Bereits im letzten Jahr durfte ich vorab die ersten 200 Seiten von „Das Ting“ lesen und das Themenfeld hat mich echt angesprochen. Es geht um ein Entwickelteam und die Entwicklung einer App. Besonders heutzutage gewinnt das Thema immer mehr an Relevanz.
Klappentext:
#schoeneneuemenschen
Vier junge Visionäre gründen in Berlin ein Start-Up up und entwickeln zusammen eine App: das sogenannte Ting, das körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und auf dieser Grundlage Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen gibt.
Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten immer weiter, sein eigenes Leben und das der User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen – mit verheerenden Folgen.
Der erste Satz:
„Sein Spiegelbild in der gläsernen Drehtür wird mit jedem Schritt größer.“
Seite 11, Linus, Teil Eins

Wie hat mir „Das Ting“ gefallen?
Nach dem ich die ersten 200 Seiten damals gelesen habe, dachte ich mir, dass das Buch interessant werden kann. Aber es hat mich nicht vollständig catchen können. Allerdings wollte ich dem fertigen Buch noch eine Chance geben und habe es dann jetzt im Juli gelesen.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir relativ leicht, weil man Linus und das gesamte Team von Anfang an verfolgt und jeden Protagonisten kennenlernt. Allerdings konnte ich den Draht zu den Protagonisten nicht so ganz aufbauen. Sie waren mir nicht nahbar und die drei Männer habe ich beim Lesen verwechselt. Das wird vermutlich an mir bzw. meiner Aufmerksamkeit liegen, aber es war natürlich ärgerlich.
Der Erzählzeitraum war unglaublich lange und umfasste sogar mehrere Jahre. Das war durch die Entwicklung der App erforderlich, da es definitiv Phasen gibt, in denen nicht ganz so viel passiert. Als Leserin hätte ich es hilfreich gefunden, wenn zu Beginn der Kapitel gestanden hätte, an welchem Datum wir uns momentan befinden.
Das Thema rund um Selbstkontrolle, Selbstoptimierung und Künstliche Intelligenz finde ich persönlich unfassbar spannend. Es ist ein Bereich, der sich momentan immer weiterentwickelt und nicht stillsteht. Hier fand es Einzug als App, die durch die vier entwickeln wurde. Allerdings habe ich herausgelesen, dass das Ting irgendwann als Stimme im Kopf aufgetaucht ist. Diesen Aspekt finde ich spannend, weil ich mir vorstellen kann, dass das in naher Zukunft möglich sein könnte, aber ich hätte mir gewünscht, dass erklärt wird, wie das Team, das entwickelt hat.
Das Ting soll das Leben seiner Nutzer mit Handlungsempfehlungen verbessern. Durch den Vertrag jeder Handlungsempfehlung zu folgen, den die Entwickler geschlossen haben, hat das ganze Konzept für mich aber einen bitteren Beigeschmack. Ich konnte den Ansatz verstehen, dass die App nur so richtig getestet werden konnte. Dennoch ist es schon manchmal schwierig gewesen, was das Ting vorgeschlagen hat.
Der Schreibstil war – wie das Thema generell – eher technisch und kühl gehalten. Bestimmte Szenen hätten meiner Empfindung nach mehr Emotionalität erfordert. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen und dadurch spoilern, aber an manchen Stellen habe ich mich gefragt, wie genau sich die Charaktere fühlen und welche Gedanken sie herumtreiben. Allerdings bin ich der Meinung, dass der Stil generell zum Buch gepasst hat.
Schlussendlich bin ich nach diesem Buch sehr zwiegespalten. Es war interessant die Charaktere über eine lange Zeitspanne zu verfolgen und zu sehen, wie sie mit ihrer Erfindung umgehen und was daraus wird. Das Ting als Konstrukt hat mir gefallen. Ich habe mich gefragt, was das Ting mir empfohlen hätte und ob meine Empfehlungen auch so eingreifend gewesen wären. Allerdings war der Schreibstil nicht meins, obwohl ich mir vorstellen kann, dass andere Leser*innen mit dieser kühlen, technischen Schreibweise mehr anfangen können.
Ich denke, dass „Das Ting“ einen Blick wert sein könnte für Leser*innen, die Lust haben auf ein Gedankenexperiment und gerne in den Prozess der App-Entwicklung hineinschnuppern wollen.
Liebe Grüße
Eure Lin
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen und euch selbst ein Bild machen 😉
Informationen zu dem Buch „Das Ting“
Autor: Artur Dziuk
Titel: Das Ting
Verlag: dtv Verlag
ISBN 978-3-423-23006-3
Preis: 18€ für das Hardcover
Seiten: 464
Erschienen am: 16. September 2019
Entdecke mehr von Welt voller Bücher
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.