„Auf Sieben Beinen“ von Fine Sturm – Ein Schicksalsschlag und die lebenslangen Folgen

Zu „Auf sieben Beinen“ habe ich zunächst eine persönliche Geschichte. Seit meiner frühesten Kindheit habe ich Angst vor Hunden. Sobald ich (vor allem nicht angeleinte) Hunde sehe, verschnellert sich mein Herzschlag und ich suche nach einem Umweg. Deshalb habe ich aufgehorcht, als ich von diesem Buch gehört habe.

Klappentext:

Franzis Angst vor Hunden ist riesengroß, hat sie doch vor über zehn Jahren durch einen Hundebiss ihren Unterschenkel verloren. Seither quält sie ihre Unsicherheit und sie hat sich der Liebe verschlossen. Zu groß ist die Angst vor einer Zurückweisung. Als dann der lebensfrohe Jan in ihr Leben platzt, spürt sie, wie sehr sie sich bereits in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hat. Dabei ist er genau das, wonach sich Franzi schon so lange sehnt Es gibt nur zwei Probleme, die zwischen ihr und ihrem Liebesglück stehen: Er darf auf keinen Fall von ihrer Behinderung erfahren! Und Jans bester Freund hat nicht nur seidenweiches Fell, sondern hat auch ganz schön scharfe Zähne Auf sieben Beinen ist ein romantischer Wohlfühlroman mit vielen Emotionen. Ein Buch nicht nur für Hundefreunde, sondern für alle Menschen, die aus Angst nicht ein Leben voller Liebe leben. Denn dort, wo Liebe ist, hat Angst keinen Platz

 Was passiert in „Auf Sieben Beinen“?

An einem ganz normalen Tag hat sich für die junge Franzi ihre gesamte Zukunft geändert. Ein Hund hat sie gebissen, weswegen sie ihr Bein verloren hat. Ihre Angst vor Hunden ist dementsprechend groß und selbst 10 Jahre nach dem Unfall belastet sie das noch enorm. Sie ist unsicher und arbeitet trotz eines Architekturstudiums in einer Eisdiele. Von ihrer Behinderung wissen nur ihre Eltern, ihr Hausarzt und ihre beste Freundin. Allerdings übernimmt sich Franzi und hört nicht auf die Zeichen ihres Körpers. Ihr Stumpf entzündet sich, doch sie macht weiter. Ein neues Architekturbüro erweckt in Franzi die kleine Hoffnung, dass sie doch wieder als Architektin arbeiten kann. Beim Bewerbungsgespräch angekommen, lösen sich aber alle Chancen in Luft auf. Nicht nur dass ihr potenzieller zukünftiger Chef sie kurz zuvor noch in der Eisdiele gesehen hat. Am Boden liegt auch ein Hund und er bewegt sich auf Franzi zu. Der Fluchtinstinkt übernimmt ihr Handeln und sie sprintet davon. Eine Glastür stoppt ihre Reise und sie stürzt.

Der Mann aus dem Büro heißt Jan und Franzi wird ihm im Laufe der nächsten noch häufiger begegnen. Und an seiner Seite ist stets der Hund Hansi…

Der erste Satz:

„Ich ging damals in die zehnte Klasse des Gymnasiums.“

– Seite 5, Auf sieben Beinen

Wie hat mir „Auf Sieben Beinen“ gefallen?

Bevor ich das Buch angefangen habe zu lesen, war ich ein wenig skeptisch, wie mit der Angst von Franzi im Laufe des Buches umgegangen wird. Durch meine eigene Angst weiß ich, wie vertrackt das ist.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Wir erfahren, was Franzi passiert ist und wie es dazu kam, dass sie ihr Bein verloren hat. Dadurch ist bereits eine Bindung zu der Protagonistin entstanden. Ich habe von einigen Leser*innen gehört, dass sie Franzi im Nachhinein unsympathisch fanden und ihre Negativität kritisiert haben. Mir fiel das aber nicht negativ auf, da ich ihre Handlungen stets mit ihren Erfahrungen verbunden habe.

Die Charaktere Franzi und Jan sind meiner Meinung nach gut getroffen. Jan wirkt zu Beginn ein bisschen plump, entwickelt sich aber zu einem sehr einfühlsamen Charakter. Die beiden ergänzen sich perfekt und gehen gemeinsam ihrer Wege. Das war sehr schön zu beobachten und zu verfolgen.

Die Handlung des Buches war für mich schon eher vorhersehbar, was aber nicht schlimm ist. Es ist dennoch spannend zu beobachten, wie das eintritt, was ich mir schon gedacht habe. Zum Ende hin wurde es doch sehr turbulent und die Ereignisse haben sich überschlagen. Das hat nochmal die Spannung hochgehalten, was ich ganz gut fand.

Der Schreibstil von Fine Sturm war angenehm zu lesen. Es waren leichte Worte, die Bilder im Kopf erzeugt haben. Mein innerer Monk hat noch ein paar Rechtschreibfehler gefunden, über die man aber ganz gut hinweglesen kann. Viele Worte waren für diese schwierigen Themen gut gewählt und haben so Einfühlungsvermögen an die Lesenden gebracht.

Das Cover gefällt mir gut, da ich die Farbverläufe im Moment sehr gerne mag. Ich verstehe nur nicht so ganz, warum auf dem Buchrücken der Titel „abgekürzt“ wurde und zu „Auf 7 Beinen“ wurde.

Ein Manko für mich als „Betroffene“ ist, dass Franzi in meinen Augen ihre Angst vor Hunden doch sehr schnell verloren hat. Ich selbst habe schon seit 20 Jahren Angst vor Hunden und immer mal wieder bessere Zeiten (bspw. Habe ich 3 Monate mit 2 Hunden in einem Büro zusammengearbeitet), aber trotzdem kommt die Angst immer wieder. Natürlich ist es schwierig, das in einer zeitlich beschränkten Geschichte real darzustellen und ich kann mir auch vorstellen, dass das nicht so viele Leser*innen stören wird.

Grundsätzlich kann ich „Auf sieben Beinen“ empfehlen, da sich hinter den Buchdeckeln eine süße Geschichte verbirgt, hinter der sehr viel mehr steckt. Eine interessante Backgroundstory der Protagonistin tragen die gesamte Geschichte und weckten das Interesse bei mir. Insbesondere andere „Ängstlinge“ sollten einen Blick auf dieses Buch werfen und Hundeliebhaber werden auch auf ihre Kosten kommen.

Und hier könnt ihr euch das Buch gerne noch einmal selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Auf sieben Beinen“

Autorin: Fine Sturm
Titel: Auf Sieben Beinen
Verlag: Fine Sturm (Nova MD)
ISBN 978-3969666937
Preis: 14,90€  für das Taschenbuch
Seiten: 392
Erschienen am: 28. Dezember 2020


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