„Es muss ja nicht perfekt sein“ von Krystal Sutherland – Das Überwinden seiner Ängste scheint einfacher als es ist …

Ziemlich schnell habe ich „Es muss ja nicht perfekt sein“ von Krystal Sutherland beendet, welches ich mir noch vor einigen Wochen im Thalia mitgenommen habe. Dort habe ich nur das erste Kapitel gelesen und musste direkt schmunzeln. Mein Freund würde sagen: „Haha, das bist du“. Und genau das habe ich auch gedacht…

Klappentext:

50 irre Sonntage, viele Ängste und eine große Liebe

Esthers Familie ist ungewöhnlich. Das ist das Mindeste, was man sagen kann. Ihr Vater wagt sich nicht mehr aus dem Keller, der Bruder kann nur bei Licht schlafen und die Mutter hat panische Angst vor allem, was Unglück bringen könnte. Was Esthers größte Angst ist, weiß sie nicht. Aber vorsichtshalber notiert sie alles, was infrage kommen könnte, in einer Liste. Und die gerät ausgerechnet in die Hände von Jonah Smallwood – ihrem Schwarm aus der Grundschule. Doch statt sie auszulachen, hilft Jonah ihr, sich ihren Ängsten zu stellen. Gemeinsam arbeiten sie die Liste ab und kommen sich immer näher. Bis Esther erfährt, was Jonah getan hat.

Was passiert in dem Buch „Es muss ja nicht perfekt sein“?

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Esther lebt in einer verrückten Familie, denn sie wird von einem Fluch gequält. Ihr Vater lebt seit 6 Jahren im Keller, ihre Mutter hat panische Angst vor Pech, weshalb das Haus einem Esoterik-Laden ähnelt und ihr Bruder Eugene kann nicht ohne Licht leben, was darin ausartet, dass die Lichtschalter immer an sind und mindestens 30 Kerzen brennen. Und vor was hat Esther Angst? Nun ja, das weiß sie noch nicht. Aber sie hat eine Liste mit Dingen, die potenziell gefährlich und angsteinflößend sein können. Denn in ihrer Familie bringt einen die Angst irgendwann um. Das ist der Fluch, an den Esther steif und fest glaubt.

Sie trifft auf ihre erste Liebe Jonah. In der Grundschule hat er sie gefragt, ob sie sein Valentine sein möchte und war seitdem verschwunden. Und ihre Begegnung nach all den Jahren läuft auch nicht so prickelnd, denn Jonah ist nun ein ausgefeilter Taschendieb. Aber da Esther ihn erkannt hat, stellt sie ihn zur Rede und so beginnt ihre gemeinsame Reise.

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Jonah hat in seiner Beute eine Liste gefunden, die Esther akkurat geführt hat. Sie ist allerdings alles andere als begeistert, dass ihre Liste weg ist. Aber Jonah hat eine Idee, wie Esther ihre Ängste überwinden kann. Je eine Angst pro Woche zu konfrontieren. Beide haben die Hoffnung, dass Esther so ihre größte Angst erkennt und bekämpfen kann.

Ihre Reise über das ganze Jahr ist nicht nur einfach, da Esther sich auch noch mit ihrer Familie auseinandersetzen muss. Ihr Zwillingsbruder Eugene hat nicht nur panische Angst vor der Dunkelheit, sondern wird auch innerlich von ihr gequält. Seine Schwester Esther fühlt sich hilflos, weil sie ihm nicht helfen kann. Aber niemand sonst kümmert sich darum, da sie mit ihren eigenen Ängsten beschäftigt sind.

Der erste Satz:

„Esther Solar hatte schon eine halbe Stunde draußen vor dem Pflege- und Rehazentrum Lilac Hill gewartet, als sie erfuhr, dass das Schicksal schon wieder zugeschlagen hatte“
– Der Junge an der Bushaltestelle, Seite 7

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Wie hat mir das Buch „Es muss ja nicht perfekt sein“ gefallen?

Schon beim Reinlesen im Buchladen war ich begeistert von dem Buch, weil ich mich selbst wiedergefunden habe. Und das Gefühl hat das ganze Buch über angehalten. Die Themen Angststörung und Phobien stehen im Mittelpunkt, aber dennoch wird es nicht so dargestellt, als wäre es etwas lapidares. Psychische Krankheiten sind da, auch wenn wir sie nicht sehen!

Die Protagonistin Esther wurde interessant gestaltet und hat mein Interesse sehr geweckt. Als Leserin konnte ich auch gut ihre Situation mit der komplizierten Familie verstehen. Allerdings kann ich verstehen, dass einigen Lesern die Ticks und Eigensinnigkeiten zu viel werden. Mein Freund meinte, als ich ihm von dem Buch erzählt habe, dass ihm die vielen Ängste zu viel seien (obwohl er durch mich eigentlich anderes gewohnt sein müsste, haha)

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Der Schreibstil hat mich persönlich angesprochen, da er sich an das Publikum und das Alter der Protagonistin anpasst. Er ist jugendlich, kurz und knackig. Die Kapitel hatten ansprechende Titel, die noch nicht all zu viel von dem kommenden Kapitel verraten haben und eine angenehme Länge. Das Cover finde ich persönlich sehr ansprechend durch die fröhlichen Farben!

Das Buch ließ sich wirklich leicht und schnell lesen, da die Geschichte Tiefgang hatte aber auch nicht ganz so nachdenklich gemacht hat. Aus diesem Grund hat es perfekt in den Urlaub und den Sommer gepasst. Leicht, locker und fröhlich!

Ich möchte das Buch jedem Menschen mit Ängsten ans Herz legen und sie ermutigen, sich ihren Ängsten langsam zu stellen und sich Hilfe zu suchen. Ganz schön fand ich auch den Anhang, bei dem darauf hingewiesen wird, dass es in Ordnung ist, Hilfe anzunehmen.

Ein klasse Buch!

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Es muss ja nicht perfekt sein“

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Autorin: Krystal Sutherland
Titel: Es muss ja nicht perfekt sein
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16523-2
Preis: 15,00€ für das Paperback
Seiten: 400
Erschienen am : 22. April 2019


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