„Wenn Liebe eine Farbe hätte“ von Leonie Lastella – Ein Geheimnis verbindet zwei Menschen

Im Frühjahr habe ich bereits „Das Licht von tausend Sternen“ von Leonie Lastella gelesen, was mich gut unterhalten hat. Da bin ich neugierig geworden, als ich gelesen habe, dass ein weiteres Buch von ihr im dtv-Verlag erscheinen wird. Als ich „Wenn Liebe eine Farbe hätte“ zur Hand genommen hatte, brauche ich leichte Unterhaltung und Ablenkung…

Klappentext:

Wenn die Funken sprühen und die Fetzen fliegen. Eine Romance zum Verlieben!

Everly und David waren das perfekte Paar – bis sich David plötzlich von ihr trennte. Jetzt braucht Everly dringend einen neuen Mitbewohner und einen Job, aber die Stelle im Beach-Café hat einen riesigen Haken: Weston – ihren arroganten und furchtbar unsympathischen ehemaligen Mitschüler, dem Everly aber auch den aufregendsten Kuss ihres Lebens verdankt. Für Weston ist Liebe ein Luftschloss, in dem Menschen wie Everly und David verrotten, anstatt das Leben in vollen Zügen zu genießen. Bis er aus seiner Wohnung geworfen wird, und ausgerechnet Everly ihm anbietet, bei ihr einzuziehen …

 Was passiert in „Wenn Liebe eine Farbe hätte“?

Everly wohnt mit Anfang zwanzig bei ihrer Großmutter und fühlt sich dort pudelwohl. Diese beschließt aber nun in ein Luxusresort mit täglich wechselnden Nachmittagsangeboten zu ziehen. Die junge Studentin wird dadurch gezwungen einen weiteren Job – neben den im Krankenhaus – anzunehmen, um die Miete zu bezahlen. Eigentlich war das alles anders geplant und ihr Freund David sollte dann zu ihr ziehen, doch der machte urplötzlich in einem Möbelhaus mit ihr Schluss. Das perfekte Paar gibt es nun nicht mehr.

Everlys Oma geht seit Jahren in das Café am Strand und kennt den Besitzer Weston sehr gut. Er ist in Everlys Alter und könnte ihr einen Job in dem Betrieb anbieten. Das macht er eigentlich nur ihrer Omi zuliebe, da er weiß, dass Everly ihn nicht ausstehen kann. Dennoch ist er tiefer mit ihrer Situation vertraut, als die beiden bisher ahnen. Everlys Oma erzählt Weston nämlich, dass sie Krebs hat und vermutlich bald sterben wird. Weston hat bereits vor einigen Jahren seine Mutter an diese Krankheit verloren und ist tief getroffen, dass er nun auch noch Everlys Oma an diese Krankheit verlieren wird. Allerdings hat sie ihm strengstens untersagt mit Everly darüber zu reden…

Die beiden kommen sich durch die gemeinsame Zeit näher und auch Weston öffnet sich gegenüber Everly. Er erzählt ihr von seinem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater und seinen aktuellen Lebensverhältnissen…

Der erste Satz:

„Der Geruch nach Alkohol und feiernden Menschen durch-dringt die Luft auf Miles’ Party.“

– Prolog, Seite 7

Wie hat mir „Wenn Liebe eine Farbe hätte“ gefallen?

Ehrlich gesagt habe ich nicht mit diesem Inhalt gerechnet… Ich habe das Buch aus meinem Regal genommen, weil ich auf eine leichte und unterhaltsame Romanze gehoffte habe. Allerdings ist dieses Buch für mich wirklich schwere Kost gewesen.

