Wie viel Leben passt in eine braune Papiertüte? Mit dieser Frage griff ich zu diesem Buch und habe mich gefragt, auf welchen Schluss ich am Ende der Lektüre kommen werde. Was würdest du in deine Tüte packen?
Klappentext:
Ein bewegender Roman über den Verlust der Mutter und den Zauber eines Neuanfangs, für Mädchen ab 13.
Eine schlichte braune Papiertüte mit der Aufschrift „Roses Survival Kit“. Darin: ein iPod, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, ein Papierstern, ein Papierdrachen. Das letzte Geschenk ihrer verstorbenen Mutter an Rose – und der Beginn einer Reise. Zögernd lässt Rose sich darauf ein. Jeder Gegenstand scheint sie dabei auf seltsame Art zu Will zu führen, für den sie schon bald mehr empfindet als bloße Freundschaft …
„Eine rührende Geschichte über Abschied, Trauer und Neubeginn.“
Was passiert in „Wie viel Leben passt in eine Tüte “?
Rose hat ihre Mutter verloren. Und damit erst einmal ihre ganze Lebensfreude. Am Tag der Beerdigung findet Rose die Tüten, für die ihre Mutter berühmt war. Als Lehrerin hat sie zum Jahresbeginn Survival Kits für die Eltern gebastelt, um den Abschied von den Kleinen leichter zu machen. Nun hat sie für ihre Tochter ein Survival Kit zusammengestellt, um ihr den Abscheid leichter zu machen. Doch Rose ist noch nicht bereit und packt die Papiertüte weg.
Erst nach einiger Zeit – und ohne ihrem Vater oder ihrem Bruder etwas davon zu sagen – wirft sie einen Blick hinein und entdeckt einen iPod, ein Foto von Pfingstrosen und einige Bastelsachen. Doch für Musik ist im Moment noch kein Platz in Roses Leben. Bei jeder Melodie muss sie an ihre Mutter denken. Deshalb kümmert sich Rose zuallererst um die Pfingstrosen. Dafür braucht sie die Hilfe von Will. Will und Rose gehen auf die gleiche Schule und Will arbeitet bei Rose im Garten. Er kümmert sich um die Pflanzen ihrer Mutter, da sich in Rose Familie niemand so gut mit Pflanzenpflege auskennt. Außerdem teilt er Rose Schicksal, da auch seine Mutter früh verstorben ist.
Mit dem gemeinsamen Ziel ein Pfingstrosebeet anzupflanzen, kommen sich die beiden näher.
Der erste Satz:
„Ich fand es an dem Tag, an dem meine Mutter beerdigt wurde.“
– Seite 9, Kapitel 1, „Can’t go back now“

Wie hat mir „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ gefallen?
Puh, als ich dieses Buch aufgeschlagen habe, hätte ich nicht gedacht, dass es mich so emotional berühren wird.
Jedes Kapitel wird mit einer Songüberschrift eingeleitet, wodurch man während des Lesens auch akustisch begleitet werden kann, wenn man das denn möchte. Auf diese Weise habe ich auch mitbekommen, wie groß die Bedeutung von Musik in Roses Leben war. Das hat mir wirklich gut gefallen!
Die Protagonistin Rose ist zu Beginn ein wenig „gesichtslos“. Ich habe zwar mitbekommen, wie sehr sie um ihre Mutter trauert und wie sehr sie das mitnimmt. Aber trotzdem habe ich mir erhofft, noch mehr über Rose zu erfahren. Im Laufe des Buches habe ich mich damit abgefunden und mir mein eigenes „Gesicht“ für Rose ausgedacht.
Die Autorin Donna Freitas hat einen wirklich schönen Erzählstil, sodass ich quasi durch die Seiten geflogen bin. Sie hat mit ihrer Sprache die Gefühle der Charaktere beschrieben und rübergebracht.
Die kleinen Dinge, die sich in der Papiertüte finden, werden im Laufe des Buches mit Bedeutung gefüllt. Was am Anfang vielleicht noch ein bisschen willkürlich wirkt, ist am Ende total stimmig.
Der Handlungsverlauf ist ein wenig vorhersehbar, weil ich schon einige dieser Bücher gelesen habe. Aber es hat mich dennoch berührt zu sehen, wie sich die Bindung zwischen Will und Rose entwickelt. Welche Höhen und Tiefen die beiden gemeinsam durchleben. Das Aufblühen der Pfingstrosen, was zeitgleich zum Aufblühen von Rose stattfindet.
Die Familie war auch sehr interessant, auch wenn sie meiner Meinung nach auch ausführlicher hätte vorkommen können. Der Bruder als ruhiger „Geist“, der eigentlich in einer anderen Stadt studiert, hat eine wichtige Funktion und ich hätte mich gefreut, wenn er mehr Raum erhalten hätte. Der Vater, der an dem Tod seiner Frau leidet und untergeht.
Schlussendlich war „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ ein bewegendes Buch für Zwischendurch. Es hat meine Gedanken auf das Ableben gelenkt und mich darüber nachdenken lassen, was ich wohl meinen Liebsten hinterlassen würde. Die Idee der Survival Kits hat mir richtig gut gefallen! Ich würde das Buch Leser*innen ans Herz legen, die eine emotionale und herzzerreißende Geschichte über Trauer und Freundschaft suchen.
Ich möchte allerdings nochmals betonen, dass ich die Empfehlung des Verlags schwierig finde. Es wird explizit für Mädchen empfohlen. Ich möchte auch anderen Lesenden wärmstens empfehlen.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Wie viel Leben passt in eine Tüte“
Autorin: Donna Freitas
Übersetzung: Christine Gallus
Titel: Wie viel Leben passt in eine Tüte
Verlag: Thienemann-Esslinger
ISBN 978-3-522-20268-8
Preis: 15€ für die Klappenbroschur
Seiten: 400
Erschienen am: 17. September 2020
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