Wer mich kennt, weiß, dass ich bisher (fast) jedes Buch von Sebastian Fitzek gelesen und geliebt habe. „Abgeschnitten“ zählte bislang nicht dazu und ich kann euch noch nicht mal sagen, warum. Letztes Jahr war die Verfilmung in den Kinos zu sehen und ich habe ihn mir mit einer Kommilitonin angesehen. Danach war ich so verstört, dass ich mir geschworen habe, nie wieder einen Thriller im Kino anzusehen. Doch das Buch hat mich doch weiterhin interessiert und dank des Droemer Knaur-Verlags ist es auch bei mir eingezogen.
Klappentext:
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert …

Was passiert in „Abgeschnitten “?
Paul Herzfeld ist Rechtsmediziner in Berlin und auf die ganz harten Fälle spezialisiert. Auf seinem Seziertisch landen die Fälle, die vermutlich kein anderer Rechtsmediziner in Berlin lösen kann. Doch als er an diesem Tag die Frau sieht, hätte er nicht gedacht, dass dieser Fall sein gesamtes Leben verändert.
Der Frau wurde quasi die Luft aus dem Kopf gelassen und sie bietet einen furchtbaren Anblick. Doch die Untersuchungen zeigen, dass sie einen Gegenstand aus Metall in ihrem Körper haben muss. Es ist keine Patronenhülse, wie zuerst vermutet. Es ist eine Kapsel mit einer Nachricht. Und diese Nachricht ist für Paul Herzfeld bestimmt. Sie enthält eine Telefonnummer und den Namen seiner Tochter Hannah.
Als er sich auf der Toilette einschließt und die Nummer wählt, hört er nur eine Mailboxansage. Doch die wird seine nächsten Stunde bestimmen.
Hannah wurde entführt und Paul kann bestimmen, ob sie lebend wieder zu ihm zurück kehren kann. Er muss nur den Anweisungen und Hinweisen folgen. Der erste Hinweis war in der Frau, die er bereits untersucht hat. Nun soll er auf Erik warten, der wird ihm weiterhelfen können.
Linda lebt auf Helgoland, wohin sie eigentlich nur vor ihrem Stalker-Ex geflüchtet ist. Dieser ist bereits mehrmals in seine Wohnung eingebrochen und hat beispielsweise ihre Katze in der Waschmaschine gewaschen. Doch so langsam fühlt sich Linda auch auf Helgoland nicht mehr sicher. Ihr Bruder spricht ihr zwar gut zu, dass das Problem Danny gelöst sei. Aber dass Lindas Handtücher nass sind und ihr Bett warm ist und nach ihm riecht, kann auch er nicht bestreiten. Unglücklicherweise tobt ein Orkan auf der Nordseeinsel und niemand kommt auf die Insel rauf, aber es kommt auch niemand weg.
Die beiden Unglückspilze müssen zusammenarbeiten, denn Linda findet Erik. Tot.
Der erste Satz:
„Wo steckst du denn?“
– Prolog, Seite 7

Wie hat mir „Abgeschnitten“ gefallen?
Ich wusste durch den Film bereits, wie die Geschichte ausgehen wird. Aber oftmals unterscheiden sich Buchverfilmungen ja massiv von ihrer Vorlage. Deshalb war ich gespannt, wie das in diesem Fall umgesetzt worden ist.
Die Grundlage dieser Geschichte sind Justizentscheidungen, die in Deutschland getroffen wurden und rechtlich kein Problem darstellen. Aber moralisch sind diese Urteile höchst zweifelhaft. Damit beschäftigen sich Sebastian Fitzek und Michael Tsokos in ihrem Thriller ausgiebig und ich persönlich finde das Thema auch echt interessant und in diesem Fall sehr gut umgesetzt.
Paul Herzfeld als Protagonist ist mir auch schon geläufig, da Michael Tsokos in seinen Büchern „Abgeschlagen“ und „Abgefackelt“ weiter an der Figur festgehalten hat. Er handelt in meinen Augen verständlich und ich konnte in vielen Fällen seine Gedanken nachvollziehen, obwohl er natürlich auf Ideen kommt, auf die ich nie gekommen wäre.
Die Antagonisten des Buches (die ich hier natürlich nicht namentlich erwähne) haben ein begründetes Motiv und wirken in meinen Augen nicht nur „böse“. Das ist meiner Meinung nach auch eine Kunst, die Sebastian Fitzek und Michael Tsokos beherrschen. Der Antagonist ist nicht unbedingt der Böse!
Typisch für die beiden Autoren sind auch die Kapitellängen. Das Buch hatte ca. 65 Kapitel und damit schon viele in Anbetracht der Länge. Damit lässt sich dieses Buch aber auch richtig gut in der Bahn lesen oder in der kurzen Mittagspause.
Faszinierend ist in meinen Augen auch die Doppeldeutigkeit des Titels, der in diesem Fall Helgoland als abgeschnittene Insel und abgeschnittene Körperteile meint. Darauf bin ich auch erst beim Lesen des Buches gekommen.
Ich möchte an dieser Stelle noch gerne den Film mit dem Buch vergleichen, da ich ja nicht häufig die Möglichkeit dazu habe. Überraschenderweise fand ich die filmische Umsetzung genial! Obwohl ich ihn nicht gerade gestern gesehen hatte, habe ich das Gefühl gehabt, dass kaum Szenen ausgelassen wurden. In meinen Augen war das Ende ein anderes, aber das kann ich angesichts der Buchvorlage auch verstehen. Die Schauspieler haben ihren Job wirklich gut gemacht und zu ihren schriftlichen Vorlagen gepasst.
Als Buchverfilmung kann ich diesen Film wirklich sehr empfehlen!
Schlussendlich bin ich begeistert von „Abgeschnitten“ gewesen. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven, da einige Obduktionsvorgänge explizit beschrieben werden. Allerdings war es genau nach meinem Geschmack!
Für Thrillerfans und Menschen mit einer hohen Schmerzgrenze, was Blut, Innereien und Herausforderungen angeht, sicherlich gut geeignet!
Und hier könnt ihr euch das Buch auch noch einmal selbst ansehen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Abgeschnitten“
Autoren: Sebastian Fitzek und Michael Tsokos
Titel: Abgeschnitten
Verlag: Droemer Knaur
ISBN 978-3-426-51091-9
Preis: 9,99€ für das Taschenbuch
Seiten: 416
Erschienen am: 01. Oktober 2013
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