„Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness: Ein Topmodel berichtet“ von Anne-Sophie Monrad und Katrin Blum – Alles, was hinter dem Blitzlicht passiert, wird verschwiegen

Vor einigen Wochen hat mich ein Buch aus dem dtv-Verlag erreicht, von dem ich nicht so ganz wusste, was es mir bieten wird. Ich war gespannt, was Anne-Sophie Monrad in „Fashion Victim“ aus ihrer Erfahrung berichten wird.

Klappentext:

Immer in Top Shape? Insiderblick eines Models

10 Jahre lang war Anne-Sophie Monrad auf den Laufstegen der Welt zu Haus und lief für Givenchy, Gaultier, Karl Lagerfeld u.v.m. Bis sie im Herbst 2018 mit einem Instagram Post und einem FAZ-Artikel gegen die unmenschlichen Zustände hinter den Kulissen des Model-Business protestierte und ihrem Leben eine neue Richtung gab.

In ›Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness‹ schildert sie ihren Weg von der normalen Schülerin zu einem der gefragtesten Laufstegmodels und setzt sich mit den Problemen auseinander, die der Traumberuf vieler Teenager bei allem Glamour und Glitzer mit sich bringt: Magerwahn, finanzielle Ausbeutung, Konkurrenzdruck und sexuelle Belästigung.

 Was passiert in „Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness“?

Das Buch ist in mehrere thematische Kapitel geordnet und die Leser*innen begleiten Anne-Sophie Monrad bei ihrem Start ins Modelbusiness und die Hürden, die auf sie gewartet haben. Sie erzählt, wie so ein typisches Casting abläuft und was die Fashion Weeks auf der Welt für die Models bedeuten. In der Mitte des Buches gibt es auch einige Bilder, die den Leser*innen einen besseren Eindruck vermitteln. Außerdem kann man sich an einigen Stellen im Buch auch ansehen, wie Anne-Sophie zu dem Zeitpunkt ausgesehen hat und welche Ausstrahlung sie nach außen hatte. Zwischendurch hat sich das Model Weggefährten geschnappt und mit ihnen ein kurzes Gespräch über ein bestimmtes Thema geführt. Unter anderem spricht sie mit Wolfgang Joop, ihrem Bruder Mathias, dem GNTM-Fotografen Kristian Schuller, ihrer Kollegin Cici und dem ehemaligen Booker Jacob Mohr.

Der erste Satz:

„Mit diesem Instagram-Post beendete ich im September 2018 ein Kapitel meines Lebens, das zehn Jahre zuvor mit einem Traum begonnen hatte.“

– Einleitung, Seite 8

Wie hat mir „Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness“ gefallen?

Zuallererst finde ich es bemerkenswert von Anne-Sophie ihre Geschichte mit der Welt zu teilen und auch zu zeigen, was es für die meisten Models bedeutet ihren Beruf auszuüben.

Ich kannte sie als Model zuvor nicht und war aber interessiert, was sie erlebt hat. Vor einigen Wochen habe ich bereits „Meat Market“ gelesen, in dem es ebenfalls um das Modelleben und seine Schattenseiten ging. In dem Fall war es allerdings eine fiktive Geschichte. Gerade deswegen wollte ich wissen, ob sich Parallelen finden oder die Versionen weit auseinander gehen.

Dennoch muss ich leider sagen, dass es viele Aspekte gab, die mir an dem Buch nicht gefallen haben. Die haben nichts damit zu tun, dass ich Anne-Sophies Erfahrungen anzweifeln möchte, sondern sind ganz anderer Natur. Ich persönlich hätte mir eine Triggerwarnung für essgestörte Patienten bzw. Menschen, die mit dieser Problematik zu kämpfen haben, gewünscht. Vor dem Kapitel, in dem es um sexuelle Belästigung geht, gibt es eine Triggerwarnung, die ich auch sehr gut und wichtig finde. Allerdings wird in dem ganzen Buch so viel über Zahlen, Gewicht, Maße und Tricks zum Abnehmen gesprochen, dass ich es als ehemalige Betroffene wirklich problematisch fand. Natürlich könnte man als Leser*in davon ausgehen, dass in einem Buch über das Modeln auch über Zahlen gesprochen wird, aber ich fände es trotzdem wichtig, vor markanten Stellen eine Warnung auszusprechen. Besonders die Tricks zur Kalorienreduktion und zum Abnehmen fand ich äußerst zweifelhaft und fragwürdig…

Des Weiteren habe ich mir mehr darunter vorgestellt, als die besagten Interviews angekündigt wurden. Sie haben mir als Leserin nicht den Mehrwert gegeben, den ich erwartet hätte. Am interessantesten fand ich das Gespräch mit ihrem Bruder, da er bereits zuvor in dem Buch aufgetaucht ist und ich mir ein Bild von ihm und seiner Situation machen konnte. Aber gerade von dem Gespräch mit Wolfgang Joop ist bei mir nichts hängen geblieben.

Schlussendlich bin ich Anne-Sophie vermutlich dennoch dankbar, dass sie die Tore geöffnet hat und gezeigt hat, was für die vielen Models da draußen bittere Realität ist. Erstaunlich finde ich auch, wie groß der Unterschied auf den abgedruckten Bildern ist. Nach dem offiziellen „Ende“ ihrer Modelkarriere sieht sie so viel glücklicher aus und strahlt in meinen Augen eine ganz andere Energie aus, als auf den Laufsteg-Fotos der großen Labels.

Ich denke, gerade für Leser*innen, die hinter die Fassade blicken wollen und wissen möchten, wie unglamourös das Modelleben tatsächlich ist, kann „Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness“ einen Blick wert sein. Dazu sollte allerdings gesagt werden, dass in diesem Buch Themen wie Essstörungen, Sexuelle Belästigung, Machtverhältnisse und Unterdrückung angesprochen werden und Personen, die sich damit unwohl fühlen, das vorher wissen sollten.

Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness“

Autorinnen: Anne-Sophie Monrad und Katrin Blum
Titel: Fashion Victim – Licht und Schatten des Modelbusiness
Verlag: dtv Junior
ISBN 978-3-423-74063-0
Preis: 16,95€  für die Klappenbroschur
Seiten: 288
Erschienen am: 21. August 2020             


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