so viel mehr… 

Typisch Fitzek kommt „Der erste letzte Tag“ mit einigen Plot-Twists um die Ecke, auf die ich natürlich nicht näher eingehen werde. Ich kann aber so viel sagen, dass es dieses Mal nicht darum geht, wer die Straftat begangen hat oder welches dunkle Geheimnis aus der Vergangenheit zu den unglücklichsten und mörderischsten Ereignissen geführt hat. Aber die Plot-Twists, die „Der erste letzte Tag“ zu bieten hat, haben mich überrascht und wirklich berührt. 

Die Reise der beiden führt von München durch ganz Deutschland. Die Settings spielen sich um die deutschen Autobahnen ab und irgendwie kam mir das beim Lesen seltsam vertraut vor. Diese Intimität, die sich zwischen den beiden Charakteren und die sich durch die Atmosphäre im Auto ergibt, hat mich als Leserin eingeschlossen und ich hatte das Gefühl, ein einzigartiges Erlebnis mit Livius und Lea zu teilen.  

Der Verlauf der Handlung hielt immer wieder Überraschungen bereit und sobald das Auto langsamer wurde und eine Station angesteuert wurde, wusste ich, dass hier etwas Interessantes/Lustiges/Skurriles auf mich bzw. Livius und Lea warten würde. 

Schlussendlich muss ich echt sagen, dass mich „Der erste letzte Tag“ sehr begeistern konnte. Ich habe während des Lesens laut über die ulkigen Situationen und Wortspiele gelacht, was sonst nie vorkommt. Ich habe mich über jede Anspielung gefreut, in dem sich über das Thriller-Genre „lustig gemacht“ wurde. Und ich hatte mit Livius und Lea einige wirklich lustige Stunden. „Der erste letzte Tag“ ist empfehlenswert für Leser*innen, die dem tristen Lockdown-Alltag entfliehen möchten und sich mit zwei tollen Charakteren auf einen lustigen Roadtrip begeben wollen. 

Vielen Dank für dieses tolle Überraschungsbuch lieber Herr Fitzek! 

Und hier könnt ihr euch das Buch direkt selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin 

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Informationen zu dem Buch „Der erste letzte Tag“

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Der erste letzte Tag
Verlag: Droemer HC 
ISBN 978-3-426-28386-8
Preis: 16€  für das Paperback
Seiten: 272
Erschienen am: 28. April 2021                 


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