Fangen wir erstmal von außen an. Das Buch besticht durch sein farbenfrohes und „instagramtaugliches“ Cover und dem poetischen Titel „Wenn Liebe eine Farbe hätte“. Da habe ich mich des Öfteren im Verlauf des Buches gefragt, welcher Zusammenhang zur Geschichte besteht. Die einzige Verbindung, die sich mir erschlossen hat, ist die, dass Weston ein begabter Künstler ist und somit in einigen Szenen mit Farbe arbeitet. In meinen Augen ist der Titel wirklich sehr schön und ansprechend gewählt, dennoch fehlte mir – rückblickend betrachtet – ein genauerer Bezug zur Geschichte.
Des Weiteren ist die Geschichte aus den beiden Perspektiven von Everly und Weston geschrieben worden, sodass wir aus beiden Gedankenwelten etwas mitnehmen können. Diese werden abwechselnd präsentiert und immer durch eine Kapitelüberschrift angekündigt. Ich persönlich hatte die Empfindung, dass mehr auf Westons Gefühle und Verhalten eingegangen wurde und Everlys Ansicht zu kurz kam. Dies würde ich aber auch positiv bewerten, da ich das Gefühl habe, dass generell häufiger auf die weibliche Sicht geschaut wird (zumindest habe ich darüber mehr gelesen), weshalb ich es erfrischend fand mehr über Weston zu erfahren.

Die Protagonisten Weston und Everly sind zwei sehr charakterstarke Figuren, so unterschiedlich sie auch sein mögen. Weston ist der typische coole Junge in der Schule gewesen, hat aber einen weichen Kern und eine harte Hintergrundgeschichte. Everly hingegen ist immer die Hälfte des perfekten Paares gewesen. Obwohl es nie so richtig herauskam, denke ich, dass sie schon eher das schüchterne Mädchen gewesen ist. Es passt leider nicht so richtig in das Genre, aber es wäre für mich ansprechender gewesen, wenn zwischendurch auch die Gedanken der Oma zum Tragen gekommen wären. Ihre Geschichte hat mich an dem Buch am meisten interessiert. Warum verlässt sie Everly und warum sagt sie ihr nichts? Natürlich kommt sie in Gesprächen auch zum Reden, aber ich fand es insgesamt zu wenig (dafür, dass sie den Kleber zwischen Everly und Weston bildet und sich eigentlich die gesamte Geschichte um sie dreht).

Kurz ansprechen wollte ich noch den Handlungsort. Das Buch spielt in Amerika, was ich persönlich nicht als nötig empfand. Selbstverständlich möchten wir Eskapismus betreiben und unserem Alltag entfliehen, aber diese Geschichte hätte ich mir auch gut in Deutschland vorstellen können. Das hätte mir näher gelegen und hätte ich irgendwie authentischer gefunden. Dennoch ist mir bewusst, dass viele Bücher dieses Genres in Amerika (bzw. einem anderen Land) spielen, weshalb das nur ein persönlicher Punkt ist.

Der Handlungsverlauf war nicht wirklich überraschend, obwohl es einige Wendungen gab. Ich denke aber, dass es für Leser*innen, die sich gerne mit diesem Genre befassen, eine schöne Wohlfühlgeschichte ist. Leonie Lastella schafft es aber auch in diesem Fall wieder einen besonderen Akzent – in dem Fall die Krebserkrankung der Oma – zu setzen.

Schlussendlich muss ich sagen, dass mir das Thema Krebs persönlich zu nah gegangen ist, da es in meinem Leben von aktueller Präsenz ist. Ansonsten hätte ich „Wenn Liebe eine Farbe hätte“ vermutlich auch mehr genießen und abtauchen können. So habe ich mir zu viele Gedanken gemacht. Dennoch bin ich der Meinung, dass es New Adult-Leser*innen sehr gefallen könnte, da es viele positive Aspekte bietet und Leonie Lastella nach „Das Licht von tausend Sternen“ wieder ein besonderes Thema ins Zentrum gerückt hat.

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Wenn Liebe eine Farbe hätte

Autorin: Leonie Lastella
Titel: Wenn Liebe eine Farbe hätte
Verlag: dtv
ISBN 978-3-423-74059-3
Preis: 12,95€  für die Klappenbroschur
Seiten: 400
Erschienen am: 18. September 2020       


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