Vor etlichen Monaten habe ich beim Herumstreunern durch die Buchhandlungen ein Buch entdeckt, was mich angesprochen hat und dann auch noch reduziert war. Also musste ich es mitnehmen. Leider lag „Anonym“ lange Zeit auf meinem SuB, bis ich es vor einigen Tagen bei Audible entdeckt habe und nun als Hörbuch gehört habe.
Klappentext:
Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr…
Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums «Morituri». Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben …
Was passiert in „Anonym “?
Nina Salomon fängt neu auf der Dienststelle in Hamburg an. Weshalb sie ihre alte Dienststelle verlassen musste, ist unbekannt. Auf jeden Fall ist ihr neuer Kollege Daniel Buchholz nicht begeistert, dass sie und er ab sofort ein Team sind. Gleich an ihrem ersten Tag taucht eine Leiche auf. Doch die Todesursache scheint unklar. Bis sie auf ein Internetforum stoßen. „Morituri“. Im Darknet versteckt tummeln sich hier Menschen, die andere Menschen tot sehen wollen. Teils wegen abstrusesten Gründen (Mein Nachbar hat ein Hund, der sich nicht benehmen kann,…). Nina fängt an, auf eigene Faust zu recherchieren und sich mit Mitgliedern von Morituri zu treffen. Der Kopf des Forums heißt Trajan. Aber wer hinter diesem Pseudonym steckt, bleibt unklar. Nina steigert sich in dieses Forum hinein und schreibt selbst Beiträge und wartet nur auf die nächste Nominierungsphase. Ihr Plan ist leichtsinnig. Sie will sich selbst nominieren…
Daniel Buchholz ermittelt mit seinen Kollegen auf die „normale“ Art und Weise und versucht so, dem Täter auf die Schliche zu kommen. Doch das Zwischenmenschliche zwischen Nina und ihm bleibt lange Zeit ein Chaos. Einerseits mögen sie einander, aber andererseits findet Daniel Nina furchtbar. Doch irgendwie können die beiden doch aufeinander vertrauen. Bis Daniel merkt, dass Nina Geheimnisse vor ihm hat.
Der erste Satz:
„Sie stoßen ihn in den Dreck und reißen ihm alles vom Leib.“
– Seite 7, Prolog

Wie hat mir „Anonym“ gefallen?
Gleich mal zum ersten Satz: Im Nachhinein fällt mir auf, dass ich bis heute nicht sagen kann, was der Prolog mit dem Rest des Buches zu tun hat. Er verwirrte mich und hat mich auf eine falsche Fährte gelockt. Irgendwie seltsam…
Ich bin ein großer Fan von Ursula Poznanski und habe viele ihrer Bücher gelesen. Deshalb war ich gespannt, was „Anonym“ so bringt. Vorher habe ich von dem Buch noch nicht viel gehört, was seltsam ist, da ich das Gefühl habe, dass andere Bücher von Ursula Poznanski und Arno Strobel sehr gehypet werden.
Die Kapitel sind abwechselnd geschrieben. Mal sehen wir das Geschehen aus Nina Salomons Sicht und mal aus Daniel Buchholz (und mal auch von einer dritten Person, die der Täter sein könnte). Das war an einigen Stellen hilfreich, weil die beiden Figuren einen anderen Weg gehen und andere Ermittlungserfolge erzielen. Aber manchmal wurde die gleiche Situation einfach nur doppelt erzählt, was ich persönlich als unnötig empfunden habe.
Die Handlung war spannend und enthielt einige Wendungen. Ich persönlich habe mitgefiebert und wusste erst zum Schluss, wer wirklich hinter Trajan steckt. Besonders das Finale hat mich gepackt und mein Herz schneller schlagen lassen. Teilweise hatte das Buch aber auch seine Längen, was verständlich ist, wenn die Ermittler noch nicht wissen, wer hinter den Morden steckt, sie aber auch nicht voran kommen in ihren Ermittlungen.
Die Protagonisten Daniel und Nina habe ich als sehr interessant empfunden, weil sie beide eine Backgroundstory mitgebracht haben. Er mit einer Mutter aufgewachsen, die psychisch krank war und ihn da mit reingezogen hat. Daniels Mutter hat ihn mehrmals am Tag abgeschrubbt, weil er angeblich schmutzig war. Unter diesem Reinlichkeitstick leidet er noch heute. Ninas Vergangenheit bleibt lange düster, ist aber auch sehr emotional und erklärt ihre Handlungen.
Schlussendlich war „Anonym“ schön für zwischendurch, hat mich aber nicht nachhaltig geprägt. Leider kommt es meiner Meinung nach nicht an Ursula Poznanskis andere Bücher heran (von Arno Strobel habe ich leider bisher nichts gelesen). Es könnte für zart- bis mittelzartbesaitete Leser oder Krimianfänger einen Blick wert sein.
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Anonym“
Autoren: Ursula Poznanski und Arno Strobel
Titel: Anonym
Verlag: Wunderlich bei Rowohlt
ISBN 978-3-499-27092-5
Preis: 9,99€ für das Taschenbuch (so wie es aussieht, gibt es das Hardcover nicht mehr)
Seiten: 400
Erschienen am: 27.03.2018
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