Allein das Cover hat mein Interesse geweckt und ich habe mir gedacht, dass „Das Licht von tausend Sternen“ von Leonie Lastella keine gewöhnliche Geschichte sein wird. Der Klappentext verspricht Herzschmerz und Entscheidungen fürs Leben…
Klappentext:
Ein Roman, so unvergesslich wie die erste Liebe
Als sie Ashton zum ersten Mal in die Augen sieht, stellt er Harpers Welt völlig auf den Kopf. Doch egal wie stark ihr Herz auch klopfen mag, sie kann sich nicht auf einen Flirt mit Ashton einlassen. Denn jeden Abend schlüpft sie aus ihrem sorglosen Studentenleben in die Rolle der fürsorglichen Schwester, die sich um ihren autistischen Bruder kümmert. Harper hat keine Zeit für Abenteuer, für Spontaneität, für Kompromisse. Und doch erobert Ashton nach und nach ihr Herz. Zum ersten Mal ist ihr etwas wichtiger als ihre Familie – und plötzlich steht Harper vor der wohl schwersten Entscheidung ihres Lebens …
Was passiert in „Das Licht von tausend Sternen “?
Harper führt quasi ein Doppelleben. Seit wenigen Tagen ist sie Studentin an der MU und möchte ihr Studium so gut wie möglich abschließen. Zuhause allerdings muss sie für ihren Bruder da sein. Er ist Autist und für ihn muss jeder Tag eine ähnliche Struktur aufweisen, ansonsten bekommt er Wutanfälle und schreit bis er körperlich zu schwach wird. Harper liebt ihren Bruder, aber gibt auch zu, dass es sie anstrengt und in ihrem Leben einschränkt. Sie wechselt sich mit ihrer Mutter ab, die als Krankenschwester arbeitet und somit ebenfalls oft ausgelaugt ist. Ben verlangt den beiden Frauen unbewusst sehr viel ab. Doch die kleine Familie ist froh sich zu haben.

Allerdings lernt Harper in der Unibibliothek Ashton kennen. Der machohafte Student nervt Harper im ersten Moment, da er ihre Ruhe zum Lernen stört. Doch irgendwie lässt er sie nicht in Ruhe und bittet und bettelt um ein Date. Harper gibt nach und die beiden lernen sich immer näher kennen. Gefühle auf beiden Seiten kommen auf. Doch Harper kann sich nie ganz Ashton hingeben, da sie im Hinterkopf immer an ihren Bruder Ben denken muss, der sie braucht.
Ashton hingegen hat ebenfalls eine prägende Familiengeschichte erlebt. Seine Schwester ist vor einiger Zeit verstorben. Das ist schon tragisch genug. Doch Ashton litt bereits vorher unter dem Verhalten seiner Eltern. Sie haben ihn als selbstverständlich hingenommen und er hat neben seiner sterbenskranken Schwester immer nur die zweite Geige gespielt. Beispielsweise konnte er stundenlang wegbleiben und seine Eltern haben es nicht einmal bemerkt. Das hat den aufwachsenden jungen Mann sehr geprägt, weshalb er schließlich weggezogen ist und den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen hat.
Aus diesem Grund möchte Harper ihm nichts von ihrem Bruder erzählen. Ashton würde sich wieder auf den zweiten Platz gedrängt fühlen, befürchtet Harper. Doch sie kann ihren Bruder nicht ewig verschweigen.
Der erste Satz:
„Das Treiben auf dem Campus wird durch die dicken Wände der Mansfield Library ausgesperrt.“
– Kapitel 1, Harper, Seite 7

Wie hat mir „Das Licht von tausend Sternen“ gefallen?
Zu allererst möchte ich dazusagen, dass ich sonst eher weniger New Adult/Young Adult lese, weil ich persönlich von dem Genre nicht angetan bin. Deshalb kann ich nichts im Vergleich zu anderen Büchern dieser Art sagen oder behaupten, dass „Das Licht von tausend Sternen“ einem der genannten Genre zugeordnet werden kann.
Wie oben bereits angedeutet, gefällt mir das Cover richtig gut. Es ist besonders durch das Material des Covers. Allerdings habe ich beim Lesen in der Bahn (oder irgendwo draußen) immer Angst, dass ein Tropfen Wasser das Cover zerstört, da mir die Pappe sehr anfällig vorkam. Das Motiv der beiden umarmenden Silhouetten ist sehr minimalistisch und schön. Das Buch sticht hervor und überzeugt mir gelungenem Design.
Inhaltlich musste ich mich erst einmal in die Geschichte einfinden. Ehrlich gesagt, fand ich den Verlauf sehr vorhersehbar. Natürlich ist es spannend für mich gewesen, zu lesen, wie die Protagonisten fühlen und denken, aber das Ende habe ich nach etwa 50 Seiten erahnt.
Außerdem bin ich ohnehin nicht so ein großer Fan von erotischen Szenen in Romanen und fand einige in diesem Buch unrealistisch. Dennoch waren diese Parts passend dosiert und keinesfalls überladen. Es war eine gute Mischung aus Emotion und Körperlichkeit.
Die Protagonisten Harper und Ashton sind sehr gelungen charakterisiert worden. Als Leserin habe ich mit beiden mitfühlen können und die Entscheidungen nachvollziehen können. Mich hat Ashtons Schicksal sehr berührt, obwohl es weniger präsent war als Harpers Geschichte. Ich fand es wirklich interessant, mehr über das Leben mit Autisten zu erfahren, da ich die Krankheit und die Ausprägungen natürlich schon einmal gehört habe, aber mir nicht wirklich viel darunter vollstellen konnte. Meiner Meinung nach hat die Autorin hier richtig gute Arbeit geleistet.
Der Schreibstil hat mich persönlich sehr angesprochen und mich auch dazu gebracht, immer weiter zu lesen. Er war emotional, frisch und dennoch leicht und locker.
Schlussendlich kann ich mir vorstellen, dass dieses Buch auf dem Markt sehr viel Anklang findet und Begeisterungsstürme auslösen wird. Ich persönlich bin leider kein großer Fan. Allerdings liegt das nicht an diesem speziellen Buch, sondern an dem Genre an sich. Ich finde es einfach schade, wenn ich von Beginn an weiß, welches Ende mich erwarten wird. „Das Licht von tausend Sternen“ ist nichtsdestotrotz sehr gut geschrieben und einen Blick wert. Durch die Hintergründe der Protagonisten ist das Buch spannend und lesenswert.
Und hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Das Licht von tausend Sternen“
Autorin: Leonie Lastella
Titel: Das Licht von tausend Sternen
Verlag: dtv Verlag
ISBN 978-3-423-74057-9
Preis: 12,95€ für die Klappenbroschur
Seiten: 384
Erschienen am: 12. März 2020
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