Dieses Buch geisterte eine Weile lang auf Instagram herum und ich kam gar nicht drumherum, es mir näher anzusehen und schlussendlich auch zu kaufen. Ich habe bisher erst ein Colleen Hoover Buch gelesen und war deshalb gespannt auf „Was perfekt war“.
Klappentext:
Quinn und Graham lernen sich unter mehr als unglücklichen Umständen kennen und verlieben sich unsterblich ineinander. Kaum ein Jahr später sind sie glücklich miteinander verheiratet… Happily ever after?
Acht Jahre danach: Jemanden zu lieben, heißt nicht unbedingt, mit ihm glücklich zu sein. Das erkennt und erleidet Quinn Tag für Tag, denn obwohl sie und Graham sich weiterhin innigst lieben, gibt es ein Problem, das ihre Beziehung zu zerfressen droht …
Was passiert in „Was perfekt war “?
Damals : Quinn ist auf dem Weg zu ihrem Freund Ethan, um ihn nach ihrem langen Urlaub zu überraschen. Doch mit der Überraschung, die er ihr macht, hat sie nicht gerechnet. Vor seiner Wohnung sitzt Graham und in seiner Wohnung stöhnt Ethan mit Grahams Freundin um die Wette. Die beiden Sitzengelassenen teilen ein Schicksal und kommen ins Gespräch. Die geplante Hochzeit mit Ethan ist nun geplatzt und Quinn ist allein. Doch in Graham hat sie einen Seelenverwandten gefunden (zumindest sind das seine Worte) und sie treffen erneut aufeinander, verlieben sich und malen sich eine rosige Zukunft aus.
Jetzt : Acht Jahre später sind die beiden sehr unglücklich miteinander. Sie sind zwar verheiratet und wohnen in einem wunderschönen Haus, aber sie sind immer noch kinderlos. Quinns größter Wunsch war es viele Kinder mit Graham zu bekommen, doch jeder Versuch scheiterte. Sie verknüpfte Sex in ihrem Kopf mit Hoffnung und Enttäuschung. Die beiden lieben sich nur noch, wenn es der Kalender und die Uhrzeit zulassen. Ansonsten blockt Quinn jede Berührung ihres Ehemannes ab. Es macht sie traurig, dass er ihretwegen leiden muss, da sie sich beide haben testen lassen und seine Spermien tadellos sind. Es liegt also an ihr. Freunde, Familie und Fremde machen es den beiden nicht unbedingt leichter, da es in unserer Gesellschaft anscheinend üblich ist, 30-jährige Frauen darauf hinzuweisen, dass die innere Uhr tickt und am 1. April Scherze darüber zu machen, dass man schwanger sei. Was jede Andeutung, jeder Scherz und jede Frage bei Quinn auslöst, kann man sich kaum vorstellen. Sie versinkt in einer unendlichen Traurigkeit. Hält die Ehe von Quinn und Graham diesen Hurrikan mit Stärke 5 noch aus?
Der erste Satz:
„Der Portier hat mich nicht angelächelt.“
– Seite 7, Kapitel 1, Damals

Wie hat mir „Was perfekt war“ gefallen?
Puh, ich wusste anfangs ungefähr, worum es in diesem Buch gehen wird und habe häufig gehört, dass viele Leser*innen emotional ergriffen sind. Aber ich hätte nicht geahnt, was dieses Buch mit mir macht. Es hat mich nachdenklich, traurig und ergriffen zurückgelassen.
Die behandelten Themen „ungewollte Kinderlosigkeit/unerfüllter Kinderwunsch“ und „eine scheiternde Beziehung/Ehe“ wechseln sich mit dem ungreifbaren Glück aus dem Damals ab. Graham und Quinn können kaum die Finger voneinander lassen und 10 Seiten später weint Quinn unter der Dusche, weil sie wieder nicht schwanger geworden ist. Es ist eine extreme Berg-und-Tal-Fahrt und ließ mich als Leserin in einem Moment lächeln und im nächsten beinahe hemmungslos weinen. Ich kann mir nur vorstellen, wie Colleen Hoover das gemacht hat und warum es bei mir so gefruchtet hat, aber ich finde es faszinierend.
Die Charaktere Quinn und Graham stehen natürlich im Mittelpunkt, obwohl wir alles aus Quinns Sicht miterleben und ihre Gedanken und Gefühle verfolgen. Ich bin ja ein großer Fan von der Ich-Perspektive und von einem stringenten bzw. einzelnen Erzähler in einer Geschichte. Dadurch, dass wir in Quinns Kopf waren, erleben wir die Extreme Seite für Seite. Ihre Gefühle sind die stärksten und emotionalsten. Das hat mir persönlich sehr sehr gut gefallen.
Ich konnte mir lange nicht vorstellen, welche Richtung und welches Ende diese Erzählung nehmen wird. Deshalb konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen. Es ist in meinen Augen der klassische Pageturner. Aber ich kann mir auch ausmalen, dass ich nicht für die Allgemeinheit spreche. Für einige Leser*innen kann das Thema zu emotional und persönlich sind, weshalb sie das Buch öfter aus der Hand legen müssen.
Die Atmosphäre in dem Buch hat mich daran erinnert, als würde jemand die ganze Zeit an einem Lichtschalter herumspielen. Hell.Dunkel.Hell.Dunkel.Hell.Dunkel. Die Szenen aus dem Damals sind rosig, verliebt und unglaublich süß. Währenddessen die Szenen aus dem Jetzt deprimierend, tränenreich und tieftraurig sind. Wer eine wunderschöne Liebesgeschichte erwartet, sollte jedes zweite Kapitel überspringen.
Wie ich schon angedeutet habe, wechseln wir jedes Kapitel die Zeit. Anfangs hatte ich Angst, dass mir das auf die Nerven gehen könnte, aber das tat es nicht. Ich habe mich nach den traurigen Szenen auf schöne Rückblicke gefreut und war gespannt, was aus dem verliebten Paar geworden ist.
Schlussendlich ist „Was perfekt war“ ein Taschentuch-Buch und ein eventuellen Jahreshighlight für mich. Ähnlich wie „Too Late“behandelt dieses Buch ein Tabu-Thema und ließ mich als Leserin getroffen zurück. Für Menschen, die mit dem Thema persönliche Berührungen habe, könnte das eventuell zu viel sein. Für Leser*innen mit dem Wunsch nach Tragik und einem etwas anderen Buch kann „Was perfekt war“ auf jeden Fall einen Blick wert sein.
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Was perfekt war“
Autorin: Colleen Hoover
Übersetzung: Katarina Ganslandt
Titel: Was perfekt war
Verlag: bold vom dtv-Verlag
ISBN 978-3-423-23001-8
Preis: 14,90€ für die Klappenbroschur
Seiten: 304
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