Puh, das war ein Blitzlesetag gestern. Der dtv-Verlag hat mir vor Veröffentlichung das Buch „Cainstorm Island“ von Marie Golien zukommen lassen und ich wollte unbedingt heute eine Rezension dazu schreiben, da es heute in den Buchhandlungen zu haben ist. Was soll ich sagen? Gestern Mittag lag das Buch in meinem Briefkasten. Aber bei dem spannenden Buch war es gar nicht so schwer, es bis heute fertig zu haben. Lasst uns gemeinsam nach Cainstorm und Asaria reisen…
Klappentext :
Eine atemlose Flucht durch eine Megacity. Und Millionen schauen zu.»Meine Zuschauer lieben die Gefahr. Zumindest, wenn ich sie erlebe und sie durch meine Augen dabei zuschauen dürfen.«Emilios Welt ist geteilt. Auf der einen Seite das reiche Asaria. Auf der anderen Seite Cainstorm Island, überbevölkert, arm und von Gewalt zerfressen. Dort kämpft der 17-Jährige, umgeben von brutalen Gangs, gegen die Schulden seiner Familie. Eines Tages spricht ihn ein Mitarbeiter von Eyevision an und bietet Emilio einen Deal. Emilio willigt ein, sich einen Chip in den Kopf implantieren zu lassen. Dieser Chip ist an seinen Sehnerv angeschlossen und überträgt jeden Tag eine halbe Stunde lang, was Emilio sieht. Seine Videos, waghalsige Kletter- und Trainsurf-Aktionen, kommen an, die Zuschauerzahlen steigen langsam. Bis sein Leben eine unvorhergesehene Wendung nimmt: Emilio gerät in das Gebiet einer Gang und tötet einen der Anführer in Notwehr. Live und auf Sendung. Das Video verbreitet sich rasend schnell und Emilio wird zum Gejagten. Und zwar nicht nur von der Gang, sondern auch von Eyevision, die sehr eigene Pläne mit Emilio haben.
Was passiert in dem Buch „Cainstorm Island“ von Marie Golien?
Emilio lebt in Cainstorm, was von den Asarianern immer als „ihre Provinz“ bezeichnet wird. Allerdings hat Cainstorm rein gar nichts mit dem luxuriösen Asaria gemeinsam. Vor vielen hundert Jahren wurden alle „unvollkommenen“ Menschen von Asaria verbannt und sind nach Cainstorm gekommen, denn nur so konnte Asaria eine perfekte Gesellschaft bilden.

Und Emilios Welt ist geprägt von Dreck, Überbevölkerung und Armut. In seiner Stadt Milescaleras stapeln sich die Häuser und der Dreck verseucht das Meer. Er lebt mit seinem kleinen Bruder, seiner Mutter und seinem Stiefvater in Caramujo – einem kleinen Teil von Milescaleras, das von den Schlangen oder auch Las Culebras genannt, beherrscht wird. Einer Gang, die keine Skrupel hat, Menschen auf der Straße grundlos zu töten.
Die Armut ist unerträglich und Emilio sieht seine Chance als er eines Tages von einem Asarianer angesprochen wird, der ihm das Angebot macht, sich einen Chip in den Kopf implantieren zu lassen. Dadurch könne man Videos aus seiner Perspektive machen und Emilio würde mit jedem Klick Geld verdienen.
„Ich verstehe, dass es schwierig ist, aber du musst Selbstvertrauen haben: Du bist der Mann, der schneller ist als jeder Gangster! Du bist der Mann, der die Schwerkraft schlägt! Du kannst ihnen allen entkommen und dabei berühmt werden. Weißt du, was das heißt, berühmt? Du kannst reich werden! Richtig reich!“
– Bradley, Seite 84, Kapitel 6

