Nach langer Zeit melde ich mich auch hier mal wieder! Ich lese zwar und habe auch immer die Motivation zum Bloggen, aber meist komme ich dann leider doch nicht dazu, aber heute ist es wieder soweit 😉
Der Randomhouse Verlag hat mir und vielen anderen tollen Bloggern die Möglichkeit gegeben, den Film „The Hate U Give“ zum gleichnamigen Roman schon vor der deutschen Ausstrahlung zu sehen. Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich!
Und natürlich möchte ich euch von dem Film berichten!
Den Trailer könnt ihr euch hier ansehen

Was passiert in dem Film?
Der Film beginnt wie viele Jugendfilme im Zimmer eines Teenagers. Diese Teenagerin heißt Starr (mit 2 „R“) und wohnt in einem armen Viertel, in dem eigentlich hauptsächlich dunkelhäutige Menschen leben. Dort hier läuft einiges anders, als in anderen Stadtteilen.
Damit Starr nicht mit auf die Schule im Ort geht, haben sie ihre Eltern auf eine Privatschule geschickt, weswegen Starr ein Doppelleben führen muss. In der Schule, sagt sie, darf sie beispielsweise keinen Slang verwenden, da es bei ihr dazu führen würde, dass jeder sie für ein Ghettomädchen halten würde. Alle anderen aus der Schule wirken cool damit, aber Starr vermeidet es soweit es geht. Und in ihrem Viertel und bei ihren schwarzen Freunden darf sie sich nicht so benehmen wie in der Schule, da sie dann dort die Außenseiterin wäre. Die die immer nur mit den Weißen abhängt.

Auf einer Party in Garden Heights – ihrem Viertel – trifft sie ihren Kindheitsfreund Khalil, mit dem sie früher sehr viel Zeit verbracht hat, der aber ein wenig abgerutscht ist und nun Drogen dealt, um irgendwie an Geld zu kommen. Sie unterhalten sich nett und plötzlich hören sie Schüsse und auf der Party bricht Panik aus und alle rennen raus. Angeblich gibt es häufig Schießereien auf den Partys in dem Viertel. Khalil möchte, dass Starr sicher nach Hause kommt und nimmt sie deshalb im Auto mit.
Die beiden Teenager schwelgen in Kindheitserinnerungen und reden unbeschwert, bis sie aus dem Nichts Polizeilichter hinter sich sehen können. Sie werden angehalten – ohne ersichtlichen Grund.
Starrs Vater hat seinen Kindern schon früh Regeln beigebracht, unter anderem die, dass man immer die Hände sichtbar auf das Armaturenbrett legen soll, wenn einen die Polizei anhält. Der weiße Officer schreit die beiden Jugendlichen an, dass sie die Musik ausmachen sollen, dass sie endlich aussteigen sollen, dass sie ihm die Fahrzeugpapiere zeigen sollen. Khalil macht all das und steht vor dem Auto, als der Polizist zu seinem eigenen Wagen geht, um die Daten vom Führerschein zu überprüfen. In dem Moment schaut Khalil durch das offene Fenster zu Starr, um sich nach ihr zu erkundigen. Des Weiteren greift er sich eine Haarbürste, um sie die Haare zu kämmen, doch dazu kommt es nicht mehr. Er wird von dem Polizisten erschossen, weil er die Bürste für eine Waffe gehalten hat.
Starr ist die einzige Zeugin der Tat und steht komplett unter Schock. Sie versteht nicht, wieso der Polizist ihren Freund umgebracht hat. Er wollte sich doch bloß die Haare bürsten…
Der Fall geht durch die Medien und sorgt für Unruhe. Starr könnte mit ihrer Aussage vor der „Grand Jury“ dafür sorgen, dass der Polizist bestraft wird. Denn normalerweise werden weiße Polizisten, die Schwarze erschießen nicht zwangsläufig bestraft.
Erhebt sie ihre Stimme, um Großes zu verändern?

Wie hat mir der Film gefallen?
Ich war nach dem Film erstmal so sprachlos. Das ganze Thema und die Aufmachung des Films waren großartig, dass ich baff war.
Mich hat der Film mitgenommen, da er so emotional aus der Sicht von Starr geschildert wird. Diese vielen kleinen Dinge, die derart ungerecht sind, tauchen auch in dem Film auf und sorgen bei mir zumindest für Unverständnis. Sind wir nicht alle Menschen, egal welcher Hautfarbe? Wir verdienen alle die gleichen Rechte und Gesetze.
Durch das Doppelleben, das Starr führt, erfahren ihre Mitschüler nicht, dass sie den Mord live miterlebt hat. Aber Starr wird immer aggressiver, wenn sie sieht, dass ihre Mitschüler nur für die Rechte von Schwarzen und Gerechtigkeit für Khalil demonstrieren gehen, um dem Chemietest zu entkommen.
Besonders schlimm waren die Schüsse, die der Polizist auf Khalil gefeuert hat, da man wusste, dass es kommt, aber nicht, wann es kommt und durch die Akustik im Kino, ging mir jeder einzelne Schuss durch Mark und Bein.
Passend zur Atmosphäre waren auch die Lichtverhältnisse, Farben und die Musik. Alles hat irgendwie gepasst und die Stimmung sehr gut zum Kinobesucher gebracht.
Eine sehr ergreifende Szene war, als Starr mit ihrem Onkel spricht, der ebenfalls Polizist ist. Sie fragt ihn, was er bei einem Schwarzen machen würde, der in sein Auto hinein greift und eventuell eine Waffe ziehen könnte. Er würde ihn schießen. Und dann fragt sie, was er bei einem Weißen gemacht hätte. Er hätte ihm gesagt, dass er die Hände hoch heben soll.
Das hat mich mitgenommen, denn ihr Onkel ist auch dunkelhäutig und würde einen farbigen Menschen trotzdem anders behandeln, als einen weißen Menschen…
Das Blogger-Screening fand auf Englisch statt, deshalb kann ich noch nichts zur Synchronisation sagen, aber ich hoffe, dass sie gute Synchronsprecher gefunden haben, die die Message genauso rüberbringen, wie die Originalschauspieler.
Das einzige Manko, was aber in Anbetracht des großartigen Filmes wirklich nur marginal ist, das mir ins Auge gesprungen ist, waren Starrs Haare. Sie hat auf dem Buchcover (welches mir auch auch freundlicherweise vom Randomhouse Verlag zugesandt wurde) ihren Afro und ich finde den sehr markant. Im Film hat sie 95% lang Braids und nur am Ende ihre Haare offen. Ich persönlich finde den Afro so viel schöner und schade, dass sie es nicht den ganzen Film über gemacht haben.
Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen :
Wenn der Film im Frühjahr 2019 in die Kinos kommt, müsst ihr unbedingt ins Kino gehen. Dieser Film kann sehr viel bewegen und berührt hoffentlich jeden Besucher. Ich fand ihn klasse und würde ihn mir auch noch einmal ansehen.
Absolut empfehlenswert!
Liebe Grüße
Eure Lin

Information : Ich habe bisher leider noch nicht das Buch gelesen und kann deshalb keine Vergleiche ziehen. In diesem Beitrag habe ich lediglich den Film als Film gesehen.
Filmdaten
Titel : The Hate U Give
Produktionsland : USA
Originalsprache : Englisch
Länge : 132 Minuten
Regie : George Tillmann
Drehbuch : Audrey Wells
Romanvorlage von : Angie Thomas
voraussichtlicher Kinostart in Deutschland : 7. Februar 2019
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