Nachdem wir bereits in die Geschehnisse von der bösen Stiefmutter, dem Biest und Ursula blicken durften, geht die Villains-Reihe weiter mit der dunklen Fee oder auch besser bekannt als Maleficent. Ich war gespannt, was die zusammenhängende Story für uns bereit hält und wie inwiefern sich die Geschichte von der uns bekannten unterscheidet.
ACHTUNG: Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung, weshalb die Rezension Teile der vorherigen Geschichten spoilern könnte
Klappentext:
Die Geschichte von Dornröschen wird erzählt, als handele es sich um einen bösen Traum: Die Prinzessin trifft ihren Prinzen im Wald. Sie findet heraus, dass sie von einer dunklen Fee verflucht wurde, sich ihren Finger an einer Spindel stechen und in einen ewigen Schlaf zu fallen. Ihre drei guten Feen können den Fluch nur mildern. Aber die Macht des Guten hält an und ihr Held erweckt die Prinzessin mit einem Kuss. Und doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Was ist mit der dunklen Fee? Warum verflucht sie die unschuldige Prinzessin? Was führte dazu, dass sie so voller Bosheit, Wut und Hass wurde?
Spannend neu erzählte Version des Dornröschen-Märchens.
Was passiert in „Das Geheimnis der dunklen Fee “?
Nach der Tragödie rund um Ursula ist das ganze Reich unruhig und in reger Panik. Nebenbei erfährt Dornröschen, wie es dazu gekommen ist, dass sie sich den Finger an der Spindel gestochen hat, indem sie in einer Art „Spiegelkabinett“ erwacht und von den drei verdrehten Schwestern bedrängt wird. Nun taucht aber auch noch eine weitere entscheidende Figur auf: Maleficent. Sie verbreitet als dunkle Fee Angst und Schrecken, doch erlaubt uns das Buch auch einen Blick in ihre Vergangenheit. Wir begleiten Maleficent von der Wiege, in die Schule und auf ihrem Weg danach und lernen sie kennen. Denn wenn es etwas gibt, was uns bereits Angelina Jolie in der Realverfilmung bewiesen hat, ist es, dass Maleficent nicht ausschließlich böse ist. Doch bei dem Anblick der vielen Raben, Krähen und dem dunklen Rauch ist es verständlich, dass sich Unbehagen verbreitet, sobald eine wütende Maleficent mit ihren Hörnern im Anmarsch ist.
Was ihre Vergangenheit mit ihrer heutigen Persönlichkeit zu tun hat, wie die drei verdrehten Schwester ihre Finger im Spiel haben und warum Schneewittchen plötzlich in einem Haus herumfliegt, verrate ich an dieser Stelle noch nicht…
Der erste Satz:
„Das Schloss der dunklen Fee zeichnete sich als schwarzer Umriss gegen den stürmischen Himmel ab, den die weitläufigen Arme eines Wirbels aus grünem Nebel erhellten.“
– Prolog, S. 1

Wie hat mir „Das Geheimnis der dunklen Fee“ gefallen?
Maleficent war für mich bisher (und schon vor dem Buch) der spannendste Villain in der Reihe, da ich ihre Erscheinung allein schon faszinierend finde. Meine Befürchtungen, dass sie in diesem Buch eine ungeordnete Rolle spielen würde, hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Mir hat es richtig gut gefallen, dass die Leser in die Vergangenheit und Kindheit der besonderen Fee/Hexe blicken konnte und so auch mehr über andere Charaktere der Welt lernen konnten.
Der Schreibstil ist wie in den Teilen zuvor sehr märchenhaft und malerisch, was natürlich an die klassischen Märchen erinnern soll und es auch macht. In diesem Buch gibt es wieder viele Perspektivwechsel, wovon ich leider nicht so ein großer Fan bin, dennoch war es in diesem Teil auch interessant, da es viele Nebenstränge gibt. Allerdings hätte ich mich darüber gefreut, wenn man durch eine kurze Überschrift oder eine etwaiger Kennzeichnung zu Beginn des Kapitels ersichtlich gemacht hätte, bei wem wir jetzt in dem Moment sind. So war es für mich ein wenig verwirrend.
Was auch direkt beim Kauf/Öffnen des Pakets auffällt, ist die Dicke des Buches. Im Vergleich mit Band 1 bis 3 ist dieses hier eindeutig dicker. Natürlich kommt es mit seinen knapp 300 Seiten noch nicht an andere Schinken heran, aber gerade durch die Stärke der Seiten fällt das hier besonders auf.

Das Cover kann man bei der Reihe einfach nicht ignorieren. Ich liebe die Villains-Cover und würde sie mir auch alle nebeneinander stellen, wenn ich denn genug Platz im Regal hätte. Wie bei den Vorgängern hat man auch hier auf die Frontseite die Hälfte des Gesichts von Maleficent gedruckt und auf der Rückseite ihre „zweite Seite“ gezeigt, die in diesem Fall ein (grünflammend) speiender Drache ist. Finde ich richtig gelungen!
Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen wird hier der Zusammenhang besonders deutlich. Zuvor konnte man die Bücher auch zusammenhangslos lesen (obwohl es auch hier schon wichtige Elemente gab, die sich über die Reihe gezogen haben), aber im vierten Teil wird nochmal deutlich, wie die Geschichten zusammenführen. Außerdem sollten sich Leser dieser Reihe darauf einstellen, dass Serena Valentino hier eine komplett neue Geschichte erzählt, die beispielsweise mit der Realverfilmung von Maleficent (oder auch von Die Schöne und das Biest) nicht viel gemeinsam hat. Natürlich behandeln sie im Kern die gleiche Geschichte, aber jeder macht es auf seine eigene Weise. Mir persönlich fiel es besonders bei „Das Geheimnis der dunklen Fee“ schwer, die Geschichte nicht andauernd mit dem Film zu vergleichen (da ich den Film einfach grandios fand und er mir so im Gedächtnis geblieben ist). Nichtsdestotrotz konnte ich das irgendwann beiseite legen und mich auf die neue Geschichte einlassen und mir mitreißen lassen.
Schlussendlich ist „Das Geheimnis der dunklen Fee“ eine gelungene Fortsetzung und macht Lust auf die noch folgenden Teile. Das Buch entführt die Leser erneut in die Welt aus Feen und Hexen und lenkt einen von dem Ernst der momentanen Situation ab. Ich denke, dass es besonders für die Leser der vorangegangenen Bücher interessant ist, aber auch Lust auf die gesamte Reihe wecken kann, da Maleficents Hintergrund hier sehr detailliert herausgearbeitet wurde.
Und hier könnt ihr euch das Buch auch noch einmal selbst ansehen 😉
Die Disney-Villains-Reihe in der richtigen Reihenfolge:
Band 1: Die Schönste im ganzen Land
Band 2: Das Biest in ihm
Band 3: Die Einsame im Meer
Band 4: Das Geheimnis der dunklen Fee
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Das Geheimnis der dunklen Fee“
Autorin: Serena Valentino
Übersetzung: Ellen Flath
Titel: Das Geheimnis der dunklen Fee – Das Märchen von Dornröschen
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-28036-7
Preis: 12€ für das Hardcover
Seiten: 320
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