Nach einer Weile Bedenkzeit lässt er sich operieren und hat zwei Schrauben am Hinterkopf, die von außen erkennen lassen, dass er nun für „Die“ arbeitet. Seine ersten Videos, in denen er über die Dächer klettert und den reichen Asarianern die andere Welt zeigt, haben nur ein paar Aufrufe. Doch während einer Sendung stößt er auf ein wunderschönes Mädchen mit türkisen Haaren, die beinahe von einem Pitbull angegriffen wird. Allerdings rettet er sie und wird prompt von dem Besitzer angegriffen, der hinter dem Mädchen her ist. Es kommt zu einer handfesten Prügelei und Emilio ist ernsthaft in Gefahr, doch er kann sich retten, tötet dabei aber seinen Angreifer. Das alles ist auf Video. Und was er nicht wusste, es war einer der Anführer von Las Culebras.
Damit wird Emilio zur Zielscheibe. Die Gang will ihn tot sehen und jagt ihn.
„Und ganz ehrlich: Ich will auch nicht, dass du stirbst. Sonst wäre ja die Sendung vorbei!“
– Bradley, Seite 87, Kapitel 6
Doch in seinem Kopf sitzen immer noch Eyewatch, die ihn steuern, orten und immer wieder auf Sendung schalten können. Emilio kann nur noch seinem besten Freund Jago trauen und muss flüchten, was durch die Chips in seinem Kopf immer wieder gefährlich wird, denn Las Culebras verfolgen genau, was Emilio macht und wo er sich befindet. Und nicht nur die Schlangen verfolgen das Geschehen, die Zuschauerzahl steigt in die Millionen und Emilio wird berühmt und reich. Aber sicher nicht so, wie er sich das erhofft hat.
Die spannende Jagd auf den Jungen und der Kampf gegen die Firma, die in der lebensgefährlichen Situation nur ein Spiel sieht, fesselt den Leser bis auf die letzte Seite.
Der erste Satz :
„Ich hocke mich vor das schiefe Holzkreuz mit den vertrockneten Blumen.“
– Seite 5, Kapitel 1

Wie hat mir das Buch „Cainstorm Island“ von Marie Golien gefallen?

Mein Herz war die ganze Zeit schwer beschäftigt und schlug während der knapp 300 Seiten im Ausnahmemodus. Ich war total in der Geschichte drin und die Welt von Cainstorm hat mich so mitgenommen, dass ich förmlich die Müllberge riechen konnte, in denen sich Emilio versteckt. Allgemein waren die Beschreibung der Umgebung und die sensorischen Wahrnehmungen unfassbar gut geschildert, sodass ich mich in Cainstorm befunden habe.
Marie Golien hat einen fesselnden Schreibstil, der mich meine Umwelt komplett vergessen hat lassen. Das war echt faszinierend!
Der Charakter Emilio und seine Chance, die er mit Eyevision hatte, haben mich auch sehr an „Der Circle“ von Dave Eggers erinnert. Die ganze Zeit online und für alle ist sichtbar, was du gerade siehst und hörst. Offiziell ist es nur für eine halbe Stunde am Tag, aber weißt du, ob sie nicht eigentlich die ganze Zeit mithören und zuschauen? Du kannst nichts dagegen machen, denn die Technik ist in deinem Kopf und sie haben die Macht über dich. Du hast dich quasi an die Firma verkauft.
Die Gefahr war förmlich greifbar und ich konnte das Adrenalin der Protagonisten in meinem eigenen Körper spüren und war selbst die ganze Zeit wachsam und gespannt.
Dieser Adrenalinschub hielt über jede einzelne Seite an und hat auch vor Seite 334 – der letzten Seite – nicht halt gemacht. Ich habe mir nur gedacht: „Bitte was?!?! Das kann doch nicht so zu Ende gehen. Das darf nicht sein! So darf es nicht enden, ich muss doch wissen, was passiert“
Das Buch „Cainstorm Island“ von Marie Golien ist eine adrenalingeladene Geschichte, bei der der Schalk die ganze Zeit im Nacken sitzt. An jeder Ecke erwartet man als Leser den erlösenden Schuss, aber Emilio kämpft. Nicht nur gegen Las Culebras sondern auch gegen Eyevision.
Jeder, der gerne Achterbahn fährt und auf den Nervenkitzel steht, dem kann ich „Cainstorm Island“ nur wärmstens empfehlen. Es ist ein Buch mit Suchtpotential!
Liebe Grüße
Eure Lin
Und hier könnt ihr euch das Buch noch selbst ansehen!
Informationen über das Buch „Cainstorm Island“

Titel : Cainstorm Island
Autorin: Marie Golien
Verlag : dtv
ISBN : 978-3-423-76242-7
Seiten : 336
Erschienen: 28. Februar 2019
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