An einem tristen Montag vor einigen Wochen bin ich vom dtv-Verlag überrascht worden und es lag ein buntes Päckchen in meinem Postfach. Es enthielt das neue Buch „Für eine Nacht sind wir unendlich“ von Lea Coplin und wunderschöne Features passend zum Buch wie zum Beispiel Polaroid-Bilder und Knicklichter. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich gespannt, was mich hier wohl erwarten könnte und wollte das Buch direkt im sommerlichen Juli lesen.
Klappentext:
Ein Trip nach England, ein Konzert am letzten Abend und nur eine Nacht, um die große Liebe zu erkennen
»Die schönsten Liebesgeschichten schreibt das Leben, heißt es. Mit ›Für eine Nacht sind wir unendlich‹ widerlegt Lea Coplin diese Aussage – denn besser hätte es das Leben auch nicht hinbekommen.« Anne Freytag
Als Jonah und Liv bei einem Festival in England aufeinandertreffen, könnte das, was sie wollen, nicht unterschiedlicher sein. Doch dann beginnt es zu knistern. Und obwohl Liv von vornherein klarstellt, dass nichts laufen wird zwischen ihnen, und obwohl Jonah sich einredet, dass das ganz in seinem Sinne ist, kommen sich die beiden immer näher. Nur wird Jonah am nächsten Tag mit seinen Freunden zurück nach Deutschland fahren. Ihm und Liv bleibt nur diese eine Nacht, um herauszufinden, was da zwischen ihnen ist. Doch wie nah kann man sich kommen, wenn am nächsten Morgen alles vorbei ist?
Was passiert in „Für eine Nacht sind wir unendlich “?
Liv lebt momentan bei ihrer verrückten Tante Mafalda in Glastonbury, um ihr mit dem Foodtruck auf dem Festival zu helfen, womit beide Frauen alle Hände voll zu tun haben. Und ihr Freund möchte das irgendwie nicht so ganz verstehen. Er ist extra 2 Tage gekommen, um Zeit mit Liv zu verbringen und dann muss sie in aller Herrgottsfrühe losfahren und kommt erst spätabends wieder in die Wohnung von Mafalda. Seine Zeit in Glastonbury ist auch vorbei und er muss wieder zurück. Seinen Abschied verbindet er aber gleich mit einem großen Knall und trennt sich quasi von Liv… So traurig wie man meinen könnte, ist Liv aber nicht.
Jonah ist mit seinen Freunden und seiner Exfreundin auf das Glastonbury Festival gefahren und der letzte richtige Festivaltag ist angebrochen. Er ist einfach nur von Annika – seiner Exfreundin – genervt und versucht sich von der Gruppe zu distanzieren. In der Schlange zu den Linsenbällchen sieht er plötzlich Liv und erkennt sich in ihrem Ausdruck und der Art wie sie rüberkommt wieder. Was er erst später erfährt, das war die Situation, bei der Livs Freund sich von ihr getrennt hat.
Die beiden treffen trotz der riesigen Menschenmassen noch einige Male aufeinander und Mafalda gibt Liv frei, damit sie den letzten Festivaltag genießen kann. Sie zieht zusammen mit Jonah los und die beiden wissen von Anfang an, dass sie sich nach diesem Tag auf dem Festival nicht mehr wiedersehen werden und Liv ist sich sicher, dass sie sich nicht von einem x-beliebigen Typen auf dem Festival rumkriegen lassen wird. Doch die beiden teilen mehr miteinander, als sie anfänglich zugeben wollen…
Der erste Satz:
Ich hatte schon bessere Tage, so viel ist sicher.
– Seite 7, Kapitel 1 Jonah

Wie hat mir „Für eine Nacht sind wir unendlich“ gefallen?
Dieses Buch schreit nach Sommer, Liebe und Tanzen. Es hat mir sehr großen Spaß bereitet, das Buch während der warmen Temperaturen zu lesen und mit Jonah und Liv in Glastonbury unterwegs zu sein.
Die Covergestaltung hat mich anfänglich nicht so begeistert, aber je länger ich es in der Hand halte, desto schöner wird es irgendwie. Die beiden liegenden Menschen (ich vermute mal Liv und Jonah) habe ich erst überhaupt nicht gesehen. Aber sie passen richtig gut zu der Geschichte und auch die Farbgebung gefällt mir richtig gut.
