Ich weiß noch ganz genau, wie ich 2019 im März den ersten Teil „Vanitas – Schwarz wie Erde“ beendet habe und über eine geschlagene Stunde mit meinem Freund auf der Leipziger Buchmesse bei der Signierstunde für Ursula Poznanski anstand. Als wir endlich an der Reihe waren, habe ich ihr erst einmal gesagt, wie toll ich das Buch fand. Umso gespannter war ich, wie die Vanitas-Reihe fortgeführt wird.
ACHTUNG: Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung, weshalb die Rezension Teile der vorherigen Geschichten spoilern könnte
Klappentext:
Seit wann muss man auf dem Friedhof um sein Leben fürchten?
Der neue Erwachsenen-Thriller von Ursula Poznanski um die Wiener Blumenhändlerin ist da: die Fortsetzung zu VANITAS – Schwarz wie Erde!
Carolin ist zurück in Wien, zurück in der Blumenhandlung am Zentralfriedhof. Sie weiß, dass ihre Verfolger sie nicht mehr für tot halten, doch wie es aussieht, haben sie ihre Spur in München verloren. Kaum beginnt sie sich wieder ein wenig sicherer zu fühlen, wird der Friedhof von Grabschändern heimgesucht. Immer wieder werden nachts Gräber geöffnet, die Überreste der Toten herausgeholt und die Grabsteine mit satanistischen Symbolen beschmiert. Nicht lange, und auf einem der Gräber liegt eine frische Leiche – ist jemand den Grabschändern in die Quere gekommen?
Die öffentliche Aufmerksamkeit und das Polizeiaufkommen rund um den Friedhof sind Carolin alles andere als recht – doch fast noch mehr irritiert sie ein junger Mann, der seit kurzem täglich den Blumenladen besucht. Nach außen hin gilt sein Interesse ihrer Kollegin, doch in Carolin wächst der Verdacht, dass er in Wahrheit hinter ihr her ist. Sie entschließt sich zu einem folgenreichen Schritt …
Was passiert in „Vanitas – Grau wie Asche “?
Carolin arbeitet wieder in der Blumenhandlung auf dem Zentralfriedhof Wiens. Allerdings ist sie nun noch aufmerksamer und rechnet jeden Moment damit, dass ihre Verfolger auftauchen. Sie finden. Sie töten. Und als auch noch mehrere Gräber auf dem Friedhof geschändet und geöffnet werden, lenkt sich der Blick der Öffentlichkeit auf den Zentralfriedhof. Die Polizei wird zum Dauergast und aufgrund der spektakulären Fälle lässt auch die Presse nicht lange auf sich warten. Carolin muss vorsichtig sein, denn ihre Augen sind überall. Der Kommissar Tassani findet es äußerst verdächtig, dass Carolin immer in der Nähe der neuesten Vorfälle ist und er sie zuerst trifft. Jetzt ist sie nicht nur im Visier einer gefährlichen osteuropäischen Bande, sondern auch noch unter Beobachtung des ermittelnden Beamten.
Währenddessen Carolin versucht jeglichen Kontakt zu Menschen zu vermeiden, knüpft ihre Kollegin Eileen momentan immer neue Männerkontakte. Doch besonders einer dieser Männer fällt Carolin auf. Denn er passt nicht zu Eileen und verhält sich irgendwie komisch… Ist er vielleicht hinter Carolin her und möchte sie ausliefern?
Der erste Satz:
„Der Mann lag bäuchlings im Gras und atmete in unregelmäßigen Zügen die kühle Nachtluft ein.“
– Seite 5, Prolog.Park.

Wie hat mir „Vanitas – Grau wie Asche“ gefallen?
Der Anfang in das Buch fiel mir sehr schwer, weil mir der Anschluss zum ersten Teil fehlte. Mir war die Geschichte noch grob in Erinnerung geblieben, aber ich habe die Details vergessen und vor allem: Wo endete der erste Teil? Später kamen Erinnerungsfetzen wieder zurück, aber es hat eine Weile gedauert.
Ansonsten hatte das Buch wieder ein interessantes Setting, da dieser Friedhof in Wien für Carolin ein sicherer Ort ist und durch die Grabschändungen zu einer Gefahr wird. Generell finde ich Friedhöfe unfassbar spannend für einen Thriller. Sie bieten einen gruseligen wie auch mythischen Ort um die Geschichte zu erzählen.
Der Fall, in den Carolin hier hineingerät, ist deutlich dunkler und geheimnisvoller als der aus dem ersten Teil. Es gibt Hinweise auf satanistische Gruppierungen und okkultistische Verbände. Wie die Grabschändungen dann aufgeklärt werden, hält nochmal so einige Überraschungen bereit. Ich persönlich fand die Hintergründe und das, was Carolin entdeckt, dann doch spannender als ich erwartet habe. Erst dachte ich, dass das relativ vorhersehbar und langweilig werden könnte, aber ich wurde doch noch überrascht.

Als Leser*innen erhalten wir auch einen größeren Einblick in Carolins Vergangenheit und erfahren wer „er“ ist, von dem wir immer mal wieder in ihren Gedanken erfahren. Dieser Einblick macht die Protagonistin für uns nahbarer und man versteht, wovor und warum sie so eine riesige Angst hegt. Allerdings finde ich, dass Carolin an einigen Stellen „dumm“ oder unlogisch handelt, indem sie beispielsweise Fundstücke vom Tatort entwendet und sie bei sich behält, obwohl sie augenscheinlich nichts mit ihr zu tun haben und die Polizei nicht auf ihre Fährte bringen würden.
Besonders die Handlung um Eileens mysteriösen neuen Freund hat mich interessiert. Bis zum Schluss war ich mir unschlüssig, ob ich ihm vertraue oder ein doch von den Karpins kommt. Das ist meinen Augen richtig gut gelungen.
Im ersten Teil habe ich besonders die Sprache der Blumen gelobt, die in dem Buch thematisiert wird. Auch in dem zweiten Band spielt das eine Rolle, aber eher eine untergeordnete Rolle, was ich persönlich schade fand, so aber auch nicht aufgesetzt wirkte.
Schlussendlich fand ich „Vanitas – Grau wie Asche“ spannend und habe gerne die Geschichte von Carolin verfolgt und mit ihr gefiebert. Ich denke, dass dieses Buch für Thriller-Fans und Liebhaber von Poznanskis Schreibstil einen Blick wert ist. Außerdem könnte es für Leser von düsteren Rätselkrimis interessant sein.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Vanitas – Grau wie Asche“
Autorin: Ursula Poznanski
Titel: Vanitas – Grau wie Asche
Verlag: Droemer Knaur Verlagsgruppe
ISBN 978-3-426-22687-2
Preis: 16,99€ für das Paperback
Seiten: 400
Erschienen am: 02. März 2020
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