„Der Kinderflüsterer“ von Alex North – Der Junge im Boden und die Schmetterlinge in der Garage

Auf der Buchmesse hat mich der Thriller von Alex North schon gefesselt und gepackt. Randomhouse hat „Der Kinderflüsterer“ vorgestellt und schon als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Irgendwie geriet das Buch in meinem Schrank in Vergessenheit. Aber ich dachte mir, dass es im Urlaub geeignet ist und habe es nun also am Strand bei 40°C gelesen.

Klappentext:

Nach dem plötzlichen Tod seiner geliebten Frau will Tom Kennedy mit seinem kleinen Sohn Jake neu anfangen. Ein neuer Start, ein neues Haus, eine neue Stadt – Featherbank. Doch der beschauliche Ort hat eine düstere Vergangenheit. Vor zwanzig Jahren wurden in Featherbank fünf Kinder entführt und getötet. Der Mörder wurde unter dem Namen »Kinderflüsterer« bekannt und schließlich gefasst.
Die alten Geschichten interessieren Tom und Jake nicht. Als jedoch ein kleiner Junge verschwindet, machen Gerüchte die Runde, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt habe. Und Jake beginnt, sich merkwürdig zu benehmen. Er sagt, er höre ein Flüstern an seinem Fenster …

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Was passiert in „Der Kinderflüsterer“?

Pete ist Polizeibeamter und sucht verzweifelt seit 20 Jahren nach dem letzten Opfer des Kinderflüsterers. Als eines Tages ein kleiner Junge in dem beschaulichen Featherbank verschwindet, fühlt sich Pete in der Zeit zurückgesetzt. Er macht sich mit auf die Suche und hofft den Jungen vor Ablauf der wichtigen und entscheidenden 48 Stunden zu finden. Nebenbei kämpft der einsame Officier gegen die Alkoholsucht und die Verluste, die er in der Vergangenheit erfahren muss.

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Tom Kennedy hat seine Frau verloren und damit hat Jake seine Mutter verloren. Der kleine Junge redet und spielt gerne mit seiner imaginären Freundin, die immer aufgeschürfte Knie und abstehende Haare hat. Sein Vater macht sich Sorgen und hofft, dass das bald wieder weg ist.
Die beiden brauchen nach dem schmerzhaften Verlust einen neuen Start und ziehen aus diesem Grund nach Featherbank. Doch obwohl der kleine Junge von dem neuen Haus begeistert ist, soll ihnen das Haus kein Glück bringen. Am ersten Tag in der Schule fällt der kleine Jake direkt auf, da er auf dem Hof wieder mit seiner Freundin spricht und sein Verhalten dazu führt, in dem Ampelsystem, was die Lehrerin eingeführt hat, auf Gelb zu rutschen. Allerdings bringt er auch ein Bild mit, auf ein gelber Schmetterling abgebildet ist. Als er das zuhause zeichnet, spricht er von einem Jungen im Boden, der ihm Angst machen will… Nur wenig später stößt sein Vater in der Garage auf einen grausigen Fund.

Der erste Satz:

„Jake. Ich würde dir gern so viel erzählen, aber es ist uns noch nie leichtgefallen, miteinander zu reden, stimmt’s? “
– Seite 7

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Wie hat mir „Der Kinderflüsterer“ gefallen?

Die Geschichte um den Mythos des Kinderflüsterers ist spannend gestaltet und geschrieben worden. Allerdings bin ich der Meinung, dass einige Einblicke in die Vergangenheit und die ehemaligen Fälle für die Geschichte und das Verständnis besser gewesen wären. Dennoch finde ich die Idee richtig gut!

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Was meine persönliche Macke ist, dass ich es nicht wirklich mag, wenn die Geschichte aus zu vielen Perspektiven geschrieben wurde. Und hier wird aus super vielen Perspektiven geschrieben. Regelmäßig liest man von Pete, Tom und Jake. Allerdings auch teilweise von dem Täter und anderen Nebenfiguren. Das ist mir persönlich zu viel und ich bin oft durcheinander gekommen. Als Leserin habe ich auch immer Präferenzen für bestimmte Figuren – in dem Fall habe ich gerne die Sichtweise von Jake gelesen – und habe so einige Passagen übersprungen.

Das allumfassende Thema ist die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern, da Tom auch nicht wirklich die Bindung zu Jake hat und den Leser so auf eine spannende Reise nimmt. Dieses Thema ist gut auf den Punkt gebracht worden. Natürlich gäbe aus einige Ausbaupunkte, die verbesserungswürdig wären, aber trotzdem sehr sehr spannend.

Ein Minuspunkt, der mir bitter aufgestoßen ist, war die Zähigkeit des Buches. Ich habe zuvor „Eve of Man“ gelesen und dort ist auf wenigen Seiten relativ viel passiert. Bei „Der Kinderflüsterer“ war das leider nicht so. Die Geschichte plätscherte so vor sich hin und erst auf den letzten 150 Seiten konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, was auf der nächste Seite passiert.

Schlussendlich denke ich, dass dieses Buch für Thriller-Fans mit Hang zu detaillierten Geschichten geeignet ist und einen Blick wert ist. Allein schon für die Entwicklung der Geschichte zwischen Jake und seinem Vater ist das Buch von Alex North empfehlenswert.

Liebe Grüße
Eure Lin


Informationen zu dem Buch „Der Kinderflüsterer“

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Autor: Alex North
Titel: Der Kinderflüsterer
Originaltitel: The Whisper Man
Verlag: blanvalet von Randomhouse
ISBN: 978-3-7645-0710-7
Preis: 13,00€ für das Paperback
Seiten: 448
Erschienen am: 29. Juli 2019


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