Jede*r hat doch bestimmt schon einmal mit Alexa, Siri und Co. Gesprochen. Selbst wenn im eigenen Zuhause kein Smart-System eingebaut ist, ist es schon verlockend, es bei Freund*innen oder Bekannten auszuprobieren. Da ich selbst kein Smart Speaker bei mir habe, war ich gespannt, wie Tremayne diese Elemente in „Die Stimme“ nutzen wird und welche Geschichte er daraus spinnen wird…
Klappentext:
Wenn das »Smart Home« zum Horror-Haus wird:
»Die Stimme« ist ein raffiniert-gruseliger Psychothriller über eine Sprach-Assistentin mit erschreckendem Wissen und Fähigkeiten
»Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo …
Bestseller-Autor S. K. Tremayne ist ein Meister im Erzeugen subtilen Grusels. Mit dem Psychothriller »Die Stimme« holt er das Grauen ins digitale Zuhause.
Was passiert in „Die Stimme“?
Jo Ferguson ist gerade an einem Punkt in ihrem Leben, da kann sie sich keine eigene Wohnung in London leisten und wohnt bei ihrer Freundin, die ohnehin kaum daheim ist. Diese Wohnung ist das Aushängeschild für Luxus und Prunk. In jeder Ecke ist ein Home-Assistant eingebaut. Sie heißt Electra und kann das Licht, die Heizung oder die Musik steuern. Da Jo häufig allein ist, leistet Electra ihr auch Gesellschaft, indem sie mit ihr spricht. Doch eines Tages sagt Electra etwas, was sie gar nicht wissen kann. Ein Geheimnis, das Jo gut behütet hat. Ab diesem Tag fängt Electra auch an, irgendwelche Dinge zu tun, um die Jo sie nicht gebeten hat. Die Lichter flackern, obwohl niemand da ist und ziehen so neugierige Nachbarn an. Sie spielen Musik ab und hören nicht damit auf. Als sie dann auch über Jos Mailaccount dubiose E-Mails und Textnachrichten verschickt, ruiniert sie Jos kompletten Ruf.
Da muss sie an ihren verstorbenen Vater denken, der an einer Schizophrenie gelitten hat. Wird sie nun so wie ihr Vater und bildet sich das alles ein?
Der erste Satz:
„Bist du eine Frau, ein Mann, Sonstiges?“
– Seite 5, Kapitel 1, Jo

Wie hat mir „Die Stimme“ gefallen?
Ich habe vorher noch nichts von S.K. Tremayne gelesen und war gespannt, was hinter diesem großen Namen steht und ob mich seine Thriller auch begeistern können.
Das Thema Home-Assistant ist aktueller denn je. Menschen, die ihre Pizza über das Gerät bestellen oder über das Gerät im Badezimmer gemütliche Musik abspielen. Aber ich auch schon einige Debatten über die Datensicherheit und Privatsphäre in Verbindung mit diesen Geräten gelesen. Meine Horrorvorstellung ist es ja, dass so ein Gerät die Kontrolle übernimmt und ich machtlos daneben sitze und nichts machen kann.
Ach, da wären wir auch schon direkt beim Buch!
Die Protagonistin Jo hat einen interessanten familiären Background. Ihr Vater ist im Laufe seines Lebens an einer Schizophrenie erkrankt und hat sich dann das Leben genommen. Es kann sein, dass solche Krankheiten genetisch weitergetragen werden. Es ist nicht zwingend so, aber ein gewisses Risiko besteht immer. Deshalb war ich beim Lesen des Buches immer wieder am Überlegen, ob das jetzt die Realität ist oder ob eventuell die Krankheit bei Jo ausgebrochen ist. Dieses Gedankenexperiment hat mich einerseits in den Wahnsinn getrieben, aber andererseits hat es mich auch fasziniert, wie der Autor das hinbekommen hat.
Der Verlauf der Geschichte war für mich unvorhersehbar, weil immer wieder Dinge passiert sind oder das Assistant Dinge gemacht hat, die ich nicht erwartet habe. An manchen Stellen wollte ich ins Buch schreien: „ZIEH DOCH EINFACH DEN STECKER!“. Aber vermutlich ist die Lösung doch ein wenig komplexer und das hätte zu nichts geführt. Das Finale hat mich nochmal komplett aus den Socken gehauen und war super spannend!
Zwischendurch reisen wir mit Jo auch in die Vergangenheit und begleiten sie an ihrem schrecklichsten Erlebnis, mit dem Electra sie nun erpresst. Ohne diesen Einblick wäre es vermutlich schwer gewesen, die Verbindung zu schaffen und Jo zu verstehen. Deshalb haben mir die Rückblenden gut gefallen.
Schlussendlich hat es „Die Stimme“ sogar geschafft, mich an einem Sonntag bis spät in die Nacht lesen zu lassen (was sonst nie vorkommt, weil mir immer die Augen zufallen). Dieser Thriller war absolut realistisch und spielt nicht mit Blut oder ekligen Dingen. Es sind die perfiden Machenschaften der Technik, die hier den Geist verwirren. Eine Empfehlung für Thrillerliebhabende!!!
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Die Stimme“
Autor: S.K. Tremayne
Übersetzung: Susanne Wallbaum
Titel: Die Stimme
Verlag: Knaur HC
ISBN 978-3-426-22738-1
Preis: 16,99€ für das Paperback
Seiten: 400
Erschienen am: 01. Oktober 2020
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