„Verschließ jede Tür“ von Riley Sager – Ein Haus und ganz viele Geheimnisse hinter verschlossenen Türen

Der Juni war sehr spannungsgeladen, was meine Lektüre betrifft. So fügt sich „Verschließ jede Tür“ sehr gut ein und hat sich dennoch abgehoben von dem Rest. Von Riley Sager habe ich bereits „Final Girls“ gelesen und war damals schon angetan von der Erzählstruktur und dem Schreibstil der Autorin

Klappentext:

Ein Haus zum Träumen. Und zum Sterben.

Jules hat einen Wahnsinns-Job an Land gezogen: Sie soll im Bartholomew, einem prachtvollen alten Hochhaus am Central Park, auf eine Luxuswohnung aufpassen. Und dafür 1000 Dollar die Woche kassieren! Einige seltsame Bedingungen gibt es allerdings: Sie muss jede Nacht im Apartment schlafen und darf niemanden in die Wohnung lassen. Kaum ist Jules eingezogen, häufen sich unheimliche Vorkommnisse. Von Ingrid, ebenfalls »Apartmentsitterin«, erfährt sie, dass das Bartholomew ein dunkles Geheimnis hat. Als Ingrid verschwindet, versucht Jules, das Geheimnis zu lüften – und gerät dabei selbst in größte Gefahr.

 Was passiert in „Verschließ jede Tür “?

Jules steht gerade an einem Punkt in ihrem Leben, an dem nicht ganz so viel rund läuft. Ihr Freund hat sie betrogen, weshalb sie aus der „gemeinsamen“ Wohnung ausgezogen ist und jetzt auf dem Sofa ihrer Freundin schlafen muss. Aus ihrem Job wurde sie aufgrund von Einsparungen ebenfalls rausgeworfen und steht nun ohne Geld und ohne Bleibe da. Passend kommt da die Zeitungsannonce, dass Apartmensitter gesucht werden. 1000$ soll es da pro Woche geben! Doch als Jules bei dem Bewerbungsgespräch ankommt, kommen erste Zweifel auf. Sie steht vor dem Bartholomew. Eines der schönsten und ältesten Gebäude am Central Park. Wer sollte denn da einen Wohnungssitter brauchen? Aber Jules bekommt den Job und zieht schon kurz darauf in das Apartment ein. Allerdings gibt es sonderbare Regeln, die ihre Chefin ihr gibt. Kein Besuch, jede Nacht im Apartment sein, niemanden im Haus ansprechen, nichts nach außen tragen (nicht mal, dass man überhaupt dort wohnt). Mit der Aussicht auf insgesamt 12.000$ nimmt Jules allerdings diese Auflagen gerne in Kauf.

Sobald sie eingezogen ist, wird alles immer seltsamer…Die Tapete hat irgendwie Augen, nachts hört sie jemanden in ihrem Apartment und dann verschwindet auch noch eine der anderen Sitterinnen Ingrid, obwohl Jules Chefin der festen Überzeugung ist, dass sie aus freien Stücken ausgezogen ist. Jules macht sich auf die Suche nach Ingrid, weil sie in der Nacht Schreie gehört hat und Ingrid auf sie sehr verstört gewirkt hat. Doch an wen soll sich Jules wenden? Im Bartholomew haben alle Bewohner ein dunkles Geheimnis…

Der erste Satz:

„Helles Licht bohrt sich in die Finsternis, und auf einen Schlag bin ich wach.“

– Seite 7, Jetzt

Wie hat mir „Verschließ jede Tür“ gefallen?

Wow! Dieses Buch hat mich total umgehauen und gefesselt. Riley Sager hat mit „Verschließ jede Tür“ ein Wahnsinnsbuch geschrieben.

Die Protagonistin Jules hat schwere Schicksalsschläge hinter sich und ist nun auf der Suche nach neuen Pfeilern im Leben. Ich konnte ihre Entscheidungen verstehen und nachvollziehen. Mit der Zeit konnte ich mich mit ihr identifizieren, weil ich immer mehr von ihrem Wesen kennengelernt habe. Ich konnte ihre Angst spüren, ich konnte ihre Beklemmung spüren und ich konnte auch die Hoffnung spüren, die sie fühlte, als sie endlich jemanden finden konnte, der vertrauenswürdig erscheint.

