Und der März bietet mehr tolle Bücher. Vor wenigen Tagen habe ich „Alles.Nichts. Und ganz viel dazwischen“ von Ava Reed gekauft und auch direkt am gleichen Tag noch zu Ende gelesen. Ich habe zuvor schon so viel über dieses Buch auf Instagram gesehen und war sehr gespannt, es nun selber zu lesen…
Klappentext:
Das persönlichste Buch von Ava Reed! Ein Buch, das Hoffnung macht.
Mit Zeichnungen der Autorin und handgeschriebenen Tagebucheinträgen.
___________________________Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …
Was passiert in dem Buch „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ?

Leni ist ein ganz normales Mädchen, was ihren Abschluss schon beinahe in der Tasche hat. Aber danach?
Das macht ihr große Angst und es häufen sich immer mehr Symptome. Leni wird von Übelkeit, Gedankenkreisen und Panikattacken geplagt. Sie kann es sich nicht erklären und bekommt von ihren Klassenkameraden kein Verständnis. Ihre beste Freundin Mona gibt ihr bestes und unterstützt Leni, wo es nur geht, aber dennoch geht es ihr immer schlechter. Und dann kommt der eine Punkt, an dem sich alles ändert…
Nach einer unendlich langen Odyssee bei ebenso vielen Ärzten bekommt sie endlich eine Diagnose. Depression. Was bedeutet das? Was passiert jetzt mit mir?
Sie bekommt Medikamente und Therapie verschrieben, aber es geht ihr trotzdem nicht besser.
Während ihres stationären Aufenthaltes lernt sie Matti kennen.
Matti ist der Meinung völlig falsch in der Waldklinik zu sein. Er hat kein psychisches Problem. Er hat HSAN Typ IV. Das bedeutet, dass er keine körperlichen Schmerzen spürt (auch so simple Sachen wie die Temperatur eines viel zu heißen Tees) und nicht schwitzen kann. Was für einige Menschen wie das Paradies klingt, ist die Hölle für den Jungen. Er darf sein Leben nicht richtig leben, geht nicht in die Schule und muss sich jeden Tag untersuchen lassen, ob nicht doch irgendetwas passiert sein könnte. Er wollte noch einmal ausprobieren, ob er nicht doch in einer Extremsituation Schmerzen spürt und ist deshalb von seinem Privatarzt Frank in die Waldklinik gesteckt worden.
Direkt in den ersten Tagen schmieden er Fluchtpläne und versucht sein bestes, um so schnell wie möglich aus der psychiatrischen Einrichtung wieder rauszukommen. Bei seiner Nacht- und Nebelaktion wird er von Leni gesehen und die Verbindung der beiden beginnt…
Der erste Satz:
„Oh ja, das bist du!“
– Seite 5, Kapitel „Ich bin wundervoll“

Wie hat mir das Buch „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ gefallen?
Wow, ich muss sagen, dass Bookstagram mir nicht zu viel versprochen hat und die Begeisterung der vielen Leser für sich spricht. Mir hat das Buch von Ava Reed nämlich auch richtig gut gefallen. Es hat handgeschriebene Tagebuchelemente und die Kapitel aus der Perspektive von Leni und auch einige aus Mattis Sicht. Die Tagebucheinträge sind sehr persönlich und von Ava Reed richtig schön gestaltet worden. Es ist nicht einfach nur ein Blatt mit Wörtern darauf, es ist eine Geschichte und ein Kunstwerk.

Ganz besonders gefallen hat mir, dass mit den Klischees über Depressionen gespielt wurde und gezeigt wurde, dass man nicht „einfach nur nicht aufstehen will“ und dass man sich ja „zusammenreißen muss“. Generell glauben viele Menschen bei psychischen Erkrankungen, dass sie weniger gravierend sind. Aber genauso wie ein gebrochenes Bein haben sich die Menschen das nicht ausgesucht. Allerdings kann man das gebrochene Bein sehen und bekommt sofort Hilfe angeboten. Eine Depression, Angst- oder Zwangsstörung sieht man nicht auf den ersten Blick und da fällt es leichter zu sagen „reiß dich doch zusammen“. Aber das geht nun einmal nicht! Ich kann mich nicht zusammenreißen, wenn mich die große Dunkelheit eingefangen hat und mir jegliche Kraft entzogen hat und wenn ich Angst habe, kann ich sie eben auch nicht so einfach abstellen und weiterleben.
Das Thema ist enorm wichtig und richtig gut aufgearbeitet.
„Wir fangen an zu lachen und es tut weh, weil ich schon sehr lange nicht mehr so gelacht habe. Es fühlt sich fremd an und ungewohnt. Und sofort fühle ich mich wieder schlecht, verschlucke mich an meinem Lachen, weil etwas in mir angewidert den Kopf schüttelt und sagt: Du hast keinen Abschluss, du bist krank, du hast Angst, du hast keine Ahnung, wie es weitergeht. Wie kannst du da lachen?“
– Seite 244, Kapitel 30
Außerdem finde ich die Gegensätze zwischen Leni – die endlich keinen Schmerz mehr spüren möchte – und Matti – der endlich mal etwas spüren will – super interessant und es zeigt auch, dass das Paradies anderer Menschen deine persönliche Hölle sein kann.
„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ spielt über einen sehr großen Zeitraum, was für mich der einzige Kritikpunkt ist. Ich hätte mehr über den Klinikalltag und die Abenteuer erfahren wollen und fand es dann schade, dass die Zeit so gerannt ist.

Der Titel spielt auf ein unfassbar interessantes Phänomen an. Bei vielen psychischen Erkrankungen sehen die Betroffenen nur Schwarz oder Weiß – Alles oder Nichts. Und die ganzen Grautöne dazwischen sind ihnen oft gar nicht bewusst. Meist muss sie erst ein Therapeut oder jemand anderes darauf hinweisen, dass es noch so viel mehr gibt, als diese zwei Farben.
Abschließend bin ich so froh, dass ich mir „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ gekauft habe, denn es bringt einem so viel für das Leben bei. Natürlich ist das Buch an einigen Stellen sehr düster und bedrückend, aber so ist eine Depression nun einmal. Dennoch liest es sich sehr leicht und ist an vielen Stellen sehr leise und schreit dennoch. Wenn ich könnte, würde ich dieses Buch jedem meiner Bekannten schenken und mit auf den Weg geben, da es nicht nur die Wahrheit hinter Depressionen zeigt, sondern auch zeigt, dass man manchmal andere Wege im Leben gehen muss, um an das Ziel zu kommen.
Liebe Grüße
Eure Lin
Informationen über das Buch „Alles.Nichts. Und ganz viel dazwischen“

Autorin: Ava Reed
Titel: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.
Verlag: ueberreuter
ISBN: 978-3-7641-7089-9
Preis: 16,95€
Seiten: 320
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