Vor einigen Wochen erreichte mich Buchpost vom Thienemann-Esslinger Verlag, indem sich das neue Buch „On.Off.“ befand. Der Klappentext hat mich direkt angesprochen, weshalb ich auch nicht so lange gewartet habe, das Buch zu lesen…
Klappentext:
Niemals hätte Nora damit gerechnet, sich in eine Zielperson zu verlieben. Aber ihr Herz schlägt schon schneller, wenn sie nur an Alex denkt. Und nach einigen Aufträgen weiß sie, dass der Technologiekonzern NGS für seine illegalen Forschungen notfalls über Leichen geht. Aussteigen ist keine Option, auch dafür hat der Konzern gesorgt. Also muss Nora die Bewusstseinssynchronisierung mit Alex durchführen. Doch dann werden die Liebenden nicht mehr zueinander finden, denn ist der eine wach, schläft der andere … Und schlimmer noch: Nora weiß, dass Alex Leben nun am seidenen Faden hängt!
Für Fans von Colleen Hoover und Ursula Poznanski
Was passiert in „On.Off“?

Nora arbeitet bei NGS – Neurogaming-Systems – einem Technologiekonzern, der mithilfe von Bewusstseinssynchonisierungen eine neue Sparte entdeckt hat und nun daran forscht, wie diese Methode massentauglich werden kann. Wofür braucht man das, könnte man sich fragen. Aber mit einem Regulator und einem Link, der nichts von der ganzen Geschichte mitkriegt, können Menschen neue Erlebnisse machen, ohne sie selbst durchleben zu müssen. Ein Konzert als Leadsänger oder ein Sprung vom 10 Meter Brett. Das ist alles möglich, wenn der Regulator im Körper des Links steckt. Er fühlt jede Berührung und jedes Gefühl seines Links mit, ohne aber selbst in das Geschehen eingreifen zu können. Seine einzige Macht ist die Schlafkontrolle, mit derer der Regulator den Link in Nullkommanichts einschlafen lassen kann und in einen Zustand bringt, aus dem er nicht von selber wiederkommen kann.
Allerdings ist die ganze Forschung noch relativ neu, weshalb es auch viele Schwierigkeiten für die Firma gibt. Nora ist noch nicht einmal volljährig und arbeitet schon 2 Jahre bei NGS. In dieser Zeit musste sie miterleben, wie sich Lilly – ihr Link – auf einem Vergnügungspark das Leben genommen hat. Nora steckte in ihrem Körper und hat somit den Schmerz des Aufpralls genauso wie Lilly miterlebt. Das belastet Nora sehr, aber noch weiß sie nicht, was hinter dem Suizid steckt. Ihre Chefs werfen Nora vor, dass sie Schuld sei an der ganzen Misere.
In ihrem neuen Fall pirscht sich Nora an den Musiker Alex an, denn die Synchro kann nur gestartet werden, wenn Regulator und Link sich in unmittelbarer Nähe in der REM-Phase befinden. Doch sie merkt schnell, dass Alex nicht nur ein normaler Job ist. Sie sträubt sich fast schon, da sie nach der Synchronisierung keinen Kontakt mehr zu ihrem Link haben darf. Doch das ist es, was Nora unbedingt möchte.
Doch bald ändert sich alles. Ihre Freundin Tiff warnt sie und möchte die Machenschaften der Firma aufdecken. Bis sie sich selbst umbringt…
Der erste Satz:
„Himmel, Prinzessin. Was ist los? Hast du etwas getrunken?.“
– Prolog Drei Monate zuvor

Wie hat mir „On.Off“ gefallen?
Puh, ein wirklich interessantes Thema. Was wäre, wenn genau jetzt in diesem Moment jemand genau das sieht und spürt, was ich mache und empfinde? Dabei gruselt es mich. Ich möchte mir nicht vorstellen, dass ich auf Toilette, beim Essen, beim Netflixen oder Lesen nicht alleine bin. Und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass eine 30 prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich bei dem Trennungsversuch von Regulator und Link sterbe, dann schüttele ich noch heftiger den Kopf.
Genau dafür sind ja Bücher da. Sie bringen uns dazu, uns das auszumalen, was wir in der Realität nicht erleben wollen/können.

Doch ich muss leider sagen, dass ich trotz des super spannenden Themas von „On.Off“ enttäuscht war. Es konnte mich nicht überzeugen, da ich, obwohl Nora aus der Ich-Perspektive erzählt, kaum etwas von ihren Gefühlen mitbekommen habe. Ihre Entscheidungen wurden kaum begründet und erschienen mir nicht schlüssig. Außerdem hat es sooo lange gedauert, bis ich den Prozess von NGS und der gesamten Synchro wenigstens ansatzweise verstanden habe. Die ersten 100 Seiten dümpelte ich als Leser in so einem konfusen Zustand von „Was ist das hier eigentlich“ und „Können die nicht endlich mal erklären, was hier Sache ist?“. Zum Schluss habe ich wieder ein Glossar gefunden, doch ich fände es wirklich mal hilfreich, wenn man auch zu Beginn eines Buches darauf hingewiesen wird, dass es am Ende so etwas gibt. Als ich das Buch beendet habe, blieben immer noch so viele Fragen zu dem gesamten Prozess und dem Ablauf, die mir das Buch nun einmal nicht beantworten konnte.
Das Cover von „On.Off.“ ist eigentlich sehr schön, auch wenn ich nicht wirklich nachvollziehen kann, was es mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Aber nichtsdestotrotz gefällt es mir echt gut.
Ein weiterer Minuspunkt ist, dass die Schrift in dem Buch echt enorm groß ist. Der Zeilenabstand und der Abstand zwischen den verschiedenen Wörtern und Buchstabend waren ebenfalls überdurchschnittlich groß. Das hat irgendwie einen negativen Eindruck auf mich gemacht, weil ich nicht verstehe, warum man es nicht wie bei anderen Büchern auch gemacht hat…
Schlussendlich möchte ich nicht von „On.Off.“ abraten, weil ich es nicht leiden kann, wenn mir jemand meine Meinung im Vorhinein wegnimmt. Ich bin der Auffassung, dass sich jeder selbst ein Bild von dem Buch machen sollte, aber ich persönlich würde „On.Off“ nicht noch einmal lesen, weil mich einfach zu viele Punkte gestört haben. Schade
Hier könnt ihr euch das Buch noch einmal selbst ansehen! 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „On.Off“
Autorin: Ann-Kristin Gelder
Titel: On.Off
Verlag: Thienemann-Esslinger
ISBN: 978-3-522-20252-7
Preis: 17,00 € für die Klappenbroschur
Seiten: 432
Erschienen am: 18. Juli 2019
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