Das Buch wird aus zwei Zeitperspektiven erzählt. Dem Jetzt und den sechs Tagen davor. Dadurch wiegte ich mich in der Sicherheit, dass es ihr im Jetzt gut gehen wird und das Buch einen positiven Ausgang haben wird. Ich habe aufgeatmet, sobald es wieder zu den „Jetzt-Teilen“ gekommen ist. Allerdings trügt der Schein auch manchmal…

Das Setting ist genial. Ich kenne mich in New York nicht aus und weiß nicht, wie der Central Park auf seine Besucher*innen wirkt, aber ich kann es mir nun ein bisschen besser vorstellen. Die Bilder, die in meinem Kopf erzeugt wurden, sind lebhaft und wirklich detailliert gezeichnet worden. Das Apartment habe ich mich ausmalen können und ich habe aus Jules Augen sehen können. Das gelingt nicht vielen Autor*innen, weil ich mir oft einfach nur Orte vorstelle, die ich bereits kenne oder schonmal gesehen habe. Aber hier entstand in meinem Kopf ein völlig neues Haus, Apartment und eine neue Kulisse.

Der Handlungsverlauf ist atemberaubend. Obwohl es anfangs schleppend beginnt und man sich auf den ersten 100 Seiten fragt „Wann passiert denn endlich was“, geht es dann umso rasanter weiter. Die Handlung fliegt nur so über die Seiten und hat mich gepackt. Gerade zum Ende hin wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil es so spannend wurde. Es geschehen Dinge, mit denen ich nicht gerechnet habe und was mich besonders beeindruckt habe. Ich wusste bis zur Auflösung nicht, was hier los ist. Ich hatte meine eigenen Theorien zu den Vorkommnissen im Bartholomew, aber ich wurde bis zum Schluss an der Nase herumgeführt. Das fand ich beeindruckend!

In anderen Büchern sind die Nebenfiguren nicht so interessant, aber hier gäbe es so viel über einzelne Protagonisten zu erzählen. Sie tragen ihre eigenen Päckchen und herausstellen möchte ich die Figur der Autorin Greta Manville. In meinen Augen war das richtig gelungen! Jules liebt das Buch „Traumherz“, welches eine Geschichte rund um das Bartholomew erzählt. Und wie es der Zufall so will, lebt die Autorin Greta Manville momentan im Haus und Jules ist komplett von den Socken und umso geschockter, als Greta sich als grantige ältere Lady ausgibt. Allerdings geht es zwischen den beiden auch noch weiter. Gerade zu dieser Verbindung könnte man noch so viel sagen und die ist beschreibend für die vielen Anwohner des Bartholomew.

Ich werde dieses Buch definitiv nicht so leicht vergessen, weil es mich echt umgehauen hat. Ehrlich gesagt, habe ich nicht gerechnet, dass hinter den Buchdeckeln von „Verschließ jede Tür“ so eine gute Geschichte wartet. Hätte eine Freundin nicht davon geschwärmt, wäre es vermutlich noch eine Weile auf meinem SuB verstaubt, aber ich bin so froh, es dann doch gelesen zu haben.

Das Buch ist spannend, adrenalingeladen und hat mir den Atem geraubt. „Verschließ jede Tür“ von Riley Sager ist definitiv nichts für schwache Nerven und sorgt für einen erhöhten Puls. Eine absolute Leseempfehlung und vermutlich sogar ein Jahreshighlight!

Und hier könnt ihr euch das Buch selbst ansehen oder auch gleich bestellen 😉

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Verschließ jede Tür“

Autorin: Riley Sager
Übersetzung: Christine Blum
Titel: Verschließ jede Tür
Verlag: dtv
ISBN 978-3-423-21933-4
Preis: 10,95€  für die Klappenbroschur
Seiten: 400
Erschienen am: 24. April 2020                


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