Geschrieben wurden die Kapitel (beinahe immer) abwechselnd aus Jonahs und Livs Perspektive. Wer meine Rezensionen vielleicht schon öfter gelesen hat, weiß, dass ich nicht wirklich ein Fan davon bin, eine Geschichte aus mehreren Perspektiven zu verfolgen. Allerdings gibt es dabei immer wieder Ausnahmen und das Buch hier gehört auch dazu. Zwar konnte ich mich in Liv besser hineinversetzen und ihre Entscheidungen besser nachvollziehen als die von Jonah, dennoch ist die Aufteilung hier sehr gut gelungen.

Jonah und Liv sind zwei Protagonisten, die ich in mein Herz geschlossen habe. Beide tragen ihre Päckchen mit sich herum und haben Narben aus der Vergangenheit. Und obwohl sie sich nicht kennen, spüren sie beim Gegenüber ein Verständnis, weshalb sie sich öffnen können. Das klingt (und klang auch für mich) erstmal super unrealistisch und klischeehaft, aber Lea Coplin hat es geschafft, die Situation natürlich darzustellen. Ein Punkt, bei dem ich oft empfindlich reagiere, ist die Darstellung von Essstörungen in Büchern. Es wurde nie explizit erwähnt, dennoch denke ich, dass Liv zumindest bedenkliche Anzeichen dessen hat und ich finde es an dieser Stelle irgendwie schade, dass nicht näher darauf eingegangen wurde oder dem Kind ein Name gegeben wurde. Verständlich fand ich den Hintergrund und woher Liv kommt und sich das entwickelt hat, aber dass keine Reaktionen ihrer Familie oder ihren Freunden kamen (bzw. nicht davon berichtet wurde), finde ich schwierig. Außerdem fände ich es hilfreich, wenn es zum Ende des Buches noch einen „Wenn es dir ähnlich wie Liv geht, dann kannst du hier Hilfe finden“-Abschnitt geben würde, wo sich Betroffene Hilfe suchen könnten.
Die Handlung ist in ihren Grundzügen natürlich schon vorhersehbar, weil einfach die besonderen Gegebenheiten dazu führen. Sie sehen sich nur den einen Tag (und die Nacht) auf dem Festival. Das Festival bietet viele spektakuläre Plätze und Möglichkeiten. Es wird kaum andere Figuren geben, weil Liv und Jonah die Zeit zu zweit verbringen werden. Die beiden werden sich – wie auch immer- näher kommen und zueinander finden Aus diesen Gründen war vieles des Handlungsverlaufes von vornherein geklärt, allerdings hat Lea Coplin dennoch „Überraschungen“ und Wendungen in die Story eingebaut, die mir als Leserin gefallen haben.
Die beiden machen eine enorme Charakterentwicklung in den knapp 300 Seiten durch und sind schlussendlich an einem völlig anderen Punkt als da, wo sie gestartet sind. Wir können in die Abgründe ihrer Seelen schauen und sehen, wie sich gegenseitig helfen und auffangen. Zu Beginn konnte ich – insbesondere Jonah – nicht wirklich einschätzen und wusste nicht, was für ein Typ Mensch er ist. Aber je mehr ich aus seiner Perspektive gelesen habe, desto mehr konnte ich ihn verstehen und habe ich auch in mein Herz geschlossen.
Endgültig möchte ich „Für eine Nacht sind wir unendlich“ als Sommerlektüre für diesen Sommer empfehlen. Es hat mich an einen anderen Ort gebracht und mir das Gefühl gegeben, dass ich auch auf einem Festival bin und mein Leben in vollen Zügen auskoste. Außerdem ließ es sich richtig gut lesen, weshalb ich es als leichte Sommerlektüre für Leser*innen empfehlen kann, die den Sommer vielleicht physisch daheim verbringen und sich aber wegträumen wollen.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Für eine Nacht sind wir unendlich“
Autorin: Lea Coplin
Titel: Für eine Nacht sind wir unendlich
Verlag: dtv junior
ISBN 978-3-423-74060-9
Preis: 12,95€ für die Klappenbroschur
Seiten: 304
Erschienen am: 24. Juli 2020
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