Das Buch bietet was anderes, als ich erwartet hätte. Bei dem Titel „Hunger“ und dem Untertitel „Die Geschichte meines Körpers“ habe ich erst an eine Geschichte nur über eine Essstörung gedacht. Aber dieses Buch ist so viel mehr. Roxane Gay erzählt ihre Geschichte…
Klappentext
Sie schreibt die Geschichte ihres Hungers. Sie schreibt die Geschichte ihres Körpers. Es ist keine Geschichte des Triumphs. Es ist die eines Lebens, das in zwei Hälften geteilt ist. Es gibt das Vorher und das Nachher. Bevor sie zunahm und danach. Bevor sie vergewaltigt wurde und danach. Roxane Gay, eine der brillantesten, klügsten und aufregendsten weiblichen Stimmen der USA, erzählt eine Geschichte, die so noch nie geschrieben wurde: schonungslos offen, verstörend ehrlich und entwaffnend zart spricht sie über ihren »wilden und undisziplinierten« Körper, über Schmerz und Angst, über zwanghaftes Verlangen, zerstörende Verleugnung und Scham – „Ich war zerbrochen, und um den Schmerz dieser Zerbrochenheit zu betäuben, aß ich und aß und aß.“
Was passiert in dem Buch „Hunger„?

Roxane Gay ist eine Frau, die ihre Geschichte in diesem Buch erzählt. Sie hat schon mehrere Bücher publiziert (was ich vorher leider nicht wusste) und wollte nun ihre Geschichte in einem Buch niederschreiben. Denn ihre Geschichte war hart und grässlich.
Das Buch ist in einige Teile gegliedert, die wiederum nochmals in viele kleine Kapitel unterteilt sind (ich glaube insgesamt hat das Buch 88 Kapitel). Es ist keine chronologische Ordnung, aber ich fand, dass die einzelnen Teile bestimmte „Überschriften“ hätten haben können. Sie hatten es allerdings nicht, weshalb das natürlich nur meine Meinung nicht. Ich hätte die Kapitel „Davor“, „Danach“, „Essen“, „Diät“, „Familie“, „Verirrungen“,… genannt.
„Die Geschichte meines Körpers ist keine Geschichte des Triumphs. Sie erzählt nicht davon, wie ich erfolgreich abgenommen habe. Es gibt keine Vorher-Nachher-Bilder. Und auf dem Cover dieses Buches ist kein Foto einer schlanken Version von mir zu sehen oder ich mit einem Bein in der Jeans meines früheren dickeren Selbst. Dieses Buch ist kein Motivationsbuch. Ich habe nicht herausgefunden, wie man einen unbändigen Körper und unbändige Gelüste kontrolliert. Meine Geschichte ist keine Erfolgsgeschichte. Meine Geschichte ist einfach eine wahre Geschichte.“
– Seite 10, Kapitel 2, Teil I
Roxane Gay wurde mit 12 Jahren von mehreren Jungen (darunter auch ihr erster Freund) in einer Hütte in einem Wald vergewaltigt. Das hat sie nicht ihren Eltern erzählt, weil sie sich geschämt hat. Und daraufhin wollte sie sich ihren Käfig errichten und sich unansehlich machen. Deshalb fing sie an zu essen.
Das fing an, als sie ins Internat kam. Dort wurde sie nicht mehr kontrolliert und hatte täglich ein reichhaltiges Buffet. Ihre Familie hat ihren Körper nur noch als „Problem“ gesehen und versucht dagegen zu kämpfen. Aber Roxane wollte dick sein. Zu ihren schwersten Zeiten wog sie 260 Kilo und auch heute wiegt sie nicht wesentlich viel weniger.
Ihre Geschichte ist natürlich nicht im Internat vorbei, sondern erstreckt sich bis heute. Sie schildert ihre Probleme und ihre Erfahrungen mit Intimitäten, Berührungen und Diäten…
Der erste Satz:
„Jeder Körper hat eine Geschichte“.
– Seite 9, Kapitel 1, Teil I

Wie hat mir das buch „Hunger“ gefallen?
Das Buch hat sehr ausführlich beschrieben, was Roxane erlebt hat. Sie schildert die Vergewaltigung und viele Erlebnisse, die ihr schwer gefallen sind. Roxane sagt auch, dass das Buch ihr schwierigstes bisher war, da es ihr persönlichstes ist.
Meiner Meinung nach hätte dieses Buch eine Warnung bedurft. Es ist definitiv triggernd für Menschen, die sensibel auf Essstörungen und Erbrechen reagieren. Sie gibt Tipps (die sie selbst erfahren hat), die ich definitiv nicht veröffentlicht hätte. Weil es das Buch nicht tut, mache ich es :
WARNUNG: Das Buch enthält die Themen Vergewaltigung und Essstörung.

Natürlich ist eine Vergewaltigung ein sehr harter Eingriff in das Leben, aber sein ganzes Leben lang jede Entscheidung darauf zu beziehen, finde ich schwierig. Das hat mich ein bisschen gestört, als ich das Buch gelesen habe.
Es ist eine Biographie und deshalb gibt es keine fiktiven Geschichten, die einem Handlungsverlauf folgen. Für mich war es sehr spannend in das Leben eines anderen Menschen einzutauchen. Allerdings bin ich nicht so gemacht für Biographien, da mir das zu real ist. Bei einer Geschichte, bei der ich weiß, dass sie nicht real ist, kann ich abschalten.
Der Schreibstil ist relativ gut, obwohl ich mir vorstellen kann, dass die Originalsprache „Englisch“ besser ist, da ich mit der Übersetzung an einigen Stellen Probleme habe.
Schlussendlich würde ich „Hunger“ von Roxane Gay Menschen ans Herz legen, die für fiktive Geschichte nicht so zu haben sind und auf der Suche nach einer etwas extremeren Biographie sind.
Und hier könnt ihr euch einen eigenen Überblick verschaffen 😉
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen zu dem Buch „Hunger„

Autorin: Roxane Gay
Titel: Hunger
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-75814-2
Preis: 22,00 € für das Hardcover
Seiten: 320
Erschienen am: 22. April 2019
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